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Karl Carvacchi

Geboren 23. August 1791 in Braunsberg/Ostpreußen als Sohn des Kaufmanns Johann Georg Karwatzi. 1808 Architektur- und Mathematikstudium in Königsberg. 1810 Attaché der Ober-Bau-Direktion im Dienste von König Jérôme. Nach dem Sturz Napoleons erfolgreicher Gründer einer Farbenfabrik und einer Torfstecherei in Kassel. Auf Geschäftsreisen in Süddeutschland Sammlung altdeutschen Kulturguts. 1819 Entdeckung der bedeutenden Bilderhandschrift des Heldengedichts Eneidt von Heinrich von Veldecke. 1832 von der preußischen Regierung zum Steuerrat in Münster ernannt. 1833 Obersteuerrat. 1834 Finanzrat. 1855 Oberfinanzrat. 1865 Pensionierung und Rückkehr nach Kassel. Verstarb dort am 10. Mai 1869.

Mitglied der Heckenschriftsteller-Gesellschaft um Elise Rüdiger, der auch Annette von Droste-Hülshoff angehörte. Er schützte das Grabmal Johann Georg Hamanns, indem er nach jahrelangen Bemühungen 1851 die Umbettung aus dem Garten der Fürstin Amalie von Gallitzin zum Überwasserfriedhof in Münster erreichte. Die Funde aus seiner Sammlung altgermanischer Grabstätten sind als Carvacchische Sammlung im Besitz des Geschichtsvereins Kassel.

Selbständige Veröffentlichungen: Betrachtungen über den sonstigen Gang und den jetzigen Stand von Deutschlands kommerziellen Angelegenheiten in Beziehung auf Kurhessen. [Denkschr.] Kassel 1831 – Nachweise der Wohnungen der westfälischen Friedensgesandten in Münster. Mit Hülfe eines alten Planes der Stadt Münster ermittelt. o.O.u.J.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Zeitschr. für vaterländ. Gesch. und Altertumskunde 5, 1838, S. 325ff.: Ueber die Uhde'sche Sammlung amerikanischer Alterthümer zu Handschuhsheim bei Heidelberg; Jg. 1855, S. 281-354: Biographische Erinnerungen an Johann Georg Hamann, den Magus im Norden (Münster 1855).

Unselbständige Veröffentlichungen über Carvacchi: J. Rohfleisch: Carl Carvacchi, in: Westfalen 24, 1939, S. 115-118.

Erwähnungen in: M. Kraß: Das Stroetmannsche Haus auf der Rothenburg in Münster, in: Westfalen 23, 1938, H. 2 – Sudhoff 1973, S. 192ff.: Hamann in Münster – P. Heßelmann: August Freiherr von Haxthausen (1792-1866). Sammler von Märchen, Sagen und Volksliedern, ein Agrarhistoriker und Rußlandreisender aus Westfalen. Münster 1992 (=Schr. der Universitätsbibliothek Münster 8) [mehrf. erwähnt] – Gödden/Nölle-Hornkamp: Musen 1990 – U. Bartel: Der "Westfälische Schelmuffsky" von 1861. Zur Schelmuffsky-Rezeption im Thienhäuser Kreis, in: Simpliciana, Schriften der Grimmelshausen-Gesellsch. 14, 1992, S. 197-209 [mehrf. erwähnt, s. insbes. die Anm.] – erwähnt in der Literatur zu Annette von Droste-Hülshoff und August von Haxthausen.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. ULB Münster, Haxthausen-Nachlaß: Briefwechsel mit August von Haxthausen. – 2. Nieders. SA Bückeburg, Nachlaß Victor von Strauß und Torney: Briefwechsel mit Victor von Strauß und Torney.

Bildnis: 1. Fotografie, undatiert (DF Münster; Abb.: Heßelmann 1992 (s.o.), S. 146).

Nachschlagewerke: Raßmann 1866; N.F. 1881 – ADB, Bd. 4, 1876 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 181, Sp. 444-446; Fiche 1426, Sp. 416.