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Ernst August Christian Rauschenbusch

Geboren am 27. Mai 1777 in Bünde als Sohn eines protestantischen Elberfelder Pastors und Pietisten. Besuch des Elberfelder Gymnasiums und Privatunterricht. 1794 Studium der Theologie in Marburg (Bekanntschaft mit Johann Heinrich Jung-Stilling) und 1796 in Göttingen. 1795 Promotion zum Dr. phil. 1800 Pfarrer in Lüdenscheid und von 1802 bis 1808 in Kronenberg bei Elberfeld. Anschließend Pfarrer und Rektor der Höheren Bürgerschule in Schwelm. 1814 Prediger bei der bergischen Brigade. Teilnahme an den Freiheitskriegen. Von 1815 bis 1840 Pfarrer in Altena und Lenne, seit 1824 (bis 1827) zugleich Superintendent in Iserlohn. Verstarb am 19. April 1840 in Altena.

Sein Haus in Schwelm war seit Juni 1812 Treffpunkt des sog. Plato-Kränzchens, dem Friedrich Kohlrausch, David Friedrich Strauß und weitere Geistliche angehörten. Rauschenbuschs patriotische Lieder und Gedichte wurden auf fliegenden Blättern verbreitet. Zahlreiche Beiträge erschienen im Christlichen Taschenbuch seines Schwiegersohnes  Karl August Döring. In der Figur des Bergrats Anselmo wird er in Johann Friedrich Wilhelm Pustkuchen-Glanzows Fälschungen von Wilhelm Meisters Wanderjahren porträtiert (im dritten bis fünften Teil): Die Schilderung ist im Ganzen mißgünstig, wie ja auch selbst Goethe in dieser Schrift schlecht wegkommt. Anselmo ist sehr geistvoll und kenntnißreich, aber etwas barock-sarkastisch; vornehmlich aber zu vielseitig und in seinen Interessen und Bestrebungen sprunghaft wechselnd. Bemerkenswerth ist, daß ihm auch die Beschäftigung mit einem Leben Platos beigelegt wird, und daß ihm dabei eine merkwürdig gescheite und gegen die Schleiermacher’sche Theorie vortheilhaft abstechende Ansicht von der allmählichen Entwicklung des platonischen Gedankenkreises in den Mund gelegt wird. (Band 3, 2. Aufl., S. 189 u. 201f ). Jedenfalls müssen damals zwischen den beiden Männern lebhafte persönliche Beziehungen bestanden haben. (ADB)

Selbständige Veröffentlichungen: Auserlesene biblische Historien aus dem Alten und Neuen Testament nach Hübner. Schwelur 1806; Duisburg: 1807; 7. Aufl. 1819; 50. Aufl. Schwelm: Scherz 1848 [ca. 100 Aufl.; Übers. ins Dän., Poln. und Frz.] [Rez.: Marburger theol. Annalen 1807] – Idaline, oder: Das Fest der Einkleidung in der Abtey Heiligensee [Roman]. Elberfeld: Büschler 1819. 456 S. [anonym] (UStB Köln) – Leben und Thaten der Heiligen. Eine Legendensammlung für das christkatholische Volk. Hg. von einigen katholischen Geistlichen in der Schweiz [tats. von Rauschenbusch]. 2 Bde. Luzern: Anich 1826 (EDDB Köln) – Über die religiösen Eigenthümlichkeiten der Evangelischen in den Ländern des ehemaligen Jülichschen Staates und deren historischen Ursprung. Essen 1826 – Leben, Thaten und Fahrten eines jungen Buchhändlers, oder: Erziehung und Leben. Schwelm: Scherz 1830. 376 S. [anonym] (UB Bonn, Verein für Orts- und Heimatgesch. Witten) – Ein Beitrag zur westphälischen Reformationsgeschichte. o.O. 1830. X, 156 S. (StB Essen) – Hermann Hamelmanns, Licentiaten, Leben. Schwelm: Scherz 1830. X, 156 S. (= Bilder westph. Theologen 1) (ULB Münster, UStB Köln, UB Bonn, Lipp. LB Detmold) – Adolph Clarenbach und Peter Fliestedens Märtyrthum (wie dieselben am 28. Sept. 1529 zu Köln verbrannt sind). Schwelm: Scherz 1829. VI, 74 S. (UB Bonn, UStB Köln, StB Essen, ULB Düsseldorf) – Das Leben Jesu im Zusammenhange dargestellt. Schwelm: Scherz 1837 (Verein für Orts­und Heimatkunde Witten) – Anweisungen für Auswanderer nach Nordamerika nebst Reisebildern. 2. Aufl. Elberfeld, Iserlohn: Bädeker 1849 (Verein für Orts- und Heimatkunde Witten) – Erziehungsbüchlein, oder: Anweisung zur Erziehung der Kinder für den Bürger und Landmann. Schwelm: Scherz 1833. VIII, 215 S. (ULB Münster, StB Essen, StB Wuppertal-Elberfeld, Verein für Orts- und Heimatkunde Witten) – zahlr. theol. Abhandlungen u.ä.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Döring: Christl. Taschenbuch 1830; Jg. 1831/1832, S. 151-165: Geschichte der Flagellanten oder Geißler- Gesellschaften im Mittelalter, Jg. 1833, S. 64-75: Aus dem Leben eines evangelischen Geistlichen; Jg. 1834, S. 1-3: Zu Beginn des Festes [Weihnachtslieder]; S. 78: Am Schlusse des Weihnachtsfestes; S. 32-35: Am Charfreitage; S. 173-211: Konstantinopels Fall durch die Türken im Jahre 1453 – von Tabouillot: Damenalmanach 1842; Hermann; Westf. Anzeiger, Altenaer Kreisbl.

Herausgabe: Bergisches Gesangbuch von 1808 – Friedrich von Hövels, eines ausgezeichnet gemeinnützigen Landedelmannes und Verwaltungsbeamten (1766 bis 1826), hinterlassene Schriften. Bd. 1. Elberfeld 1832 [mit Friedrich Harkort].

Zeitgenössische Zeugnisse: Friedrich Kohlrausch: Erinnerungen aus meinem Leben. Hannover 1863, S.103ff, 128f.

Unselbständige Veröffentlichungen über Rauschenbusch: F. Schmidt: Dr. August Ernst Rauschenbusch, evangelisch-lutherischer Pfarrer in Altena 1815-1840, in: Süderland 10,1932, S.142­-147.

Erwähnungen in: W. Rauschenbusch: Leben und Wirken von August Rauschenbusch [Sohn von August Ernst]. Kassel 1901; dass. Cleveland/Ohio 1901, S. 2ff (ULB Düsseldorf, StB Wuppertal­Elberfeld, UStB Köln) – W. Sauerländer: Kirchen- und Schulgeschichte der Stadt und des Kirchspiels Lüdenscheid von den Anfängen bis 1800. Lüdenscheid 1953, S. 48-50 (StA Lüdenscheid) – G. Deitenbeck: Geschichte der Stadt Lüdenscheid 1813-1914. Lüdenscheid 1985, S. 24f. – W. Sauerländer, G. Deitenbeck: Geschichte der Stadt Lüdenscheid von den Anfängen bis zum Jahre 1813. 2. Aufl. Lüdenscheid 1989, S. 327f.

Nachschlagewerke: Neuer Nekrolog 18, 1840 (1842) – Brümmer, Bd. 1. 1876; 1884 – ADB, Bd. 53, 1907 – Goedeke, 3. Auf, Bd. 10, 1913 – Bauks 1980 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1003, Sp. 102-109.