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Johann Friedrich Wilhelm Wilberg

Geboren am 5. November 1766 in Ziesar bei Potsdam als Sohn eines preußischen Unterbeamten. Verbrachte seine Kinder- und Jugendjahre bei seinem Großvater, der in Ziesar Küster war. Eine Anstellung des Vaters führte 1778 zu einem kurzzeitigen Umzug nach Potsdam. Nach dem Tode des Vaters (1778) erste Erfahrungen im Schulehalten in Karow. Anschließend Schneiderlehre in Brandenburg. Beeinflussung durch die Schriften Johann Heinrich Jung-Stillings. Im Anschluß an gescheiterte Bemühungen um eine Studienstelle in Halle Anstellung an der Schule des berühmten Pädagogen Eberhard von Rochow (1734-1805) auf Gut Reckhahn. Nach halbjährigem Aufenthalt Besuch des Lehrerseminars in Berlin. 1790 Lehrerexamen und Lehrerstelle in einer volksnahen Reformschule im Dorf Hamme bei Bochum. Erwarb sich Verdienste in der Volksbildung und Entwicklung einer selbständigen, modernen Lehrmethodik. Seine Schule wurde zum Vorbild einer Schulreform in der Grafschaft Mark. Leitung eines begleitenden Lehrerseminars. 1802 Inspektor und Lehrer einer neu ins Leben gerufenen Armenanstalt und einer Armenschule. 1804 Lehrer der Privat-Lehranstalt für die Kinder aus den höheren Ständen. Daneben private Lehrerausbildung in Form von Unterhaltungen, die er 28 Jahre lang durchführte. Von 1813 bis 1815 Präses der Bielefelder Armenverwaltung. 1816 Dr. phil. der Universität Tübingen. Nähere Bekanntschaft mit dem Pädagogen Adolph Diesterweg, der Wilberg in distanzloser Bewunderung (Wittmütz) verehrte. 1839 Umzug nach Bonn. Verstarb dort am 30. Dezember 1846.

Johann Moritz Schwager urteilte in seiner Reise durch Westfalen 1804 über ihn: Wilberg schrieb unter andern den Märkischen Kinderfreund, der ihn als ganz seinem Fache gewachsen ankündigte, und ich war längst begierig, diesen Mann kennenzulernen, der Kraft und Willen hat, dem Schulwesen aufzuhelfen. (S. 276f.)

Selbständige Veröffentlichungen: Lesebuch für Kinder, die gerne verständiger und besser werden wollen. 2 Bde. Hamburg, Frankfurt a. M. 1793; u.d.T.: Lesebuch für Kinder in Stadt- und Landschulen. 16 Aufl. (einzelne Aufl. in: ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld, Westf. Schulmuseum Dortmund) – Auszüge aus den Tagebüchern einer Schule nebst Aufsätzen pädagogischen Inhalts. Ein Handbuch für Lehrer. 2 Bde. Elberfeld: Selbstverlag 1811f. (StB Wuppertal-Elberfeld) – Der Schulmeister Leberecht, wie er über sein Amt dachte und darin wirkte. Eine Schrift für Lehrer und Schulfreunde. Elberfeld: Büschler 1820. 220 S. (ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld) – Aufsätze über Unterricht und Erziehung für Lehrer und Eltern. 2 Bde. Essen 1824 – Erinnerungen aus meinem Leben, nebst Bemerkungen über Erziehung, Unterricht und verwandte Gegenstände. Essen: Bädeker 1836. 211 S. (UB Essen, ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld, UStB Köln) – Gedanken und Urtheile des Vetters Christian über Leben und Wirken im Mittelstande. Nebst Mittheilungen aus seinem schriftlichen Vermächtnis [Bildn. des Verf.]. Essen: Bädeker 1843. VIII, 399 S. (UB Bonn, StB Wuppertal-Elberfeld, ULB Düsseldorf); 2. Aufl. Essen: Bädeker 1854. VIII, 454 S. (StB Essen) – Nachlaß eines Verstorbenen. Hg. von M. Wirth, geb. Wilberg. Elberfeld: Wilberg-Stiftung 1867. (StB Wuppertal-Elberfeld) – zahlr. päd. Veröffentl., s. die unten genannten Nachschlagewerke.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Der dt. Schullehrer 9, 1794, S. 38ff.: Einige Gedanken, den Schullehrern gewidmet.

Herausgabe: Blätter der Erziehung und dem Unterricht gewidmet. Für Eltern und Lehrer. Jg. 1. Elberfeld: Eyrich 1810 (StB Wuppertal-Elberfeld) – Kleines Erziehungsbüchlein für Bürger und Bauersleute nebst einigen schönen neuen Liedern. Dortmund: Blothe 1798. 72 S. (UB Leipzig) – Der Märkische Lehrer- und Kinderfreund für Lehrer in Bürger- und Landschulen. Dortmund: Mallinkrodt 1798 – Der niederrheinische Hausfreund. Allerlei Neues und Altes zur Unterhaltung und zur Belehrung. 2 Bde. Essen: Bädeker 1832 (StB Wuppertal-Elberfeld, ULB Düsseldorf, EAB Paderborn) – Neujahrsbüchlein für Lehrer. Elberfeld 1819.

Zeitgenössische Zeugnisse: Johann Moritz Schwager: Bemerkungen auf einer Reise durch Westphalen, bis an und über den Rhein. Leipzig, Elberfeld 1804, S. 276-280 – Adolph Diesterweg: Tagebuch 1818 bis 1822. Hg. von E. Langenberg. Frankfurt a. M. 1870; neu hg. von H.G. Bluth. Frankfurt a. M., Berlin: Bonn 1956.

Selbständige Veröffentlichungen über Wilberg: [Ausw.] A. Diesterweg, P. Heuser, F.A. Fuchs: Johann Friedrich Wilberg, der "Meister an dem Rhein". Blätter zum wohlverdienten Lorbeer-Kranze. Essen 1847 (Westf. Schulmuseum Dortmund) – Urkunden der Wilberg-Stiftung zu Elberfeld. Elberfeld 1862 (UStB Köln) – E. Langenberg: Johann Friedrich Wilberg. Sein Leben und seine Schriften. Eine Gedenkschrift zur Feier seines 100. Geburtstages. Elberfeld 1866 – W. Schöpp: Die pädagogischen Ansichten Johann Friedrich Wilbergs. Köln 1929 (EAB Paderborn) – M. Heinemann, W. Rüther: Landschulreform als Gesellschaftsinitiative. Philipp von der Reck, Johann Friedrich Wilberg und die Tätigkeit der "Gesellschaft der Freunde der Lehrer und Kinder in der Grafschaft Mark" (1789-1815). Göttingen 1975.

Unselbständige Veröffentlichungen über Wilberg: [Ausw.] V. Wittmütz: Johann Friedrich Wilberg. Der "Meister an dem Rhein", in: Adolph Diesterweg. Wissen im Aufbruch. Katalog zur Ausstellung zum 200. Geburtstag. Weinheim 1990, S. 168-175.

Erwähnungen in: A. Stenger: Schulmänner in der Grafschaft Mark [u.a. zu Wilberg], in: Jb. für westf. Kirchengesch. 11/12, 1909/1910, S. 114-123 – H.G. Blothe: Adolph Diesterweg. Sein Leben und Wirken für Pädagogik und Schule. Heidelberg 1966 [s. Register] – F.W. Krummacher: Gottfried Daniel Krummacher und die niederrheinische Erweckungsbewegung zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Berlin, Leipzig 1935 – V. Wittmütz: Schule der Bürger. Die höhere Schule im Wuppertal. Wuppertal 1981 [s. Register] – zahlr. Erwähnungen in der Literatur zu Adolph Diesterweg.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. StLB Dortmund: Stammbuch-Blatt – 2. StA Siegen: Eintrag im Stammbuch Friedrich Wilhelm Grubes.

Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 8, 1800; Bd. 11, 1827; Bd. 16, 1812; Bd. 21, 1827 – Neuer Nekrolog 24, 1846 (1848) – ADB, Bd. 44, 1898 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1368, Sp. 295-304.