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Heinrich Gathmann

Geboren am 26. April 1876 in Altenbochum. Er war seit 1918 Lehrer und später Schulleiter in Arnsberg. 1937 wurde er nach Konflikten mit den Nationalsozialisten vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Zum Bild eines Regimegegners paßt allerdings nicht sein Beitrag „Alte Kriegs- und Soldatenlieder aus Mark und Sauerland“ im Kalender „Der Sauerländer 1941“ (es gab offenbar kein Schreibverbot). Darin heißt es u.a. „Der Krieg ist eine Hoch-Zeit völkischen Gefühls“ und die „Liebe zum Volkstümlichen“ sei im „nationalsozialistischen Staat“ Gemeingut. (P. Bürger: Im reypen Koren, 2010.)

Nach dem 1. Weltkrieg wesentliche Mitgestaltung an Lesewerken für Schulen. Nach dem 2. Weltkrieg erneute Tätigkeit in diesem Bereich, Enstehung verschiedener Lesebücher. Gathmann war Sammler von Jugendschrifttum, das er in Ausstellungen zugänglich machte. Gründer der Heimatbücherei des Sauerländischen Heimatbundes (heute Sauerlandmuseum Arnsberg). Er starb am 5. November 1954 in Arnsberg.

Pseudonym: Hans Peter Larsen.

Selbständige Veröffentlichungen: Aus Westfalens Vergangenheit. Münster: Regensberg 1893; Neuaufl. 1923 [mit W. Franke] (StA Bielefeld, StB Bochum, StLB Dortmund) – Die eiserne Wehr. Köln: Bachem 1915 (=Bachem's Volks- und Jugenderzählungen) – Kriegsvolk. Ebd. 1915 – Tiergeschichten. Ebd. 1915 (=Bachem's Volks- und Jugenderzählungen) – Westfälisches Schwankbuch. Schildbürger, Streiche, Schwänke, Schnurren und sonstige lustige Sachen aus Westfalen. Dortmund: Gebr. Lensing 1922 – Führer durch die westfälischen Heimatlesebücher. Ein Verzeichnis mit Beurteilungen. 3 Bde. Dortmund: Crüwell 1924 (UB Paderborn) – Das zweite Lesejahr. Literarisch-methodische Beiträge zum Leseunterricht im 2. Schuljahr im Anschluß an das Lesebuch "Im Kinderland". Ebd. [1924]. 144S. (UB Paderborn, StLB Dortmund); Neuaufl. mit dem Untertitel: Im Anschluß an das Lesebuch "Mein Heimatland". Ebd. 1926. 194S.; Neuaufl. mit dem Untertitel: Im Anschluß an das Lesebuch "Mein Vaterland". Ebd. 1928. 190S. [mit O. Rohde] – Westfälische Jugendschriften. Ein Verzeichnis mit Beurteilungen. Im Auftrage des Westf. Heimatbundes und in Verbindung mit den Jugendschriftenausschüssen der Lehrer- und Lehrerinnenverbände. Münster: Aschendorff 1927. 48S. (=Veröffentl. des Westf. Heimatbundes 2) (Bibl. WHB Münster, ULB Münster, Lipp. LB Detmold, StLB Dortmund); 2. Aufl. ebd. [1930]. 56S. (UB Siegen, ULB Münster, EAB Paderborn, UB Dortmund) – Westfälisches Ritterleben in Sagen und Geschichten. Dortmund: Crüwell [1931]. 84S. (=Westfalenspiegel 4) [Abb.] (StB Essen, StB Bochum, StLB Dortmund) – Arnsberg in Dichtung und Volksmund. Im Jahre 1938. 700 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte. Hg. von W. Lindner. Arnsberg: Busch 1938. 128S. [Abb.] (StB Arnsberg, ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf) – Lachendes Arnsberg. Schwänke und Schnurren aus dem Volksmund. Arnsberg: Becker 1950. 112S. (Bibl. WHB Münster, ULB Münster, StLB Dortmund, StA Bielefeld).

Unselbständige Veröffentlichungen in: DeS/De Suerländer, Heimatkalender für das kurköln. Sauerland, Bigge 1922, S. 52-54: Sauerländische Schilda [Prosa] – ebd. 1941, S. 52f.: Alte Kriegs- und Soldatenlieder aus Mark und Sauerland [Sekundärlit.] – ebd. 1942, S. 170: Ower dai Dauwind; Biu de Ansperger mol lösken wollen [Prosa] – ebd. 1952, S. 104: Sauerländisches Schrifttum in unserer Zeit [Literaturbericht]  – ebd. 1953, S. 86f.: Die Kartoffeln sind raus … Erntebräuche im Sauerlande [Prosa] – ebd. 1959, S. 120: Appatz kann’t Joicheln nit loten [Prosa] – ebd. 1962, S. 99f.: Fredeburger Anschläge [aus: "Westfälisches Schwankbuch“ 1922] – Sauerländischer Gebirgsbote 1915, S. 131f.: Plattdeutsche Volksrätsel der Grafschaft Mark – Westfälischer Heimatkalender 1948, S. 102f.: Dai Mann im bloen Kirel hiät äok seyne Ehre [hdt. Prosa; ndt. Spruchgut]Westfalen wie es lacht 1985 Rost 2001 Aanewenge 2006.

Herausgabe: Erzählungen zeitgenössischer Dichter. Leipzig 1912 (=Das Hausgärtlein 111/14) – Paul Kellers ausgewählte Erzählungen. 1912; 5. Aufl. 1924 – Adolf Kolping. Erzählungen und Schwänke. Saarlouis: Hausen 1913; 2. Aufl. ebd. [um 1921]; 3. Aufl. 1929 – Westfälisches Schwankbuch. Schnurren und Schwänke aus dem Volksmund Westfalens und dem Lippischen Lande. Dortmund: Lensing 1922. 122S. (ULB Münster, Lipp. LB Detmold, StB Essen) – Westfalenspiegel. Bücher zur Wahrung und Pflege heimatlicher Art in Schule und Haus. Bd. 1ff. Dortmund: Crüwell 1923ff. (StA Bielefeld, StB Essen, StLB Dortmund) – ferner folgende Lesebücher: Im Kinderland; Das goldene Tor; Die Schatzkammer; Mein Heimatland; Mein Vaterland; Kinderfreude; Die fröhliche Schar; Der bunte Tag; Der helle Ruf; Der große Ring; Unser Lesebuch.

Unselbständige Veröffentlichungen über Garthmann: O. Bitter: Heinrich Gathmann. Ein Leben für Jugend, Heimat und Buch [m. Bildn.], in: Sauerlandruf 1955, H. 2, S. 42-47 – Heinrich Gathmann †, in: DeS/De Suerlänner 1956, S. 122 – O. Bitter: Heinrich Gathmann zum Gedächtnis, in: Unser Sauerland 1956, H. 5, S. 33-36 – T. Tochtrop: Heinrich Gathmann zum Gedenken, in: Sauerland 1980, H. 1, S. 22.

Bildnis: Fotogr. (Abb. in: Rost 1990, Reprod. Ref. Lit. des LWL Münster).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. DLA Marbach: Brief an Cotta, 25.1.1915 – 2. Bad. LB Karlsruhe: Brief an Heinrich Hansjakob, 1919 – 3. Theatermuseum Köln (Nachlaß M. Grube): Brief an Max Grube, 26.8.o.J.

Nachschlagewerke: Kosch I, 1933 – Schulte-Heimatbund I, 1973, S. 141-330 – SHb-Chronik 1975 – Rost 1990 – Knorr 1995 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 429, Sp. 331 CKG-Dokumentation 2003 – Aanewenge-Leutegut 2006.

Aktualisiert nach Peter Bürger: Im reypen Koren. Ein Nachschlagewerk zu Mundartautoren, Sprachzeugnissen und plattdeutschen Unternehmungen im Sauerland und in angrenzenden Gebieten. Eslohe: Maschinen- und Heimatmuseum 2010.