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Anne Tölle-Honekamp

Geboren am 22. Mai 1896 in Borken als Anne Honekamp, Tochter eines Rektors. Von 1913 bis 1915 Besuch des Lehrerinnenseminars in Koblenz-Oberwerth. Anschließend war sie Volksschullehrerin in dem kleinen Eifeldorf Ochtendung bei Mayen (für ein Jahr), in Bocholt (1916-1921) und Wiesdorf am Niederrhein. Dort 1923 Heirat mit Hermann Tölle. Nach der Heirat schied sie aus dem Schuldienst aus. Nach 1933 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. Ihr Roman Die silberne Straße entstand 1942/1943 in Berlin. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Kauen und starb am 27. Juni 1944 in Neuhaus bei Paderborn.

Sie korrespondierte schon früh mit den Schriftstellern Gustav Falke, Richard Dehmel und Paul Keller. Gefördert wurde sie von Karl Wagenfeld und Wilhelm Uhlmann-Bixterheide, der sie in seinem Sammelwerk Westfalens Dichter und Erzähler erstmals einem größeren Publikum vorstellte. Weitere Bekannte waren Heinrich Luhmann und Friedrich Castelle. Eine nahe Freundschaft bestand zu Margarethe Windthorst, die ihre ersten literarischen Arbeiten betreute und mit der sie von 1913 bis 1923 im Briefwechsel stand.

Ihre besondere Aufmerksamkeit wandte Anne Tölle-Honekamp dem Rundfunk zu, der sich 1924 zum ersten Mal mit den Sendern Münster und Dortmund aus Westfalen im Äther meldete. Der Dichter Ernst Hardt, der Intendant der 1927 gegründeten Westdeutschen Rundfunk AG. Köln, gab der Schriftstellerin öfter Gelegenheit, mit Vorträgen, Lesungen, Hörfolgen und Hörspielen im Programm zu erscheinen. Auch in den Darbietungsfolgen anderer Sender war ihr Name zu finden. 1932 strahlte der "Vlaamsche Nationaal Radio Omroep" in Brüssel ihr Hörspiel "Schicksal auf Drähten" ("Central hier") aus. (Unser Bocholt 1961) Einige Gedichte wurde von Antanas Kruminas ins Litauische übersetzt, andere wurden von Otto Siegl, B. Grothe und Robert Ruthenfranz vertont.

Selbständige Veröffentlichungen: Zur Familienfeier. Das neue Glückwunschbüchlein für Erwachsene. Gedichte, ernste und heitere Vorträge, Aufführungen, Reden und ein Anhang telegraphischer Glückwünsche. Bocholt: Temming und Heilborn [1927]. 119 S. – Schicksal auf Drähten. Hörspiel o.J. – Schuster Sonntag erhält einen Einschreibebrief. Volksspiel. Berlin: Dt. Landbuchhdlg. [1934]. 44 S. (= Ländl. Laienspiele 5) [mit H. Tölle] – postum: Die silberne Straße. Dülmen: Laumann [1948]. 122 S. (ULB Münster, StA Bielefeld, KA Bocholt).

Hörspiele: Schicksal auf Drähten [Vlaam-sche Nationaal Radio Omroep, Brüssel, 1932] – zahlr. Hörspiele, Hörfolgen und Lesungen für den westf. Rundfunk.

Vertonungen: Liederzyklus. Vertont von R. Ruthenfranz.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Westmünsterland, Bocholt, 1, 1914, H. 12: Tod und Vergänglichkeit in der westfälischen mundartlichen Dichtung; Jg. 2, 1915, H. 9: Wenn du wiederkommst. Skizze; Jg. 3, 1916, H. 1: Neujahr 1916 [Ged.]; Forts. u.d.T.: Münsterland, Jg. 4, 1917, H. 5: Frühling [Ged.]; H. 10: Herbst [Ged.]; Jg. 5, 1918, H. 8: Siehst du [Ged.]; H. 9: Am Herdfeuer [Ged.]; Jg. 6, 1919, H. 3: Ein Märchen vom Frühling; H. 6: In einer Juninacht; Jg. 7, 1920, H. 2: Der Regen und meine Seele [Ged.]; H. 9/10: Meinem Schwesterchen [Ged.]; Jg. 8, 1921, H. 12: Winterabend [Ged.] – Die Bergstadt, Leipzig, Breslau, Wien, 1916 [Ged.] – Uhlmann-Bixterheide 1922: Der Schatten; Ged.: Tod; Gebet; Kirche; Dir, Nacht – Westf. Heimatkalender, Münster, 4, 1950: Einst – Mielert 1922: Am Herdfeuer; Winterabend [jew. Ged.] – Westfalenspiegel, Dortmund, 1954, H. 7: Wunsch. Gedicht.

Zeitgenössische Zeugnisse: Margarete Windthorst: Sehnsucht, du von Urbeginne. Eine Erinnerung an die westf. Dichterin Anne Honekamp, in: Jb. der Droste-Gesellsch., Münster, 2, 1948/1950, S. 310-318 [dass. in: Geliebtes Land 2, 1953, H. 6, Juni, S. 185-187; enthält die Ged.: Kleine weiße Amsel; Der Tod muß gut sein] – C. Tölle-Leifert: Begleiterin auf Märchenpfaden, Erinnerungen an meine Mutter Anne Tölle-Honekamp, in: Westfalenspiegel, Dortmund, 1954, H. 7, S. 20 [Fotogr.]; dies.: Der Tod ist eine ewige Brücke. Erinnerungen an meine Mutter Anna Tölle-Honekamp, in: Unser Bocholt 5, 1964, H. 5/6, S. 71.

Unselbständige Veröffentlichungen über Anne Tölle-Honekamp: Zwei Bocholter Schriftstellerinnen und eine Ordensfrau, in: Unser Bocholt 12, 1961, H. 3, S. 18 [Fotogr.] – Zünkler: Sehnsucht, du von Urbeginne. Zum 70. Geburtstag der westf. Dichterin Anne Tölle-Honekamp, in: Heimatborn 1966, S. 140 – Anna Tölle-Honekamp, in: Unser Bocholt 42, 1991, H. 3, S. 59.

Bildnisse: 1. Fotoslg. (KA Borken) – 2. Fotogr. (WLA Hagen).

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Weitere Handschriften in Westfalen: 1. StA Bielefeld: Briefe, 1921 – – III. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: Bibl. der Hansestadt Lübeck: Slg. Tölle: Erinnerungen an Gustav Falke, 13 Bl. mit Schreiben von Hermann Tölle, 5.10.1949, ein 1927 gehaltener Rundfunkvortrag seiner Frau; Zeitungsausschnitt aus: Neuer Westf. Kurier, Paderborn, vom 30.9.1949: Sehnsucht, Du von Urbeginne! – Ausz. aus einem Aufs. von Margarete Windthorst über Anne Honekamp im Jb. der Droste-Ges. 1949.

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg. – s. Denecke/Brandis, 2. Aufl. 1891, S. 380.

Nachschlagewerke: Uhlmann-Bixterheide 1922 [Kurzbiogr.] – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Kürschner: Nekrolog 1971 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1311, Sp. 408.