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Oskar Wöhrle

Oskar Wöhrle wurde als ältester Sohn eines Schuhmachers im elsässischen Saint-Louis geboren, besuchte seit 1904 die Schule in Colmar und begann eine Ausbildung zum Lehrer. Die in dem Lehrerausbildungsinstitut geforderte Diziplin brachte er aber nicht auf. Er flüchtete und begann ein Vagabunden- und Bohèmeleben, das ihn durch Frankreich und die Mittelmeerländer führte. Aus materieller Not schloss er sich der Fremdenlegion an, aus der er nach einer Verwundung desertierte und nach Saint-Louis zurückkehrte. 1911 trat er in die deutsche Armee ein, scheiterte aber wieder an den Anforderungen der Diziplin. Ein geregeltes Leben führte er erstmals als Journalist der literarischen Zeitschrift „Die Lese“ in München. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er als Elsässer der Spionage verdächtigt und meldete sich auf der Flucht vor der Polizei als Freiwilliger in seinem alten deutschen Regiment. Einen großen Teil des Krieges verbrachte er in Litauen, für dessen Geschichte und Kultur er sich sehr interessierte. Nach dem Krieg kehrte er ins Elsaß zurück, wo er als Deutscher des Betrugs verdächtigt wurde. Er floh nach Konstanz und gründete dort einen Verlag. Misswirtschaft und Inflation ruinierten ihn. Der Literaturpreis der Tschechoslowakei für seinen Roman „Jan Hus“ ermöglichte ihm für einige Monate den Aufenthalt in Prag, von dort ging er Anfang der dreißiger Jahre nach Berlin. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zwang ihn erneut zur Flucht über das Elsaß wieder nach Prag. 1937 kehrte er nach Süddeutschland zurück, lebte in Baden und floh 1944 noch einmal vor dem Krieg nach Basel. Er starb 1946 in Glotterbad im Schwarzwald an den Folgen der Diabetis, an der er seit langem litt.

Wöhrle begann seine schriftstellerische Laufbahn mit Gedichten aus seiner Vagabundenzeit vor dem 1. Weltkrieg, denen mehrere Gedichtbände folgten. Sein erster großer Erfolg war der Roman „Der Baldamus und seine Streiche“ 1912/1916, es folgten das „Sundgaubuch“ und der Roman über Jan Hus 1929.

Selbständige Veröffentlichungen: Der Baldamus und seine Streiche. Mit Einführung von G. Muschner. Buchausstattung von Carl Breuer. Stuttgart: Die Lese 1913 – Die frühen Lieder. Stuttgart: Schrader 1914 – Als ein Soldat in Reih und Glied: Gedichte. Berlin: Fleischel 1915 – Soldatenblut: Geschichten. Ebd. 1915 – Das Bumserbuch. Ebd. 1916; Konstanz [Hussenstr. 18]: See-Verlag 1925 – Ein deutscher Handwerksbursch der Biedermeierzeit : Auf d. Walze durch d. Balkan u. Orient. Nacherzählt von Oskar Wöhrle. [Bearb. von H. Schwerdt]. Stuttgart: Die Lese 1916 – Der Ring: Neue Lautenlieder. Gedichtet von Oskar Wöhrle, zur Laute gesungen von Fritz Jöde. Leipzig: Matthes 1917 – Vivat, du wackere Armee : Singlieder für d. Soldaten d. 10. Armee. [s. l.]: Zeitung d. 10. Armee 1918 – Der Baldamus und seine Streiche. Berlin: Der Bücherkreis, Berlin: [J. Ladyschnikow] 1927; Berlin: Der Bücherkreis, [Leipzig]: [Volckmar] 1931 – Das Vier-Männer-Buch: Erlebnisnovellen. Von Barthel, Jung, Scharrer, Wöhrle. Berlin: Der Bücherkreis 1929 – Querschläger: Das Bumserbuch. Aufzeichngn e. Kanoniers. Berlin: J. H. W. Dietz Nachf. 1929 – Das Rattennest: Roman. Dresden: Kaden & Comp. 1929 – Jan Hus: Der letzte Tag. Geschichtl. Roman. Berlin: Der Bücherkreis, [Leipzig]: [Volckmar] 1932 [Ausg. 1931] – Die Schiltigheimer Ernte: Gedichte. Strassburg, Rue des Francs-Bourgeois 5: Joseph Heissler 1934 – Kamrad im grauen Heer: Ein Soldatenbrevier. [Gedichte]. [Freiburg i. Br., Erwinstr. 84]: [O. Wöhrle] 1939; München: C. H. Beck 1940; Straßburg: Hünenburg-Verl. 1942  – Pömperles Ausfahrt in die Welt: Elsässische Novelle. Karlsruhe [Bismarckstr. 24]: Dt. Scheffelbund 1940 – Lustig ist das Landserleben: Neue Soldatenlieder. Zum Teil mit eigenen Singweisen. Freiburg: Freiburger Bücherstube [1940] – Die Schiltigheimer Ernte: Gedichte. Kolmar: Verl. Alsatia 1941 – Kaktüs un kei And: E-n-elsassisch Lustspiel in drei Uffzig un miteme Vorspiel. Ebd. 1941 – Das Sundgaubuch: Elsäss. Geschichten. Ebd. 1941 – Das Elsaß: Ein Hymnus. Bielefeld, Leipzig: Velhagen & Klasing. 1942 – postum: Der Baldamus und seine Streiche. Oskar Wöhrle. Mit einem Nachw. von Manfred Bosch und Guilleaume Platt. Karlsruhe: Braun 1992 – Das Drei-Elsässer-Buch. Morand Claden, Eduard Reinacher, Oskar Wöhrle. St. Ingbert: Röhrig 2007.