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Ferdinand-August Albert von Raesfeld

Geboren am 29. November 1855 in Dorsten. Besuch des dortigen Progymnasiums und des Gymnasiums in Coesfeld. 1874 Abitur. Studium an der Forstakademie Eberswalde. 1882/1884 Übernahme einer Forstverwaltung an der Wolga im südöstlichen Rußland. Er war anschließend Forstassessor in Bischofswald (Kreis Magdeburg) und in Meisenheim bei Koblenz. Seit 1887 Oberförster. Seit 1890 Leitung des Forstamtes Born auf dem Darß (Ostseehalbinsel). 1913 ließ er sich vorzeitig pensionieren, um in Italien, Frankreich und in der Schweiz sein Forstwissen zu erweitern. Seit 1915 Fortsetzung seiner jagdwissenschaftlichen Studien in Süddeutschland. Er unternahm Vortragsreisen und verfaßte ungezählte Aufsätze (Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984). Er starb am 6. Mai 1928 in Marquartstein/Oberbayern.

Ehrengrab durch den Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein im Darßer Revier.

Er galt als der Altmeister des deutschen Waidwerks und bedeutender Jagdklassiker der neueren Zeit (Kreyenborg 1955). Auf seine Anregung hin wurde 1935 ein deutsches Reichsjagdgesetz erlassen. Daneben widmete er sich in seinem erzählerischen Werk der Volkskunde des Münsterlandes.

Selbständige Veröffentlichungen: Das Rotwild. Berlin: Parey 1899. 394 S. (ULB Münster); 9 Aufl. 1899-1988 (StA Dorsten); unveränd. Nachdr. der Erstausg., Berlin, Parey, 1899, Singhofen: Parey-Zeitschr.-Verl. 1999; 9. Aufl. bearb. und erw. von K. Reulecke. Stuttgart: Kosmos 2003  – Die hohe Jagd. 5 Aufl. Ebd. 1899-1922 (StA Dorsten) – Das deutsche Waidwerk. Ein Lehr- und Handbuch der Jagd. Ebd. 1914. VIII, 575 S. (ULB Münster, Lipp. LB Detmold, StB Wuppertal-Elberfeld); 14 Aufl. ebd. 1914-1926 (StA Dorsten); unveränd. Nachdr. der Erstausg. Berlin, Parey, 1914, Hamburg: Parey 1996 – Im Wasgenwald. Ein Jäger- und Kriegsroman aus dem Grenzland. Neudamm: Neumann 1915 (StA Dorsten); 2. Aufl. ebd. [1919]. 325 S. – Hirschbrunn. Eine Erzählung aus dem Wald. 5 Bde. 1916 (= Grüne Bücher 26/30); 7. Aufl. 1920 (StA Dorsten Bd. 5) – Das Rehwild. Naturbeschreibung, Hege und Jagd. Berlin: Parey 1916. 550 S. (StB Wuppertal-Elberfeld); 9 Aufl. 1916-1985 (StA Dorsten); unveränd. Nachdr. der Erstausg., Berlin, Parey, 1906, Singhofen: Parey-Zeitschr.-Verl. 2000; 9. Aufl. bearb. und erw. von A. Hubertus Neuhaus und K. Schaich. Stuttgart: Kosmos 2003   – O Akademia. Ein fröhliches Buch von Jugend, Jagd und Liebe. Roman. Neudamm: Neumann [1918]. 333 S. (ULB Münster, StA Dorsten); Melsungen: Neudamm, Verl. von Neumann 2006 – Der Wiescherhof. Roman. 1., 2. Aufl. Ebd. 1919. 290 S. (StA Dorsten); 3. Aufl. [1919]. 290 S. (ULB Münster, StLB Dortmund) – Der weiße Hirsch, eine Romanze aus dem Schwarzwald. 1., 2. Aufl. Ebd. 1920 (= Grüne Bücher 15/20) (StA Dorsten, 2. Aufl.) – Die Hege in der freien Wildbahn. Ein Lehr- und Handbuch für Jäger und Jagdbesitzer. Berlin: Parey 1920. XII, 643 S. (ULB Münster, StB Trier); 5 Aufl. 1920-1989 (StA Dorsten) – Aus der Waidmannstasche. Jagdliche Zeit- und Streitfragen. Ebd. 1920. 230 S. (ULB Münster, ULB Düsseldorf); [Nachdr. der Ausg.] Berlin, Parey, 1900, Singhofen: Parey, Zeitschr.-Verl. 2005  – Aus jungen Tagen. Erinnerungen an Heimat und Jugend. Neudamm: Neumann 1920. 324 S. (Bibl. WHB Münster, ULB Düsseldorf, StA Dorsten); Neuausg. Stuttgart: Kosmos 2001  – Auf eigener und fremder Fährte. Erinnerungen aus einem Wald- und Waidmannsleben. Ebd. [1921]. 278 S. (StA Dorsten); 2. Aufl. 1921; 3. Aufl. 1922 – Die Brackenburg. Roman aus dem Westfälischen. Ebd. 1922. 286 S. (ULB Münster, StA Dorsten).

Unselbständige Veröffentlichungen in: div. Jagdzeitschriften.

Selbständige Veröffentlichungen über Raesfeld: A. Gautschi u. H. Suter: Ferdinand von Raesfeld: Leben, Wirken, und Werk eines Altmeisters des deutschen Weidwerks. Neumann-Neudamm 2006.

Unselbständige Veröffentlichungen über von Raesfeld: H. Kreyenborg: Ferdinand von Raesfeld. Ein Erinnerungsw. zu seinem 100. Geburtstag, in: Westf. Nachr., Münster, vom 28.9.1955; ders.: Ferdinand von Raesfeld, der letzte dt. Jagdklassiker, in: Die Glocke, Oelde, vom 1./2.10.1955 – D. Müller-Using: Ferdinand von Raesfeld. Leben und Werk, in: Zeitschrift für Jagdwissenschaft. Bd. 10, Heft 1. Hamburg 1964. S. 19-20 [Nachdr. in: Heimatkalender der Herrlichkeit Lembeck und Dorsten e.V. Bd. 53, Dorsten 1994, S. 37-45] – G. Falke: F. v. Raesfeld zum Gedenken, in: Wild und Hund. Berlin und Hamburg: Parey 1979 – H. Garriß: Ein Prophet gilt nicht im eigenen Lande. Ferdinand von Raesfeld zum 50. Todestag, in: Ruhr Nachrichten Dortmund, 6. Mai 1979 – M. Petrak: Ferdinand von Raesfeld. Ein Klassiker der Jagdliteratur, in: Ferdinand von Raesfelds: Aus jungen Tagen. Erinnerungen an Heimat und Jugend. (S. 251-263), Stuttgart: Kosmos 2001 – S. Diebäcker: Ein Mann der Jagd, in: Dorstener Zeitung. Dorsten, 28. September 2005.

Erwähnungen in: Westf. Literaturführer 1992, S. 43.

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: 1. DLA Marbach: Brief an Cotta, 6.4.1915; s. Denecke/Brandis, 2. Aufl. 1981, S. 290 – 2. StB München: Widmung (Ged.) Unterschr., 5.5.1854 – 3. Dt. Jagdmuseum, München [Autogr.].

Gedenkstätte: Von Raesfelds Geburtshaus, das Reischelsche Haus auf der damaligen Blindestraße in Dorsten, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sein Elternhaus befand sich seit 1866 in der Essener Straße 19. Gedenkstätte Ferdinand von Raesfeld, Dorsten, Barloer Busch, seit September 1993 mit einer Gedenktafel. Seit 1991 existiert ein Arbeitskreis Ferdinand von Raesfeld in Dorsten.

Nachschlagewerke: Kürschner: Nekrolog 1971 – Oberhauser 1983 – Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984 [Fotogr.] – Kosch, 3. Aufl., Bd. 12, 1990 – Hallenberger/van Laak/Schütz 1990 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1039, Sp. 74-79.