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Friedrich Wilhelm Otto von Reden

Geboren am 11. Februar 1804 auf Gut Wendlinghausen bei Lemgo als Sohn eines ehemaligen hannoverischen Oberstleutnants. Seine Mutter war die einzige Tochter des Freiherrn Adolf von Knigge. Schulbesuch in Detmold und des Gymnasiums in Lemgo bis 1820. Bis 1823 Jurastudium in Göttingen. Promotion zum Dr. jur. Er schloß hierauf ein weiteres Studienjahr in Cameral- und diplomatischen Wissenschaften an. Nach der Staatsprüfung war er seit 1824 im hannoverischen Staatsdienst Auditor (Referendar) und Assessor der Ämter Hameln, Westen-Thedinghausen und Hannover. 1832 Wahl zum Vertreter der Hoya'schen Provinziallandschaft in der Ersten Kammer der hannoverischen allgemeinen Ständeversammlung. Er nahm hier regen Anteil an der Gesetzgebung. Im Rahmen dieser Tätigkeit ausgedehnte Reisen. 1834 war er Mitbegründer des Gewerbevereins für das Königreich Hannover. Als 1837 König Ernst August von Hannover die Verfassung von 1833 aufhob, sprach R. als stellvertretender Generalsecretär der ersten Kammer seine Mißbilligung dieses Actes aus. Hierdurch zog er sich die Abneigung der Regierung in solchem Grade zu, daß ihm fernere Aussichten im Staatsdienste verschlossen erschienen. Die daher erbetene Entlassung [...] wurde [...] verzögert und erst nach mehreren Jahren ertheilt. (ADB). Er bewirtschaftete hierauf die väterlichen Güter und wandte sich verstärkt schriftstellerischer Tätigkeit zu. 1841 wurde er Direktor der Berliner-Stettiner-Eisenbahngesellschaft. Das persönliche Wohlwollen Alexander von Humboldts trugen ihm das Angebot ein, eine Universitätsprofessur für Staatswissenschaft anzutreten. Er zog jedoch eine Stellung im preußischen Ministerium des Äußeren vor, in dem er 1843 hauptsächlich mit industriellen und Handelsangelegenheiten befaßt war. Infolge seines Aufrufs vom März 1846 entstand der Verein für deutsche Statistik, dessen Zeitschrift er leitete. Neue Aufträge des Ministeriums führten ihn nach Ungarn. 1848 war er Mitglied der deutschen Nationalversammlung und 1849 Mitglied der Zweiten Kammer der hannoverischen Landesversammlung. Infolge seines politischen Verhaltens 1849 seines Amtes enthoben (Goedeke), kehrte er nach Frankfurt zurück. Seit 1854 lebte er in Wien, wo er am 12. Dezember 1857 starb.

Pseudonym: Wi(e)mund.

Selbständige Veröffentlichungen: Die Abtei St. Vincent. Geschichtliche Sage aus der Zeit der Königin Elisabeth von England. 2 Bde. Göttingen 1825 [dt. Bearb. einer engl. gesch. Sage] – Novellen. Zerbst 1829 – Ueber den Mehlhandel Deutschlands nach Amerika. Hannover 1838 – Der Leinwand- und Garnenhandel Norddeutschlands. Hannover: Helwing 1839 – Kultur-Statistik des Königreichs Hannover. Hannover 1839 – Das Kaiserreich Russland, Statistisch-geschichtliche Darstellung seiner Kultur-Verhältnisse, namentlich in landwirthschaftlicher, gewerblicher und kommerzieller Beziehung. Berlin: Mittler 1843 (ULB Münster) – Deutsches Eisenbahn- und Dampfschiffbuch. Ein Taschenbuch für Reisende. Mit 1 Karte. Berlin: Gumprecht 1845 – Deutsches Eisenbahnbuch. Ein Taschenbuch für Reisende, Aktienbesitzer, Eisenbahnbeamte, Gasthalter, Kauf- und Geschäftsleute aller Art. 2., verm. Aufl. Danzig: Gerhard 1846 – Allgemeine vergleichende Handels- und Gewerbe-Geographie und Statistik. Berlin 1844; Übers. ins Frz. und Holl. – Denkschrift über die österreichische Gewerbe-Ausstellung in Wien, deren Verhältnis zur Industrie des deutschen Zollvereins und die gegenseitigen Handelsbeziehungen. Berlin: Schröder 1846; Übers. ins Frz. – Cultur-Statistik der Großstaaten Europa's. Berlin 1847f. – Statistik von Europa. o.O. [um 1852]. 376 S. (Wirtsch. und Sozialwiss. Sem. der WWU Münster) – Allgemeine vergleichende Finanzstatistik. 2 Bde. Darmstadt 1851-1856 – Die Staaten im Stromgebiete des La Plata, in ihrer Bedeutung für Europa. Grundlage von Vorträgen im Geografischen Verein zu Frankfurt a. M. Darmstadt: Jonghaus 1852. VII, 104 S. – Frankreichs Staatshaushalt und Wehrkraft unter den letzten vier Regierungsformen. Eine statistische Skizze. Darmstadt: Jonghaus 1853. 42 S. – Gewerbs- und Verkehrs-Statistik des Königreichs Preussen. 3. Bde. Darmstadt 1853 – Ost-Europa. Kampf-Gebiet und Sieges-Preis in geschichtlich-statistischer Darstellung. 2 Bde. Frankfurt a. M.: Volcker 1854, 1856 – Staatshaushalt und Abgabenwesen des preußischen Königsstaats. Darmstadt: Jonghaus 1856 – Boden und Bodenbenützung im Kaiserstaate Oesterreich. Wien 1857 – Die jetzige Aufgabe der Statistik in Beziehung zur Staatsverwaltung. 2. Aufl. Wien 1857 – weitere statist. Abhandlungen.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Frisia 1842-1846.

Zeitgenössische Zeugnisse: Alexander von Humboldt an Reden, in: Biographische Umrisse der dt. constituierenden Nationalversammlung zu Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. 1849, S. 234 – Karl Biedermann: Erinnerungen aus der Paulskirche. Leipzig 1849.

Unselbständige Veröffentlichungen über Reden: Gemeinnütz. Blätter für das Königreich Hannover 1826-1834 – Weissensee'r Allg. Unterhaltungsbl. 1836-1857 – Minerva 1845-1854 – C. von Wurzbach: Biographische Skizze der vorzüglichsten, in Wien versammelten Statistiker, in: Leipziger Illustr. Ztg. 1858, Nr. 760 – Le Baron de Reden, in: Extrait de l'annuaire historique et biographique. Souverains et personages dinstingués de diverses nations – Biogr. Skizze, in: Jb. der kaiserl.-königl. geolog. Reichsanstalt 8, 1858, S. 811; Jg. 9, 1859, S. 136.

Erwähnungen in: Parlaments-Album. Autographirte Denkblätter der Mitglieder des ersten dt. Reichstages. Frankfurt a. M. 1849, Blatt 114 – H. Laube: Das erste dt. Parlament. Leipzig 1849, Bd. 3, S. 7 – Neue Münchner Ztg. vom 23.12.1849, Abendbl., S. 1230 – Didaskalia 1857, Nr. 304 – Frankfurter Konversationsbl. 1857, Nr. 306, S. 1223 – Europa 1858, Nr. 2, Sp. 63 – Austria. Oesterr. Universal-Kalender 1859, S. 92.

Bildnis: 1. Holzschnitt, der ihn in der Gruppe der Statistiker zeigt [Abb. in: Leipziger Illustr. Ztg. 1858, Nr. 760] – 2. Porträt [Abb. in: Brustbilder aus der Paulskirche. Leipzig 1849].

Nachlaß, Handschriftliches: 1. UB Heidelberg: Brief an K.J.A. Zittermaier, 18.5.1850 – 2. Bad. LB Karlsruhe: Brief an Eduard Wendt, 1844 – 3. UB Bonn: Briefe; Albumeintrag; Parlamentsantrag vom 12.10.1848 – 4. UStB Hamburg: Brief an das Präsidium der Reichsversammlung, 8.10.1848 – 5. Kestner-Museum, Hannover: Briefe, u.a. an H. Harrys – 5. StLB Dortmund: Brief von Ernst von Bodelschwingh – 6. DLA Marbach: 14 Briefe von Georg von Cotta (1845-1856); 26 Briefe an Cotta (1845f.) – 7. UStB Frankfurt a. M.: 5 Briefe an F. Jucho.

Nachschlagewerke: Gelehrtes Berlin 1845 (1846) – Wurzbach-Tannenberg, Bd. 25, 1889 – ADB, Bd. 27, 1888 – Eckart 1891 – Goedeke, 2. Aufl., Bd. 10, 1913 – Rothert, Bd. 2, 1914 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 12, 1990 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1006, Sp. 69-81; N.F. Fiche 1049, Sp. 85.