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Moritz Leopold Petri

Geboren am 2. (1.?) Juni 1802 in Lage als Sohn eines Justizbeamten. Besuch des Gymnasiums in Detmold. Er wurde hier von Christian Friedrich Falkmann gefördert. Freundschaft mit Christian Dietrich Grabbe, die bis zu Grabbes Tod andauerte. Von 1820 bis 1824 Jurastudium in Göttingen, Jena und Leipzig. 1824 Ernennung zum Auditor (Gerichtsreferendar) des Fürstlichen Hofgerichts in Detmold, er ließ sich jedoch für ein halbes Jahr beurlauben und unternahm, nachdem er schon als Student den größten Teil Deutschlands durchwandert hatte, eine Reise über Brüssel nach Paris und weiter durch Frankreich und Oberitalien und kehrte über Wen, Prag und Dresden im Herbst nach Detmold zurück. In den Jahren 1830 und 1834 Bildungsreisen nach Holland und England. Daß der große Wanderer auch viele Wanderfahrten durch seine lippische Heimat gemacht hat, ist uns zwar nirgends überliefert, doch seine große Kenntnis des lippischen Landes und Volkstums kann das bezeugen. Viele Hunderte alter plattdeutscher Sprichwörter, dazu Rätsel, Kinderlieder und andere Verse hat er als erster gesammelt und sie später in seiner Zeitschrift veröffentlicht. Von 1825 bis 1831 war er Syndikus in Lage und seit 1828 außerdem Assessor beim Hofgericht in Detmold, wohin er umzog. Im September 1833 Beförderung zum Justizkanzleirat, 1845 zum Geheimen Justizkanzleirat. Er starb am 28. Juli 1873.

Er ist der eigentliche Initiator und starke Motor des Lippischen Magazins gewesen, dessen Schriftleitung von 1835 bis 1848 in seinen Händen lag. (Zitate nach Süvern 1974)

Selbständige Veröffentlichungen: Festrede bei der Schließung des Grundsteingewölbes zum Hermanns-Denkmale, am 8ten September 1841. Detmold: Meyer 1841. 8 S. (Lipp. LB Detmold, StA Bielefeld); 3. Aufl. ebd. 1841 (Lipp. LB Detmold) – Das Detmolder Stadtbuch. Detmold: Meyer 1849. 47 S. (StA Bielefeld, Lipp. LB Detmold) – Beiträge zur besseren Würdigung des Wesens und der Bedeutung des Pusevismus durch Uebertragung einiger der wichtigsten betreffenden englischen Schriften nebst einer Einleitung. 2 Hefte. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1843f. – Zur Einfüh Shakespeares in die christliche Familie. Eine Gabe zunächst für Frauen und Jungfrauen. Hannover: Meyer 1868. V, 188 S.; 2., verm. Aufl. ebd. 1877 – ElementarLesebuch der englischen Sprache. Mit ausreichendem Wörterbuche und kurzgefaßter Sprachlehre. Hamburg, Gotha: Perthes 1842.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Lipp. Magazin 1, 1835, Nr. 3f., 12f.: Die Ziegelgänger [Aufs.]; Nr. 10: Bedenklichkeiten gegen das Heiraten. Aus der Mappe eines Junggesellen; Jg. 2, 1837, Nr. 8-15: Die Verfassung der Städte im Fürsten Lippe; Nr. 47: Charade; Jg. 3, 1838, Nr. 31: Räthsel; Jg. 6, 1841, Nr. 25f.: Beiträge, Branntweinstatistik mit Bezugnahme aufMäßigkeitsvereine; Jg. 7, 1842, Nr. 20-22, 39, 43; Jg. 13, Nr. 7-14, 16-19, 21-27, .37f., 41, 42: Volkslieder und Volkssprüche aus dem Lippischen [500 Sprichwörter, 38  Lieder, Rätsel und Abzählreime]; Nr. 44-59: Lippiflorum. Epos von dem Edelherren Bernhard II. zur Lippe; Nr. 49-51: Über die Vereine für vaterländische Geschichte und Altertumskunde in Deutschland, mit Bezugnahme auf die Verhältnisse unseres Landes, Jg. 8, 1843, Nr. 11-13, 24-26, 30, 43, 50-52: Die Soester Fehde [Verserz. des 1S. Jahrhunderts in nddt. Sprache]; Nr. 29-32: Über die Einführung eines Criminalgesetzbuches, besonders des Braunschweigischen, im hiesigen Lande [mit Th. Heldmann]; Jg. 9, 1844, Nr. 1, 2, 58: Rückblick auf die Geschichte des Fürstlich Lippischen Intelligenzblattes; Nr. 11: Rücksichten [Glosse über die Zensur]: Jg. 9-11: Rubrik: Glossen; Jg. 12, 1847, Nr. 2f.: Erinnerung an Engelbert Kämpfer und seine noch ungedruckten Schriften; weiterhin zahlr. Ged. und Aphorismen – Vaterländ. Blätter 1848, Nr. 21-25: Briefliche Mittheilungen über die politischen Verhältnisse in Frankfurt; Nr. 59: Adresse in Bezug auf die Mediatisierung unseres Landes.

Herausgabe: Lippisches Magazin für vaterländische Cultur und Gemeinwohl. Lemgo: Meyer 1835-1843 [1835-1839 mit Rudolf Brandes und Heinrich Schierenberg; 1840-1843 mit R. Brandes]; Forts. u.d.T.: Vaterländische Blätter. 3 Jge. Detmold: Meyer 1843-1849 [Red. A. Falkmann, E. Horrmann, B. Meyer] (Bibl. Germ. Nationalmuseums Nürnberg, Lipp. LB Detmold 1843-49) – Fürstlich Lippisches Regierungs und Anzeigen-Blatt. Detmold 1843ff. – Detmolder Bürgerblatt. Detmold: Meyer 1850f (Lipp. LB Detmold) – Georg Hamann. Schriften und Briefe. Zu leichterem Verständniß im Zusammenhange seines Lebens erl. und hg. Hannover. Meyer 1872-1874. 3 Bde. (ULB Münster).

Briefe: 28 Briefe von Christian Dietrich Grabbe, in ders. Werke und Briefe. Hist: krit. Gesamtausg. in 6 Bdn. Hg. von der Akad. der Wiss. in Göttingen. Bearb. von A. Bergmann. Bd. 5f. Emsdetten 1973, Nr. 108, 112f.,  349f., 369, 448, 487, 474, 488, 500, 532, 541, 551, 564, 568, 577, 622, 647, 674, 709, 716,719, .721, 726 – von Louise Christiane Grabbe: ebd., Nr. 676.

Unselbständige Veröffentlichungen über Petri: W. Süvern: Moritz Leopold Petri. Eine Würdigung zu seinem 100. Todestag, in: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde, 43 (1974). S. 167-220 – S. Brinkmann: Moritz Leopold Petri. Vorkämpfer des liberalen Bürgertums in Lippe?, in: Lippe 1848 - von der demokratischen Manier eine Bittschrift zu überreichen. Hg. von H. Pilzer. Detmold 1998, S. 223-227 – E. Kittel: März 1848 in Lippe. Das Tagebuch des Geheimen Justizrates Moritz Petri, in: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 67, 1998, S. 79-90.

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: nicht bekannt

Erwähnungen in: K. Meier-Lemgo: Geschichte der Stadt Lemgo. Lemgo 1962 – Süvern 174 [2 Bildn.] – s. auch die Literatur zu Christian Dietrich Grabbe.

Nachhschlagewerke: Lipp. Bibliogr., Bd. 1, 1957; Bd. 2, 1982 – Staercke 1936 – von Heydebrandt 1983.