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Arie Goral-Sternheim

Geboren am 16. Oktober 1909 in Rheda als Kind einer jüdischen Familie. Er wuchs in Hamburg-Hamm auf, Lebensmittelpunkt der (jüdisch-jugendbewegten) Jugend war das Hamburger Grindel-Viertel. In seiner Jugend schloß er sich der sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung an. Ausbildung zum landwirtschaftlichen Arbeiter im Kibbuz Cherut bei Hameln, Lehrling in einer kaufmännischen Firma, Praktikum in der Buchabteilung eines Kaufhauses. 1933 Auswanderung nach Frankreich, 1934 nach Palästina. Unter seinen verschiedenen Tätigkeiten – im Kibbuz, als Bademeister am Toten Meer – wurde die Beschäftigung als Museumsassistent in Tel Aviv für seine Zukunft prägend. Über Italien, wo er ab 1950 Kunst studierte, 1953 Rückkehr nach Hamburg, wo er als Schriftsteller, politischer Aktivist, Maler, Kunsterzieher, Sammler und Galerist lebte und am 23. April 1996 starb.

Initiator des Heinrich-Heine-Denkmals auf dem Rathausplatz in Hamburg. Er setzte die Benennung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg nach Carl von Ossietzky durch.

Selbständige Veröffentlichungen, Dokumentationen und Herausgaben: [Lyrik, veröffentlicht unter dem Autorennamen Walter A. Sternheim] Der neue Prometheus. Jerusalem 1942 – Der erste Tag. Ebd. 1942 – Die Geeinten. Ebd. 1942 – Notabene W.A.S.T. Ebd. 1942 – Das Wildpferd. Ebd. 1942 – Der Wanderer. Ebd. 1942/43 – Der Jäger, der Tod und die Lerche. Ebd. 1943 – Der Storchenzug. Ebd. 1943 – Ballade vom Kaliban. Ebd. 1944 – [unter dem Autorennamen Arie Goral] Hundepsalm. Hamburg: Selbstverlag 1959 [Manuskript] – Der Fall Hofstätter. Aus dem Leben eines Rechtssympathisanten. Hamburg 1963 – A. Paul Weber. Ein deutsches Mißverständnis. Hamburg 1977; acht weitere Aufl. – Rings und links um Dix! Dokumente aus 50 Jahren. Hamburg 1977 – Hommage à Beuys oder die Kunst der Unfuge. Hamburg 1977 – Heine-Denkmal-Initiative. 29. September 1979. Hamburg 1979 – Braucht Heine Hamburg? Heine à la Hamburg. Hamburg 1979 – Heines Rückkehr nach Hamburg. Hamburg 1980 [Katalog zu einer Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte vom 29.7.-19.8.1980 – Erinnerung an den 9. November 1938. Eine Dokumentation. Hamburg 1980 – Was man auch in Hamburg wissen konnte, wenn man wollte. Judenpogrom November. Hamburg 1980 – Vernichtung Ghetto Riga. Aufstand im Warschauer Ghetto. Hamburg 1980 – Hamburgs zwei ehemalige Heine-Denkmäler. Denkt der Senat an Heine in der Nacht... Zwei Dokumentationen anläßlich der von Arie Goral-Sternheim durchgeführten Heine-Denkmäler-Ausstellung im „Museum für Hamburgische Geschichte“. Hamburg 1980 – Kräwinkel und die Folgen. Hamburg 1980 – Was man auch in Hamburg wissen konnte, wenn man wollte. 2 Bde. 1980; 2. Aufl. 1988 – Der Hamburger Carl von Ossietzky. Hamburg 1982; Neuaufl. u.d.T.: Der Hamburger Carl von Ossietzky und das Gewissen der Stadt. Zum 100. Geburtstag am 3. Oktober 1889. Hamburg: Landeszentrale für polit. Bildung 1989 – Um Mitternacht. Dichtungen in der Zeit des Exils und nach der Rückkehr 1953. Hamburg: Neue Presse 1983 – Walter A. Berendsohn 1884-1984. Fall Walter A. Berendsohn 1933-1984. Zwei Dokumentationen anläßlich der von Arie Goral-Sternheim 1984 durchgeführten Berendsohn-Gedenkausstellung in der Stadt- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky. Hamburg 1984 – Ostjuden auf Wanderschaft. Transit Hafen Hamburg 1885-1938. Hamburg 1985, 1989 – Zur Geschichte des jüdischen Sozialismus. Anläßlich der Ausstellung „Geschichte einer verlorenen Welt“. Arje Tartakower. Hamburg 1985 – Festschrift zum 25. Jahrestag der Einweihung der Synagoge in Hamburg 1960-1985. Hamburg: Jüd. Gemeinde in Hamburg [1985] – Jiskor. Hamburger Juden Memento. Dichtungen. Hamburg: Raasch 1988; 2., erw. Aufl. 1991 – Heine, die Juden und die Weltbühne einst im Durchschnitt am Grindel. Hamburg: Heine-Buchhandlg. 1988 – Jeckepotz. Eine jüdisch-deutsche Jugend 1914-1933. Hamburg: VSA 1989; Hamburg: Lit 1996 [Vorw. von J.-P. Reemtsma; Abb.] – Im Schatten der Synagoge. Hamburg: Landeszentrale für polit. Bildung 1989; erw. Neuaufl. 1994 – Jüdischer Bestand und Widerstand in der Bundesrepublik Deutschland. Texte 1959-1989. Hamburg 1989 – KZ-Transit Theresienstadt. Bilder und Dokumente aus Ghettos und Lagern. Vorgestellt und kommentiert von A.G. Jüd. Museum Rendsburg. Vorgest. und kommentiert. Rendsburg: Rendsburger Kulturkreis 1991 – Hamburger Heiligengeist Felddomkantate Hundepsalm. Hamburg: Raasch 1992 – Krieg 1942-1992. Neuaufl. der 1944 in Jerusalem ersch. Gedichte von Walter A. Sternheim. Hamburg: Dölling und Galitz 1993 – An der Grenzscheide. Kein Weg als Jude und Deutscher? Münster, Hamburg: Lit 1994 [Abb.] – Gemälde, Gouachen und Radierungen aus dem Nachlaß. Jüdisches Museum Rendsburg und Dr. Bamberger-Haus. Rendsburg: Jüdisches Museum 1998 – zahlr. Flugblätter.

Unselbständige Veröffentlichungen in: (Auswahl) auditorium, H. 13, Febr. 1962: Kein Weg in Deutschland [auch in: Freie Jüdische Stimme vom 5.2.1980] – Freie Jüdische Stimme, Sept. 1979: Webers neue Kleider; April 1980: Achtung! Vorsicht! Brüderlichkeit! – H.M. Broder, M. Lang (Hg.): Fremd im eigenen Land. Juden in Deutschland. Frankfurt/M. 1979: Ich bin Jude, also bin ich – Hamburger Lehrer- und Referendarsztg. 1980: Gericht und Rechenschaft betr. Judenverfolgung und NS-Verbrechen-Prozesse – Pychologie und Gesellschaftskritik 1980, H. 1/2: Ein Bericht zum Fall „Hofstätter“ – Tribüne von 15.5.1981: Verfolgung und Widerstand – Kieler Rundschau vom 13.8.1981: Vom bitteren Marzipan der Lübecker Juden – Kultur für alle vom 11.5.1982: Salut für Hamburgs Heine redivivus – Jüdische Rundschau vom 5.8.1982: Ich frage an – Hamburger Rundschau vom 5.8.1982: Salut für Carl von Ossietzky – U. Naumann (Hg.): Lidice, ein böhmisches Dorf. Frankfurt/M. 1983: Wie ich Lidice erfuhr – Dt. Allg. Sonntagsblatt vom 6.3.1983: Das Verhängnis der Justiz [auch in: Jüd. Rundschau vom 24.3.1983] –taz, Hamburg, vom 5.4.1983: 1. April 1933. Der Judenboykott-Tag in Hamburg; vom 5.4. 1983: Ethik des Widerstands; 22.1.1985: Die Endzeit der Else Lasker-Schüler, gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem; 13.8.1985: Das Harakiri der Justiz oder Schuld und Sühne. Zum NS-Prozeß gegen Harri Schulz; 31.3.1988: Kauft nicht bei israelischen Juden...; 2.4.1988: Wie Hitler mir das Leben rettete; 29.6.1988: Auf der Flucht 1934: Endstation Marseille – 1933. Wege zur Diktatur. Staatl. Kunsthalle Berlin 1983: Sequenzen der Endlösung – V. Plagemann (Hg.): Industriekultur in Hamburg. München 1984: Salomon und Heinrich Heine. Eine jüdische Familiensaga – Kultur und Gesellschaft. Okt. 1984: Das unbekannte Exil. Anläßlich der Gedenkausstellung Walter A. Berendsohn in der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky – U. Hochmuth, P. Lorent (Hg.): Hamburg. Schule unterm Hakenkreuz. Hamburger Lehrerztg. Hamburg 1985: Walter A. Berendsohns Humanistische Front und zweifache Vertreibung – N. Asmussen: Der kurze Traum von der Gerechtigkeit. Hamburg 1986: Fazit eines wiedergutgemachten Judens [Vorw.] – Lemgoer Hefte 11, 1987: Lemgoer Kaleidoskop – Juden in Lemgo. Vergessene Bürger? Lemgo 1986: Vergessene Bürger. Juden in Lemgo – F. Trende (Red.): Streitfall Kunst-Geschichte. Kiel 1991: Juden in der Kunst, jüdische Kunst und ein jüdisches Museum.

Bibliographie: eine vollständige Bibliographie zu Arie Goral-Sternheim, erstellt vom Hamburger Institut für Sozialforschung, ist auf der Homepage der Arie Goral-Sternheim-Gesellschaft einsehbar, www.goral-gesellschaft.de.

Unselbständige Veröffentlichungen über Goral: M. Gretzschel: Auflehnen gegen das Vergessen. Ein Gespräch mit dem jüdischen Hamburger Maler und Schriftsteller Arie Goral, in: Hamburger Abendblatt vom 31.10.1994, S. 7 – Zum Tod des jüdischen Malers und Schriftstellers Arie Goral. Stimme wider das Vergessen, in: ebd. vom 25.4.1996 [Fotogr.] – Streitbarer Botschafter des Friedens. Deutscher, Jude, Sozialist und Skeptiker. Zum Tode von Arie Goral, in: Die Welt vom 26.4.1996 [Fotogr.] – K. Dohnke: Sein Weg als Jude und deutscher. Nachruf auf Arie Goral, in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte, H. 29, Juni 1996, S. 51-53 – T. Dörr: Von ferne ins Vergangene. Topologien der Erinnerung bei Arie Goral, in: Mittelweg 36, Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung 1, 2000, S. 28-36 – T. Dörr: Kindheitsexil. Goral in Westfalen, in: Jüdische Literatur in Westfalen. Hg. von H. Steinecke (Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen 4). Bielefeld 2002, S. 101-109 – H. C. Fennenkötter: Walter Sternheim - Arie Goral. Ein Jude "kehrt heim" nach Deutschland, in: Heimatblätter 82, 2002, S. 17-22 – W. L. Sternheim: Eine Reise in die Kindheit. Besuch im "Kaiser-Bazar" zu Lippstadt am Vorabend des Abbruchs, in: Heimatblätter 82, 2002, S. 9-16.

Nachlaß: Hamburger Institut für Sozialforschung, Hamburg: schriftlicher Nachlaß von Arie Goral-Sternheim (ca. 17 lfd. Meter): Artikel, Flugblätter, Broschüren, ca. 20 Eigen-Dokumentationen, rund 2000 Briefe. Sammlung von 2.500 Plakaten (Politische Plakate, Kunstplakate, Plakatkunst), Material- und Dokumentensammlungen zu verschiedenen Themen des Judentums und der Linken, persönliche Dokumente (erschlossen).

Handschriften: 1. Jüdisches Museum Frankfurt: der größte Teil der Bilder Arie Goral-Sternheims (mehr als 1500 Bilder)  – 2. Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Hamburg: Sitz der Arie Goral-Sternheim-Gesellschaft e.V., die dort die Arie Goral-Sternheim-Bibliothek unterhält (Goral-Sternheims umfangreiche Bibliothek, die sich mit Themen des Judentums befasst, Schriften sowie 60 Bilder)

Sammlungen: 1. Jüdisches Museum Rendsburg: Bildersammlung (ca. 120 Bilder)– 4. StB München: Sammlung Max Stefl (1 Brief, 2 Briefkarten) – 5. SUB Hamburg: Zeitungsausschnittslg. – 6. StA Hamburg: Zeitungsausschnittslg. – 7. StLB Dortmund, Personenslg.: Zeitungsausschnittslg.

Nachschlagewerke: Lipp. Bibliographie 1987ff. – Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1998 – Datenbank www.juedischeliteraturwestfalen.de – Dt. Bibliothek.