Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Gans eine außergewöhnliche Familie


Freuchen Gans war nicht nur eine ungewöhnliche Frau sie stammte aus einer Familie mit bedeutenden Persönlichkeiten.

Ihr Großvater Salomon Gans, geboren in Lippe, war wohl der erste Jude Westfalens, der einen Familiennamen trug. Er wurde zum Begründer einer Familientradition, die bedeutende Rabbiner, Gemeindevorsteher, Gelehrte, Bankiers und Hofjuden diesen Begriff im Glossar nachschlagen hervorbrachte; zu seinen Nachfahren gehörte auch Heinrich Heine.

Freuchens Vater Josua Seligmann Gans erwarb 1579 das Aufenthaltsrecht in der Stadt Minden für die sehr hohe Summe von 1.000 Talern, was für großen Wohlstand der Familie spricht.
Grabstein des David Gans in Prag David ben Salomon Gans' Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Prag.
Foto: Jüdisches Museum Westfalen

Weltberühmter Gelehrter in Prag


Salomons Sohn (und Freuchens Onkel) David Gans (15411613), wahrscheinlich in Lippstadt geboren, wurde als Gelehrter in Prag weltberühmt. Er war ein Vorbild der Juden seiner Zeit wegen seines modernen Wissen und europäischen Horizonts, kompetent nicht nur in religiösen Fragen, sondern auch in Geschichte, Mathematik, Geographie und Astronomie.

Nach dem Studium in Bonn und Frankfurt bildete er sich bei Rabbinern in Krakau und Prag; sein Lehrer war der bekannte Rabbiner und Talmudgelehrte Juda ben Bezalel Liwa, genannt Rabbi Löw, der oft mit der Sage vom Golem in Verbindung gebracht wird.

Frei von Dogmen und religiösen Schranken


David Gans stand auch in Verbindung mit den Astronomen
Johannes Kepler und Tycho de Brahe und veröffentlichte unter anderem 1592 "Zemach David" eine in mehreren Sprachen weit verbreitete zweibändige jüdische Weltchronik. Er beobachtete und analysierte in diesem Werk Reformation und Religionskriege; seine Urteile über die christlich-jüdischen Beziehungen und die christlichen Herrscher machten sich von Dogmen und religiösen Schranken frei, fielen aber oftmals etwas beschönigend aus.