LWL-Industriemuseum

Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Museumspädagogin Annette Kritzler besichtigt mit Teilnehmern des Projektes "Auf die leichte Tour" das Schiffshebewerk

Auf die leichte Tour. Kulturelle Teilhabe im Museum

Kooperation mit der Diakonie Recklinghausen


Akteure und Idee

Unter dem Motto „Auf die leichte Tour“ entwickeln das LWL-Industriemuseum und das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen gemeinsam mit ihren Mitarbeitern und Teilnehmenden aus dem Kreis der Diakonie museumspädagogische Angebote in leichter Sprache.


Kulturinteressierte Menschen mit kognitiven, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen aus dem Kreis der Diakonie erarbeiten zusammen mit Museums-, Theater- und Rehabilitationspädagogen ihre eigenen inklusiven Konzepte für handlungsorientierte Angebote. Themen sind...

  • ...die Geschichte der Binnenschifffahrt,
  • ...die Funktionsweise des Hebewerks
  • ...die Freizeit am Kanal. 

Mit Unterstützung der Pädagogen entwickeln sie eigene Vermittlungsformate und werden zu Gästebegleitern ausgebildet.

Auch die historischen Binnenschiffe werden der Gruppe vorgestellt
Teilnehmer des Projektes "Auf die leichte Tour" entwickeln gemeinsam Konzepte als Gästebetreuer im Schiffshebewerk

Ziele und Gewinn

„Auf die leichte Tour“ ist darauf angelegt, Barrieren im LWL-Industriemuseum in Richtung Inklusion zu verändern und Angebote in den Bereichen Bildung, Freizeit, Rehabilitation und Arbeit so zu gestalten, dass inklusive und partizipative Teilhabe ermöglicht wird. Die Teilnehmenden aus dem Kreis der Diakonie erwerben Kulturkompetenz, verbessern rhetorische Fähigkeiten und Körpersprache. Ihre Kreativität und ihr Selbstbewusstsein werden gestärkt.

Für das LWL-Industriemuseum bietet sich die Chance, seinen Bildungsauftrag in Richtung Inklusion weiterzuentwickeln. Die enge Zusammenarbeit mit der Diakonie gibt wichtige inhaltliche und methodische Impulse für die museale Arbeit. Die Teilnehmenden bringen als „Experten in eigener Sache“ ihre Perspektive ein und ermöglichen es dem Museum so,  Inhalte und Exponate verständlicher zu vermitteln und Barrieren abzubauen.

Die Museumsgäste begegnen den Menschen mit Beeinträchtigungen als Gästebegleitern  im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg. Die neuen inklusiven Angebote stehen insbesondere der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen zur Verfügung. Menschen mit Beeinträchtigungen haben die Möglichkeit, sich bei einem Besuch des Museums ihren Bedürfnissen entsprechend durch die neuen Gästebegleiter beraten und begleiten zu lassen.

Insgesamt entwickeln sich alle Akteure im Projektprozess – Teilnehmende und Anleitende seitens der Diakonie und des LWL-Industriemuseums – weiter. Das Verständnis für die Perspektive des anderen Menschen wächst. Der Umgang mit der individuellen Disposition jeder einzelnen Person wird selbstverständlich. Vorurteile werden abgebaut, an die Stelle tritt gegenseitige Akzeptanz, mit anderen Worten: gelebte Inklusion. Das Projekt ebnet so über Kulturinteresse und Freizeitgestaltung einen wichtigen Weg für eine inklusive Gesellschaft, die die individuellen Bedürfnisse, Werte und Kompetenzen jedes Einzelnen anerkennt und nicht nach Handicaps und Defiziten fragt.

Methode

"Auf die leichte Tour" bezieht Menschen mit Beeinträchtigungen als „Experten in eigener Sache“ in die Entwicklung von speziellen Programmen mit ein. Dabei steht nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem der Prozess der Zusammenarbeit als Team im Vordergrund. Die Ausbildung zum Gästebegleiter ist ein Qualifikationsangebot. Personenzentrierung, Selbstbestimmung und Partizipation sind die Leitlinien der Projektarbeit, unterstützt durch den Einsatz professioneller rehabilitationspädagogischer und museumspädagogischer Didaktik und Methodik.