Insgesamt 1.600 Schüler aus 30 Städten des Reviers haben im Kulturhauptstadtjahr bei der "Helden-Werkstatt" mitgemacht. Auf der Henrichshütte Hattingen präsentierten sie mehr als 250 kreative Arbeiten in einer eigenen Ausstellung

Schulen

Das LWL-Industriemuseum und seine Partnerschulen ergänzen sich bei der Vermittlung von Informations-, Kultur- und Urteilskompetenzen in ihren Bildungsaufträgen.

Die systematische und auf Dauer angelegte Kooperation beider Institutionen, die über das Engagement Einzelner hinausgeht, etabliert eine strategische Bildungspartnerschaft in einer Kommune oder einer Region. Gleichzeitig eröffnet die Bildungspartnerschaft Museum und Schule eine Perspektive im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Museumsangeboten bzw. Unterrichtsstrukturen. Die Kooperationen können projektorientiert, zeitlich befristet oder auch unbefristet abgeschlossen werden und richten sich nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Partner.


Bocholt
St. Josef-Gymnasium (Kapu)

Seit 2013 arbeiten das TextilWerk Bocholt und das Kapu projektorientiert zusammen. Im Mai 2014 wurde daraus eine unbefristete strategische Partnerschaft, die Schule und Museum öffnete und die kulturelle Zusammenarbeit verstärkte. Das Kapu kann so seinen Unterricht noch praxisnaher gestalten. In den Fächern Geschichte, Erdkunde und Kunst bieten Themen wie Industrialisierung, Globalisierung und textiles Gestalten Anknüpfungspunkte an den außerschulischen Lernort. Sie münden in innovativen Präsentationsformaten wie Schülerausstellungen und History Slams im Museum. Insbesondere in der Berufsfindung bietet das Museum Orientierungsmöglichkeiten in Feld der Kultur und Textilindustrie.
 

Bocholt
Overbergschule, Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung
 

Die Overbergschule Bocholt kooperiert seit 2014 im Rahmen der MuseobilBOX zusammen mit dem TextilWerk Bocholt und dem Förderkreis Westfälisches Industriemuseum Bocholt. Im Sinne des Förderprogramms „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums bilden die drei Partner mit ihrem Projekt „TextilLaB“ ein starkes Bündnis für Bildung.
 

Castrop-Rauxel
Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) 

Seit 2008 kooperieren das Adalbert-Stifter-Gymnasium Castrop-Rauxel und das LWL-Industriemuseum immer wieder projektorientiert an verschiedenen Standorten des LWL-Industriemuseums miteinander.

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 beteiligten sich Schülerinnen und Schüler mit Sandsteinskulpturen an der großen Mit-mach-Schülerausstellung HELDEN-Werkstatt in der Henrichshütte Hattingen. In den Jahren 2011 bis 2015 nahmen Klassen und Kurse regelmäßig an den Wandelkonzerten auf Zeche Zollern in Dortmund, im Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop, auf Zeche Hannover in Bochum und in der Henrichshütte in Hattingen Teil.

2016 starten die Planungen für eine unbefristete Kooperation in den Fachbereichen Deutsch, Erdkunde und Geschichte.
 

Datteln
Albert-Schweitzer-Schule
 

Die Albert-Schweitzer- Schule in Datteln arbeitet seit 2014 mit dem LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg und dem Jugendamt der Stadt Datteln im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums zusammen. Im Projekt „Meine Schiffskiste“ gestalten die Kinder in ihrer Freizeit eine MuseobilBOX. Das Bündnis für Bildung in Datteln ist ein wichtiger Baustein in der lokalen Bildungslandschaft.
 

Dortmund
Droste-Hülshoff-Realschule (DHR)

Die Kooperation begann mit der gemeinsamen Erarbeitung einer Unterrichtsreihe für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 zum Thema Steinkohle im Fach Geografie. Daraus entwickelte sich eine dauerhafte Kooperation, die mehrere Bausteine enthält.

Die Bezirksregierung Arnsberg und die Schulleitung der Droste-Hülshoff-Realschule stellen jedes Jahr einen Lehrer für vier Wochenstunden frei, um die Kooperation mit dem Museum aktiv und lebendig zu gestalten. Dortmunder Realschulen können bei dem Geschichtslehrer jeden Mittwoch vormittag kostenlose Führungen über die Zechenanlage machen. Für die Klassen entstehen nur Eintrittskosten.

Seit 2015 nutzen die Geschichtslehrer der Droste Hülshoff-Realschule das Unterrichtsmodul Museumkompetenz für die Unterrichtsreihe Industrialisierung in der Jahrgangsstufe 8.

Darüber hinaus kooperieren DHR und Industriemuseum seit 2008 bei Großausstellungen des LWL-Industriemuseums:

  • 2010 im Kulturhauptstadtjahr zu den HELDEN in Hattingen
  • 2014 zu den Unterwelten in Dortmund

Von 2011 bis 2015 nahm die DHR mit ihrer Band jedes Jahr an der musikalischen Museumsreihe Ruhrgebietsklänge teil: Mit ihren selbst komponierten Stücken "Meer-Musik", "Fire-Trash-Water", "Fern der Heimat" und "Heart of Steel" brachten die jungen Schulmusikerinnen und Musiker vier der acht Standorte des LWL-Industriemuseums zum Klingen.


Köln
Dreikönigsgymnasium 

Das Dreikönigsgymnasium in Köln reist seit 2014 nach den Sommerferien für seinen Kennenlerntag für Fünftklässler mit dem Zug von Köln nach Hattingen. Dort erkunden sie mit dem Museumsmaskottchen „Ratte“ auf dem Museumsgelände, in der Ausstellung und dem Hochofenspielplatz „RackerWerk“ das Geheimnis des Eisens.


Recklinghausen
Hittorf-Gymnasium

Sechs Jahre lang, von 2008 bis 2014, kooperierten das LWL-Industriemuseum und das Hittorf-Gymnasium immer wieder projektorientiert miteinander. Lehrer und Schüler erarbeiten für die Großausstellung HELDEN im Kulturhauptstadtjahr 2010 in den Fächern Deutsch, Religion, Geschichte und Kunst eine Vielzahl von Exponaten für die Mit-mach-Ausstellung Helden-Werkstatt in der Henrichshütte Hattingen. 2013/2014 erarbeitete rund 500 Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ihrer Lehrer eigenständig das Unterweltenarchiv als künstlerische Intervention für die Ausstellung „Unterwelten“ auf Zeche Zollern in Dortmund.

2014 entschieden sich die langjährigen Bildungspartner ihre Zusammenarbeit in eine unbefristete Kooperation umzuwandeln, die das Museum strukturell fest und umfangreich im Schulprogramm verankerte. Seitdem arbeiten Schule und Museum, Lehrer und Museumspädagogen eng zusammen und fördern gemeinsam die Kulturkompetenz der Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe 5 bis zur Q 1. Dazu gehört

  • der Kennenlerntag der Fünftklässler im LWL-Industriemuseum,
  • das Unterrichtsmodul Museumskompetenz für die Schüler im Neigungsfach Deutsch kreativ des siebten Jahrgangs und im Wahlpflichtfach Kunst der Jahrgangsstufe acht,.
  • Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7-9 gestalten in Verbindung mit Sonderausstellungen eigene Werke, die im Format Hittorfer Salon Familie, Freunden und den Museumsgästen präsentiert werden.
  • Die Oberstufenschüler der Q 1 debattieren im Türmchengespräch über gesellschaftsrelevante Museumsthemen, wie "Gibt es einen gerechten Krieg?" oder die "Geschichte der Migration in Deutschland".
  • Jahrgangsstufenübergreifend nutzt die Schule das Museum für den MINT- Exkursion- oder Europatag.
  • Dem Hittorf-Gymnasium stehen im auf außerschulischen Ort Schiffshebewerk Henrichenburg ein MINT& Kunst-Klassenzimmer zur Verfügung.


Unna
Schillerschule (Grundschule)

2015 haben Lehrerinnen und Lehrer der Schillerschule in Unna zusammen mit Kuratoren und Museumspädagogen das museumspädagogische Programm „Zechenklänge – Geräuschwelten“ für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen auf der Zeche Zollern in Dortmund entwickelt. Dabei haben die Lehrer die speziellen Kompetenzen und Erfahrungen aus ihrer Grundschule in Unna-Massen eingebracht: Multimediales Lernen mit allen Sinnen in inklusiven, leistungsorientierten Kleingruppen. Im Testlauf hatten die Kinder so viel Spaß, dass sie die Audio-Texte für die Spielanleitung auf den Tablets selbst einsprechen wollten. Das Ergebnis ist die spielerische Erkundung der Zeche zwischen Geräuschmemory und Schnitzeljagd. Ausgestattet mit Lageplan, QR-Codes und Tablets ziehen die Kinder los und ordnen Klänge auf der Zeche historischen Objekten zu.

Künftig besteht die Kooperation aus regelmäßigen Museumsbesuchen der 3. und 4. Klassen in Dortmund, die Nutzung der „Zechenklänge“ und Lehrerausflügen an die Standorte des LWL-Industriemuseums.