Zeche Zollern

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Costurera con Violeta, 2016, Foto, Aquarell, Mischtechnik, 34x52 cm

28.8.2016 - 15.1.2017

TextilWerkstatt

Argentinische Arbeiterinnen in Skulpturen und Bildern von Cecilia Herrero-Laffin

2001 stand wegen der argentinischen Wirtschaftskrise eine Textilfabrik bei Buenos Aires kurz vor der Schließung. Engagierte Arbeiterinnen produzierten trotzdem weiter, und das Unternehmen überlebte diese kritische Zeit als Kooperative. Die Frauen der „Cooperativa de Trabajo Ex Textil San Remo“ sind das Herzstück eines Projektes von Cecilia Herrero-Laffin. Zwischen 2013 und 2015 fertigte die Malerin Skizzen, Videos und Fotografien der Frauen in ihrem Arbeitsumfeld an. Die Zeche Zollern präsentiert eine Auswahl von rund 30 farbigen Bildern und Skulpturen aus diesem Projekt.

Nohelia, 2014, Foto, Aquarell, Mischtechnik, 41x60 cm






Die künstlerischen Impressionen Herrero-Laffins geben ein realistisches Bild der Arbeitswelt argentinischer Textilarbeiterinnen wieder und sind gleichzeitig ein Dokument der letzen großen Wirtschaftskrise des Landes. In ihren Skulpturen und Bildern fängt die politisch und sozial engagierte Künstlerin die individuellen Geschichten von Arbeiterinnen ein und macht ihren Alltag öffentlich und greifbar.



 


Die Ausstellung schlägt aber auch eine Brücke zwischen Südamerika und dem Ruhrgebiet: Auch hier gab es über Jahrzehnte eine starke Bekleidungsindustrie. Zu Beginn der 1950er Jahre waren in  mehr als 50 Firmen über 6.000 Personen beschäftigt, meist angelernte und schlechte bezahlte Frauen. Die harten Arbeitsbedingungen der Frauen in Südamerika, die Herrero-Laffin darstellt, ähneln den Verhältnissen in den Betrieben des Ruhrgebiets in jener Zeit.

Joven trabajadora, 2016, Leinwand, Mischtechnik, 155x120 cm
Die Künstlerin Cecilia Herrero-Laffin

Cecilia Herrero-Laffin

1960 in Argentinien geboren, lebt Cecilia Herrero-Laffin heute in Bielefeld, reist jedoch regelmäßig zu intensiven Arbeitsaufenthalten in verschiedene Länder Lateinamerikas. Sowohl die Künstlerin wie auch ihr Werk sind von diesem Leben zwischen Lateinamerika und Europa geprägt. In ihren Arbeiten setzt sie sich vor allem mit Themen wie Ungerechtigkeit, Migration oder Frauenarbeit auseinander.

Ein Schwerpunkt in Herrero-Laffins künstlerischem Schaffen ist die großflächige und farbenprächtige Wandmalerei. Seit ihrem Studium an der Kunsthochschule „Nicolás Antonio de San Luis“ in San Luis, Argentinien (1977-1982), und der weltweit einzigen Kunstschule für Wandmalerei „David Alfaro Siqueiros“ in Managua, Nicaragua (1982-1984), arbeitete sie immer wieder in dieser Kunstform und hat international viele Projekte realisiert, darunter das Wandbild „Holocaust“ an einem Gebäude der Universität Hamburg.

Zu ihrer Arbeit sagt die Künstlerin selbst: „Ich möchte etwas bewirken, etwas bewegen, Menschen mit dem Betrachten zum Nachdenken anregen.“