Zeche Nachtigall

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Ansicht der Zeche Nachtigall auf einer handkolorierten Eisenbahnhkarte um 1850

Wiege des Ruhrbergbaus

Die Geschichte der Zeche Nachtigall

Die Zeche Nachtigall entwickelte sich aus einer 1714 erstmals erwähnten Stollenzeche. Sie ging 1832 vom handwerklichen zum industriell geprägten Bergbau über und entwickelte sich um 1850 zur leistungsfähigsten Zeche ihres Reviers. In den folgenden vier Jahrzehnten kam sie gegenüber den neuen Großschachtanlagen nördlich der Ruhr ins Hintertreffen und musste 1892 wie viele andere Bergwerke an der Ruhr den Betrieb einstellen.
 
In der Folge erwarb der Wittener Bauunternehmer Dünkelberg das Zechengelände und nutzte die verbliebenen Rohstoffe des Hettbergs zur Herstellung von Bausteinen. Einige Zechengebäude blieben erhalten, darunter das Fördermaschinenhaus und der markante Kesselhaus-Kamin. In einer neu errichteten Doppel-Ringofenanlage wurden fortan Ziegel gebrannt.
 
Nach Stilllegung der Ziegelei 1963 nutzen ein Schrotthandel und andere Kleinbetriebe das verfallende Gelände. 1970 stellte es die Stadt Witten als Monument des Bergbaus unter Denkmalschutz. Der Standort des LWL-Industriemuseums präsentiert heute die Frühphase der Industrialisierung im Ruhrtal, das als attraktives Erholungsgebiet und Reiseziel wieder zu seinen vorindustriellen Anfängen zurückkehrt.