Zeche Hannover

LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

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Wanderarbeit

Mensch - Mobilität - Migration

28.04.2013 bis 29.09.2013 - LWL- Industriemuseum Ziegeleimuseum Lage
22.11.2014 bis 15.03.2015 - LWL- Industriemuseum Glashütte Gernheim
26.03.2015 bis 19.07.2015 - LWL- Industriemuseum Zeche Hannover, Bochum
15.08.2015 bis 03.04.2016 - LWL Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg, Waltrop

 

Wenn der Spargel auf den Feldern zur Ernte ansteht, sieht man sie wieder: Kolonnen von Spargelstechern, die von früh bis spät auf den Feldern arbeiten und in Wohnwagen leben, solange die Saison läuft. Die polnischen Wanderarbeiter stehen für ein Phänomen, das heute genauso wie in der Geschichte zu beobachten ist. Den Gründen und Folgen der Arbeitswanderung damals wie heute geht die Ausstellung „Wanderarbeit. Mensch – Mobilität – Migration“ nach.

Die Ausstellung zeigt Arbeit als eine wichtige Triebfeder für Migration in Geschichte und Gegenwart. Damit verbindet sie die beiden Schwerpunktthemen des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover: Industriekultur und Migrationsgeschichte.

Die Ausstellung „Wanderarbeit“ setzt historische Wanderberufe in Szene und stellt ihnen aktuelle Berufsfelder entgegen: Scherenschleifer, Schausteller, lippische Wanderziegler und Heringsfänger, Amerika-Auswanderer, italienische Eismacher und Gastarbeiter aus Südeuropa stehen für die Wanderarbeit in der Geschichte. Als Arbeitsmigranten heutiger Tage werden osteuropäische Bauarbeiter, rumänische Pflegekräfte, Berufspendler und Flüchtlinge auf Lampedusa vorgestellt.

Ausstellung

Eines ist den Arbeitsmigranten damals wie heute gemeinsam: Sie wandern, weil ihr Beruf es erfordert oder weil sie in der Heimat nicht genügend Arbeit finden. Neben Armut, wirtschaftlicher Not, Karriereaussichten oder der Lust auf Abenteuer und Veränderung spielt heute auch immer öfter die Globalisierung des Arbeitsmarktes eine große Rolle. Die mobile Arbeitsgesellschaft hat heute viele Gesichter, gut qualifizierte Spezialisten in internationalen Konzernen müssen immer öfter für Monate, Jahre oder Jahrzehnte der Arbeit hinterher ziehen. Gleichzeitig entscheiden sich viele Menschen aufgrund des großen Gehaltsgefälles innerhalb Europas, ihre Heimat zu verlassen. Und hunderttausende von Menschen nehmen jeden Tag stundenlange Fahrten in Kauf, um Beruf und Wohnen in der gewünschten Umgebung in Einklang bringen zu können.

Unter dem Titel "Heimweh" geht es um die Geschichte der Gastarbeiter.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das Leben der Menschen und die Folgen der Arbeitswanderung für die Gesellschaft. Jede Abteilung greift zentrale Aspekte wie Aufbruch, Hoffnung, Angst, Heimat, Sehnsucht, Heimweh, Mobilität Fernweh, Flucht, Neubeginn oder Fremde auf und stellt sie in einen historischen und in einen aktuellen Zusammenhang.
Die Ausstellung blickt weit in die Geschichte und Gegenwart und stellt dabei auch Fragen an die Zukunft: Welche Folgen wird es für Familien und Freundschaften haben, wenn sich Arbeit weiter globalisiert? Was bedeutet die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa für Rumänen und Bulgaren? Wird sich die Konkurrenz zwischen unterschiedlich bezahlten Arbeitskräften in Europa und Asien noch weiter verstärken? Konkurrieren die polnischen Erntehelfer bereits mit noch günstigeren Arbeitern aus der Ukraine oder aus Aserbaidschan?

Exponate

Das Spektrum der Exponate reicht vom Fahrrad eines Scherenschleifers über das Spielkarussell eines Schaustellers, eine historischen Eismaschine bis hin zu angeschwemmten Habseligkeiten der Menschen, die versuchen, aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen und auf der italienischen Insel Lampedusa stranden.

Film- und Tondokumente zeigen das Leben der schlecht bezahlten Wanderarbeiter auf Baustellen in Deutschland und präsentieren die Erinnerungen von Gastarbeitern an ihre ersten Jahre in Deutschland.

Kein anderes Land übte auf deutsche Auswanderer eine so große Faszination aus die USA. Unter dem Titel "Aufbruch" thematisiert die Ausstellung dieses Kapitel.

Literatur

Katalog zur Ausstellung:


Buba, Mareike; Bönisch, Hendrik (Hrsg.): Wanderarbeit. Mensch - Mobilität - Migration. Historische und moderne Arbeitswelten. LWL- Industriemuseum, Klartext Verlag Essen 2013.

ISBN 978-3-8375-0957-1
EUR 14.95

Siehe auch Publikationen des Industriemuseums

Informationen und Kontakt

LWL-Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum

Tel.: 0234 6100-874
Fax: 0234 6100-869
E-Mail: zeche-hannover@lwl.org

www.zeche-hannover.de