Strangpresse

von den Bergedorfer Maschinenfabriken, Baujahr 1903

Stahl, 197 x 344 x 213 cm
WIM 2004/157

In Ziegeleien wurde mit Hilfe der Strangpresse der Lehm, das Rohmaterial für Ziegelsteine, zunächst verdichtet und dann durch das viereckige sogenannte Mundstück in Form gepresst. Von dem so entstandenen kontinuierlichen Lehmstrang konnten die einzelnen Ziegelrohlinge abgeschnitten, getrocknet und anschließend gebrannt werden.

In der Ziegelei Paulsen in Büsum, wo diese Strangpresse bis in die 1950er Jahre in Betrieb war, wurden die Ziegelrohlinge noch lange von Zieglern in Handarbeit aus dem Lehmstrang geschnitten.

Anderswo gab es aber bereits auch schon Maschinen, die das Abschneiden der Ziegelrohlinge erledigten. Durch die Mechanisierung der ursprünglich vollständig in Handarbeit hergestellten Ziegel wurde eine viel kostengünstigere industrielle Massenproduktion möglich, die eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung im Industriezeitalter war. Der Wegfall der Handarbeit brachte aber auch einschneidende Veränderungen für die ehemaligen Handwerker mit sich, die nun Industriearbeiter waren: lange, oft überlange Arbeitszeiten im Takt der Maschinen, die Kontrolle von Pünktlichkeit, Arbeitsdisziplin, aber auch neue Unfallgefahren.