LWL-Industriemuseum

Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

Menu

Dampflokomotive „Anna N.6“

von der Friedrich Krupp AG, Essen, Baujahr 1940

4,02 x 3,15 x Länge über Puffer 10,40 m, Gewicht 60 t
WIM 1988/6568

Die Dampflokomotive „Anna N.6“ ist eine Normalspur-Dampflokomotive, die 1940 unter der Fabrik-Nummer 2188/1940 von der Fried. Krupp AG in Essen gebaut wurde. Die Bauart der Dampflokomotive lautet Dn2t. Die Abkürzungen in der Bauartbezeichnung: D = vier miteinander gekuppelte Antriebsachsen im Hauptrahmen, n = Nassdampf, 2 = zwei Zylinder, t = Tender. Lokomotiven dieser Baureihe wurden zwischen 1935 und 1960 gebaut. Die Dampflokomotive hat eine Leistung von 700 PS, ihr Dienstgewicht beträgt 60 t.

Am 07.03.1941 wurde die Lokomotive an die Dynamit Nobel AG, Troisdorf, für deren Werk in Fürstenhagen geliefert und ging später an das Werk in Hessisch-Lichtenau. 1950 übernahm die Bergbau AG Lothringen die Lokomotive für die Zentralschachtanlage der Zeche Lothringen in Bochum-Gerthe als „Lok X“. 1972 ging sie dann an den Eschweiler Bergwerksverein (EBV) zur Grube Anna in Alsdorf (bei Aachen) und fuhr dort zunächst unter der Bezeichnung „Anna N.14“, später als „Anna N.6“. In das LWL-Industriemuseum wurde die Lokomotive 1989 übernommen.

Die Nutzung der Dampfkraft war eine entscheidende Voraussetzung für die Industrialisierung. Die ersten Dampfmaschinen dienten als Antrieb für Wasserpumpen. Sie halfen im Bergbau, das eindringende Grubenwasser abzupumpen. 1781 wandelte der englische Maschinenbauer James Watt die Pumpbewegungen der Dampfmaschine in eine Drehbewegung um. Damit wurde die Dampfmaschine zum universell einsetzbaren Motor der Industrialisierung. Nachdem 1800 der Patentschutz für die Watt’schen Maschinen erloschen war, verbreiteten sich die Dampfmaschinen zunehmend auch in Deutschland. Sie trieben nun mechanische Webstühle an. Im Bergbau half die Dampfkraft, die reichhaltigen, tief lagernden Kohlenschichten zu erreichen. Dampfgetriebene Gebläse ermöglichten die Eisengewinnung in Kokshochöfen. Die Dampfeisenbahnen erschlossen ab 1849 Rohstoffe und Absatzmärkte für die aufblühende Industrie des Ruhrgebiets. In der Schifffahrt setzte sich die Dampfkraft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts durch.