Mit viel Elan, großer Zielstrebigkeit und der erfolgreich geworbenen Unterstützung von vielen Seiten hat die "Museumsinitiative in OWL e.V." in nur gut zwei Jahren viel auf die Beine gestellt: eine Telefonumfrage zur Bekanntheit und Akzeptanz der regionalen Museen, die Entwicklung eines zeitgemäßen "Leitbildes" für die Museen in Ostwestfalen-Lippe, mehrere Fortbildungsmaßnahmen zur Qualitätssteigerung der musealen Arbeit, die Herausgabe eines 157 (!) Museen umfassenden Wegweisers und nun die vorliegende Broschüre "Industriekultur in Stadt und Land". Mit diesem Wegweiser ist ein weiterer Beleg geliefert für die Fruchtbarkeit des Mottos "Museen in Bewegung".

In Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Industriemuseum Ziegelei Lage wählte die Museumsinitiative rund sechzig Standorte in der Stadt Bielefeld und allen sechs Kreisen des Regierungsbezirks für diese Broschüre und einen Internetauftritt aus. Sie geben Auskunft über die vielgestaltige Technik- und Industriegeschichte und zugleich über die mit ihr verknüpften Veränderungen in der Arbeits- und Lebenswelt unserer Eltern und Vorfahren.

Die Broschüre "Industriekultur in Stadt und Land" leistet einen weiteren Beitrag zur historischen und zugleich touristischen Erschließung unserer Region: Hier liegt ein "Reiseführer" vor, der Geschichte am konkreten Objekt vor Ort er-fahr-bar, er-sicht-lich und be-greif-bar macht.

Ein zusätzlicher Reiz liegt darin, dass dieses regionale Netz konzeptionell eingebunden ist in ein NRW-weites Wegenetz, das nach dem "Jahr der Industriekultur 2000 in Nordrhein-Westfalen" aufgebaut wurde. Es lädt dazu ein, industrie- und technikgeschichtliche Prozesse in verschiedenen Regionen vergleichend gegenüberzustellen: hier in OWL die - trotz überschaubarer Lebens- und Wirtschaftsräume - ungewöhnliche Fülle an verschiedenen handwerklichen und gewerblichen Entwicklungslinien und dort - z. B. im Ruhrgebiet - die "Wegemarken" einer kontrastreich anderen Entwicklung, die spektakulären Großanlagen der Montan- und Schwerindustrie.

Ich wünsche der Broschüre eine entdeckungsfreudige Leserschaft, denn: Wer einen Schritt zurück geht in die Vergangenheit, sieht mehr von der Gegenwart und weiter in die Zukunft.

Andreas Wiebe
Regierungspräsident