Forschen und Lesen - Landschaft, Tiere, Gärten
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Der Arbeitsalltag der Menschen, ihre Lebensgestaltung und ihre Häuser sind ohne Landschaft und Tiere nicht vorstellbar.
Kulturlandschaft, Tierarten und Pflanzensorten sind einem historischen Wandel unterworfen und haben damit ihre ganz eigene Geschichte: Eine Einsicht, die sich seit den 80er Jahren wieder allgemein verbreitet hat.
Seit 1985 hat das WFM Detmold eine eigene Abteilung für Landschaftsökologie, ihr Wirken ist überall im Museumsgelände zu sehen.
Dargestellt werden die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen von Mensch und Landschaft. Hoflage und Hofgestalt, landschaftliche Umgebung und Wirtschaftsschwerpunkt spielten bereits in den Überlegungen der Gründer des Museums eine Rolle: Zwischen den einzelnen Hof-, Weiler und Dorfanlagen sind weitläufige Freiräume belassen worden, um die Kulturlandschaft darstellen zu können.
Auch die jeweilige geographische Lage wurde bei der Wiedererrichtung der historischen Gebäude berücksichtigt: Der Gräftenhof aus dem Münsterland findet sich in einer flachen, leicht ansteigenden Umgebung, während sich zum Beispiel das Sauerländer Dorf im Süden des Geländes in einer Talmulde erstreckt.
Feldgehölze und Hecken, Acker- und Waldflächen werden mit ihren regionalen Unterschieden gezeigt, beachtet werden auch der Anbau besonderer Kulturpflanzen, die Vermehrung alter Sorten – z.B. bei Obst - oder auch der Einsatz historischer Dünge- bzw. Bearbeitungstechniken. Neuland betreten wurde auch auch mit der Erforschung ländlicher Gärten. Galt „der“ Klostergarten lange Zeit als ihr Vorbild und Ursprung, so ergaben die Forschungen zur ländlichen Gartenkultur Westfalens völlig andere Ergebnisse. Sogar innerhalb einzelner westfälischer Teilregionen unterschieden sich die Gärten hinsichtlich Wegbelag, Einfriedung und Zuschnitt. Diese Fakten haben Einfluss auf die Gestaltung aller Museumsgärten.
Die Erforschung und Erhaltung bedrohter westfälischer Haustierrassen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Die Lippegans und das Bentheimer Schaf konnten vor dem völligen Verschwinden bewahrt werden. Seit 2001 züchtet das Museum selbst die seltenen Senner-Pferde.
