Bochum, Ruhr-Universität, Querforum Ost, G. Penker, 1966–71. Foto: LWL/Hanke.

Inventarisation von Garten- und Parkanlagen aus der Zeit nach 1945

Das Projekt „Inventarisation von Garten- und Parkanlagen aus der Zeit nach 1945“ zielt darauf ab, im Rahmen einer Literatur- und Archivrecherche mit nachfolgender Inventarisation und Dokumentation substanziell überkommener Anlagen den Kenntnisstand über historische Freiräume der Nachkriegszeit und der Postmoderne zu erweitern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden auch in Westfalen-Lippe zahlreiche private und öffentliche Freiräume, die von namhaften Gartenarchitektinnen und -architekten geschaffen wurden. Teils entstanden neue Anlagen, teils wurden bereits bestehende Gärten und Parks umgestaltet und entsprechend den gesellschaftlichen Anforderungen weiterentwickelt. Gärten und Parks dieser Zeit zeichnen sich durch eine zeitgenössisch moderne Formensprache, Pflanzen- und Materialverwendung aus. Mit den zugehörigen Bauten bilden sie Einheiten von hohem historischem Anschauungswert. Einige der bereits bekannten Freiräume aus dieser Zeit gehören schon heute zu den besonders wertvollen Zeugnissen des gartenkulturellen Erbes und sind als Denkmäler eingetragen.

Für den Gesamtbestand der nach 1945 geschaffenen Freiräume in Westfalen-Lippe wie auch für einzelne Anlagen stehen die freiraumhistorische Beschreibung, Deutung und vergleichende Bewertung noch aus. Dieses nachzuholen ist umso dringlicher, als noch erhaltene Anlagen einem hohen Veränderungsdruck unterworfen sind und für eine denkmalpflegerisch-konservatorische Begleitung dieser Prozesse wesentliche Informationen fehlen.

Die Forschungsergebnisse des Projektes sollen in einer Broschüre veröffentlicht werden, um damit die bislang eher unzureichende Wahrnehmung und Wertschätzung der zwischen 1945 bis in die 1980er-Jahre entstandenen Freiräume in der Öffentlichkeit zu verbessern und auf ihre spezifische Erhaltungsproblematik hinzuweisen.

Ansprechpartnerin Dr. Dorothee Boesler