Westfälisch-Lippischer Preis für Denkmalpflege 2013

Die Sanierung des Fachwerkhauses "Berenbom" wurde am 10. November in Steinfurt ausgezeichnet.

Das Fachwerkhaus "Berenbom" in Steinfurt erhielt den mit 7000 Euro dotierten Westfälisch-Lippischen Preis für Denkmalpflege. Dr. Regina Machhaus, die Eigentümerin des Baudenkmals, hatte sich Anfang des Jahres mit dem sanierten Gebäude um die vom Land NRW gestiftete Auszeichnung für vorbildlich instand gesetzte Denkmäler beworben.
Eine fachkundige Jury nahm eine Anzahl von Objekten in die engere Wahl und machte sich im Frühjahr vor Ort ein Bild vom Umgang mit den Denkmälern. Anschließend fiel die Entscheidung.

Das Gebäude "Berenbom" in Steinfurt wurde Ende des 16. Jahrhunderts ursprünglich als Speicherbau errichtet und später zu Wohnzwecken umgenutzt. In den Jahren von 2007 bis heute wurde das Baudenkmal unter großem Engagement der Eigentümerin umfassend saniert.

"Die Sanierung dieses kleinen Fachwerkhauses ist außergewöhnlich gelungen und erfolgte mit hohem persönlichen Einsatz und viel Eigenleistung der Eigentümerin", erläutert Dr. Barbara Seifen, zuständige Denkmalpflegerin des LWL. "Die geplante neue Nutzung als Ferienwohnung ermöglichte unkonventionelle Lösungen der Instandsetzung und größtmöglichen Erhalt der historischen Substanz", so Seifen weiter.

Künftige Übernachtungsgäste können sich auf eine regelrechte Zeitreise begeben. Das Gebäude vermittele von seiner Lage innerhalb der gut sichtbaren mittelalterlichen Strukturen des Stadtteils Burgsteinfurt über seine Raumstruktur und seine Einrichtung bis hin zu den Baumaterialien einen recht authentischen Eindruck von den Lebensumständen vergangener Zeiten, so das Urteil der Juroren.


Das Bild zeigt (von links) LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Dr. Gerard Jentgens, Preisträgerin Dr. Regina Machhaus, Andreas Hoge, Bürgermeister der Stadt Steinfurt, Jurysprecher Albert Simons von Bockum-Dolffs, Dr. Thomas Otten vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und Dr. Markus Harzenetter, Leiter der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, vor dem Fachwerkhaus „Berenbom“. Foto: LWL/Schwalm.

Starkes Engagement auch in Minden, Gronau, Ennigerloh und Beelen

In Minden haben die Eigentümer eines neogotischen Lagerhauses mit einer umfassenden Sanierung die Umnutzung zu Wohnzwecken möglich gemacht und gleichzeitig den Lagerhauscharakter des Baudenkmals erhalten. Dies würdigte die Fachjury mit einer besonderen Anerkennung. Das Gronauer Haus Göhler erstrahlt heute wieder im Glanz seiner Erbauungszeit. Hierfür erhielten die Eigentümer ebenfalls eine Anerkennung. Zwei weitere Anerkennungen gingen in den Kreis Warendorf. Die Mühlenfreunde Ennigerloh e.V. und der Verein DorfGut Beelen e.V. haben dort nach Ansicht der Juroren vorbildlich bewiesen, wie Denkmäler durch ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftliche Arbeit erhalten und wieder zum Leben erweckt werden können.

Hintergrund

Der Westfälisch-Lippische Preis für Denkmalpflege wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Rheinischen Denkmalpreis ausgelobt. Die Auslobung richtet sich an Denkmaleigentümer, die ein gefährdetes Denkmal vorbildlich instand gesetzt haben. Neben Albert Simons von Bockum-Dolffs, dem Sprecher des Auswahlkomitees, gehören Dr. Thomas Otten vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und Dr. Markus Harzenetter, Landeskonservator für Westfalen-Lippe, zur Jury. Hinzu kommen Vertreter der privaten Denkmaleigentümer, der Kirchen, der Unteren Denkmalbehörden, des Westfälischen Heimatbundes, von Hochschulen sowie Kultur-Journalisten. Die Preisverleihung fand am 10. November 2013 in der Großen evangelischen Kirche in Burgsteinfurt statt.

Pressemitteilungen zu den einzelnen Objekten können Sie hier nachlesen.


Bildergalerie zu den ausgezeichneten Denkmälern

Fotos: LWL/Dülberg.


Rückfragen beantwortet Cornelia Otto von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen unter der Tel.-Nr. 0251 591-3874 oder per Mail cornelia.otto@lwl.org