Rheinisch-Westfälischer Staatspreis für Denkmalpflege

Preisverleihung am 25. Februar 2018

Am 25. Februar wird im Erbdrostenhof Münster der mit 7.000 Euro dotierte Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege vergeben. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Landtag NRW werden den Preis zusammen mit Jury-Sprecher Albert Simons von Bockum-Dolffs im feierlichen Rahmen überreichen.

Im Frühjahr 2017 hat das Land Nordrhein-Westfalen den Preis ausgelobt, mit dem es den privaten und ehrenamtlichen Einsatz für gefährdete Baudenkmäler in Westfalen-Lippe auszeichnen möchte. Denkmaleigentümer konnten Bauten einreichen, die sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre vorbildlich instandgesetzt haben. Die Wettbewerbsbeiträge wurden von einer fachkundigen Jury geprüft, die zunächst eine engere Auswahl von Objekten ermittelt hat. Diese Favoriten wurden von den Denkmalexperten vor Ort besichtigt. Nach der Bereisung hat die Jury entschieden neben dem dotierten Preis auch fünf undotierte Anerkennungen zu vergeben.


Folgende Objekte sind nominiert:

  • die 1815 erbaute ehemalige Leibzucht des Gräftenhofs Meier zu Heepen in Bielefeld, den die NaturFreunde Bielefeld e.V. als Vereins- und Bootshaus nutzen und nun im Dach eine Kletterhalle eingebaut haben (Heeper Str. 364, 33719 Bielefeld);
     
  • die zuvor vernachlässigte ehemalige Kantorschule im direkten Umfeld der gotischen Dorfkirche in Heiden, die von der jungen Eigentümerfamilie in Eigenleistung zu Wohnzwecken umgebaut wurde (Kirchplatz 4, 32791 Lage-Heiden);
     
  • der vom neuen Eigentümer vor dem Abriss gerettete, gründlich erforschte und instandgesetzte Hof Grube in Lüdinghausen, mit einem auf das 16. Jahrhundert zurückgehenden Haupthaus und einem Speicher von 1823 (Tetekum 39, 59348 Lüdinghausen);
     
  • ein zehn Jahre lang leer stehendes kleines Vierständerhallenhaus mit Remise in Marienloh, das von den neuen Eigentümern weitgehend in Eigenleistung restauriert und durch einen rückseitigen Anbau bewohnbar gemacht wurde (Lütke Heide 7, 33104 Paderborn-Marienloh);
     
  • die in den 1960er Jahren erbaute ehemalige Pfarrkirche St. Johannes in Telgte, die durch eine Bürgerinitiative vor dem Abbruch gerettet wurde und für die alle Beteiligten eine neue Nutzung als Gemeindezentrum gefunden haben (Einener Straße 3A, 48291 Telgte);
     
  • ein Fachwerkbau aus dem 19. Jahrhundert mit rückwertigem Wirtschaftshaus aus Grünsandstein am Innenstadtrand von Werl, das vom fachkundigen neuen Eigentümer für Wohnzwecke instandgesetzt und umgebaut wurde (Melsterstraße 20, 59457 Werl).
Fotos: LWL/Brockmann-Peschel und Bewerber

Hintergrund

Der Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege wird jedes Jahr im Wechsel im Rheinland und in Westfalen ausgelobt. Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und  Baukultur in Westfalen organisiert den Preis in Kooperation mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben Albert Simons von Bockum-Dolffs, dem Sprecher der Jury, gehören auch LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger-Mertens und Ulrich Burmeister vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung  zur Auswahlkommission. Hinzu kommen Vertreter der Gruppe der privaten Denkmaleigentümer, der Kirchen, der Unteren Denkmalbehörden, des Westfälischen Heimatbundes und von Hochschulen.