Rheinisch-Westfälischer Staatspreis für Denkmalpflege

Favoriten im Wettbewerb um den Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege 2017 stehen fest

Sechs Denkmäler sind noch im Rennen um den mit 7.000 Euro dotierten Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege. Mit dem Preis, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung organisiert, prämiert das Land Nordrhein-Westfalen besonders vorbildlich instand gesetzte Denkmäler. Nun hat eine Jury aus den eingereichten Bewerbungen eine Auswahl für eine Bereisung und Besichtigung im September getroffen.


Folgende Objekte stehen nun in der engeren Wahl und werden von der Jury vor Ort begutachtet:

  • die 1815 erbaute ehemalige Leibzucht des Gräftenhofs Meier zu Heepen in Bielefeld, den die NaturFreunde Bielefeld e.V. als Vereins- und Bootshaus nutzen und nun im Dach eine Kletterhalle eingebaut haben (Heeper Str. 364, 33719 Bielefeld);
     
  • die zuvor vernachlässigte ehemalige Kantorschule im direkten Umfeld der gotischen Dorfkirche in Heiden, die von der jungen Eigentümerfamilie in Eigenleistung zu Wohnzwecken umgebaut wurde (Kirchplatz 4, 32791 Lage-Heiden);
     
  • der vom neuen Eigentümer vor dem Abriss gerettete, gründlich erforschte und instandgesetzte Hof Grube in Lüdinghausen, mit einem auf das 16. Jahrhundert zurückgehenden Haupthaus und einem Speicher von 1823 (Tetekum 39, 59348 Lüdinghausen);
     
  • ein zehn Jahre lang leer stehendes kleines Vierständerhallenhaus mit Remise in Marienloh, das von den neuen Eigentümern weitgehend in Eigenleistung restauriert und durch einen rückseitigen Anbau bewohnbar gemacht wurde (Lütke Heide 7, 33104 Paderborn-Marienloh);
     
  • die in den 1960er Jahren erbaute ehemalige Pfarrkirche St. Johannes in Telgte, die durch eine Bürgerinitiative vor dem Abbruch gerettet wurde und für die alle Beteiligten eine neue Nutzung als Gemeindezentrum gefunden haben (Einener Straße, 48291 Telgte);
     
  • ein Fachwerkbau aus dem 19. Jahrhundert mit rückwertigem Wirtschaftshaus aus Grünsandstein am Innenstadtrand von Werl, das vom fachkundigen neuen Eigentümer für Wohnzwecke instandgesetzt und umgebaut wurde (Melsterstraße 20, 59457 Werl).

Hintergrund

Der Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege wird jedes Jahr im Wechsel im Rheinland und in Westfalen ausgelobt. Die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und  Baukultur in Westfalen organisiert den Preis in Kooperation mit dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben Albert Simons von Bockum-Dolffs, dem Sprecher der Jury, gehören auch LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger-Mertens und Ulrich Burmeister vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung  zur Auswahlkommission. Hinzu kommen Vertreter der Gruppe der privaten Denkmaleigentümer, der Kirchen, der Unteren Denkmalbehörden, des Westfälischen Heimatbundes und von Hochschulen.