Rheinisch-Westfälischer Staatspreis für Denkmalpflege

Die Sanierung des Fachwerkhauses "Hof Hallenberg" wurde am 21. Februar ausgezeichnet.

Das Fachwerkhaus "Hof Hallenberg" in Hallenberg erhielt den mit 7.000 Euro dotierten Rheinisch-Westfälischen Staatspreis für Denkmalpflege. Jutta Pinzler und Jörg Schütte, die Eigentümer des Baudenkmals, hatten sich im Frühjahr 2015 mit dem sanierten Hof um die vom Land NRW gestiftete Auszeichnung für vorbildlich instand gesetzte Denkmäler beworben. 28 Denkmaleigentümer hatten sich für den Preis beworben, deren Baudenkmäler von einer fachkundigen Jury geprüft wurden. Die Denkmalexperten haben zunächst eine engere Auswahl von Objekten ermittelt, welche vor Ort besichtigt wurden. Nach der Bereisung hat die Jury entschieden neben dem dotierten Preis auch sechs undotierte Anerkennungen zu vergeben.  Am 21. Februar 2016 hat das NRW-Bauministerium zusammen mit dem Landtag NRW und Jury-Sprecher Albert Simons von Bockum-Dolffs den Preis im feierlichen im Erbdrostenhof in Münster verliehen.

Preisverleihung im Erbdrostenhof in Münster: Vordere Reihe von links nach rechts: Jörg Schütte und Jutta Pinzler (Eigentümer), Marcus Beckmüller. Hintere Reihe von links nach rechts: Dr. Holger Mertens, Landeskonservator, Leiter der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, Dieter Gebhard, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung und des LWL-Kulturausschusses, NRW-Bauminister Michael Groschek, Michael Kronauge, Bürgermeister der Stadt Hallenberg, Albert Simons von Bochum-Dolffs, Sprecher der Jury, Dr. Thomas Otten, Referatsleiter im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW.

Ackerbürgerhaus „Hof Hallenberg“

Das Fachwerkhaus im historischen Stadtkern von Hallenberg stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1818 grundlegend umgestaltet. Dank des vorbildlichen Engagements der neuen Eigentümer Jutta Pinzler und Jörg Schütte aus Köln, die das leer stehende Gebäude trotz finanziellem Risiko erwarben, aufwendig und sensibel saniert und zu einer Frühstückpension umgebaut haben, können heute Gäste die Geschichte des Gebäudes erleben. Die denkmalgerechten Umbauten erfolgten auf hohem technischen und handwerklichen Niveau. Die Liebe zum Detail und das Bemühen um den Erhalt der Originalsubstanz ist in allen Bereichen spürbar. Die starke finanzielle und ideelle Unterstützung des Vorhabens durch die Stadt und die Bürgerschaft ist beispielhaft.

Engagement auch in Borchen, Lübbecke, Nottuln, Rheda-Wiedenbrück, Schmallenberg und Soest

In Borchen (Kreis Paderborn) hat der Einsatz des Eigentümers und des Ortsvorstehers zur Erhaltung des Back- und Dörrhauses auf dem Gelände des ehemaligen Meierhofes geführt. Dies würdigt das Fachkomitee mit einer besonderen Anerkennung. Der letzte erhaltene Burgmannshof in Lübbecke (Kreis Minden-Lübbecke) wurden von seinem Eigentümer umfassend saniert und zur Kindertagesstätte und Fitnessstudio umgebaut. Für diesen beispielhaften Umgang mit seinem Baudenkmal erhält der Eigentümer ebenfalls eine Anerkennung. Mit hohem ideellen Einsatz hat die Eigentümerfamilie und der Förderkreis die Wassermühle Schulze Westerath in Nottuln (Kreis Coesfeld) komplett saniert und als Besuchermühle zugänglich gemacht. Dieses Engagement würdigten die Juroren mit einer Anerkennung. In Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) hat sich die neue Eigentümerin des Renaissance-Ackerbürgerhauses durch die vorbildiche Sanierung des Denkmals und seine innovative Nutzung als Pflegeresidenz verdient gemacht, so das Urteil der Jury. Zwei weitere Anerkennungen gingen an die Pfarrkirche St. Cyriakus in Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) und die Petrikirche in Soest für die behutsame und qualitativ hochwertige Restaurierung der mittelalterlichen Wandmalereien.

Hintergrund

Der Rheinisch-Westfälische Staatspreis für Denkmalpflege wird vom Land NRW gestiftet und alle zwei Jahre im Wechsel im Rheinland und in Westfalen ausgelobt. Prämiert werden besonders vorbildlich instand gesetzte Denkmäler. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) organisiert den Staatspreis in Kooperation mit dem NRW-Bauministerium. Neben Albert Simons von Bockum-Dolffs, dem Sprecher der Jury, gehören Dr. Thomas Otten vom Bauministerium und der kommissarische Landeskonservator Dr. Holger Mertens von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen zur Auswahlkommission. Hinzu kommen private Denkmaleigentümer und Vertreter der Kirchen, der Unteren Denkmalbehörden, des Westfälischen Heimatbundes, von Hochschulen und Kultur-Journalisten.

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung zur Preisverleihung.