Informationen für Denkmaleigentümer

Antworten auf häufig gestellte Fragen


Was ist ein Denkmal?

Das Denkmalschutzgesetz NRW liefert eine Definition des Denkmalbegriffs. Es legt fest, dass nicht nur Kunstwerke von hohem Rang und überregionaler Bedeutung als Denkmäler zu schützen und zu pflegen sind, sondern auch Objekte, die regionale oder lokale Bedeutung haben.

Es muss dabei ein „öffentliches Interesse“ an der Erhaltung und Nutzung bestehen. Laut Gesetz besteht dieses öffentliche Interesse, „wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.“

Ein Denkmal muss daher weder sonderlich alt, noch „schön“ sein. Es kommt vielmehr auf seine Geschichte und ihre Bedeutung für die Menschen an. Dabei kann ein Denkmal sowohl „besonders“ als auch „typisch“ sein. Im nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetz ist zudem ausdrücklich vorgesehen, dass auch „Garten-, Friedhofs- und Parkanlagen sowie andere von Menschen gestaltete Landschaftsteile“ unter Denkmalschutz gestellt werden können.


Was passiert, wenn mein Haus und/oder mein Garten „denkmalverdächtig“ ist?

Im Regelfall wird ein Ortstermin zwischen der Eigentümerin oder dem Eigentümer und dem oder der Zuständigen der Unteren Denkmalbehörde vereinbart und dazu kommt ein Referent oder eine Referentin von der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Sie schauen sich das Objekt an und beziehen auch andere Quellen wie z.B. die Bauakten oder Gartenpläne mit ein. Manchmal wird auch eine zeichnerische Dokumentation angefertigt. Auf dieser Grundlage wird dann das Gutachten zur Unterschutzstellung erstellt, falls sich das Objekt als denkmalwert erweist. Ist das nicht der Fall ist, wird auch das schriftlich festgehalten.


Welche Pflichten habe ich als Denkmaleigentümerin oder Denkmaleigentümer?

Im ersten Paragraphen des Denkmalschutzgesetzes heißt es: „Denkmäler sind zu schützen, zu pflegen, sinnvoll zu nutzen und wissenschaftlich zu erforschen“. Aus dieser Vorgabe entstehen für die Denkmaleigentümerin oder den Denkmaleigentümer besondere Pflichten. Wer ein Denkmal besitzt, muss es vor dem Verfall schützen und so nutzen, dass die Substanz des Denkmals erhalten bleibt. Schäden muss die Eigentümerin oder der Eigentümer reparieren. Für Maßnahmen am Denkmal benötigen sie eine Erlaubnis. Wenn die Denkmaleigentümerin oder der Denkmaleigentümer z.B. neue Türen und Fenster einsetzen will, das Dach verändern oder Bäume in seinem denkmalwerten Garten fällen möchte, wendet er oder sie sich an seine zuständige Untere Denkmalbehörde, die wiederum mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen Kontakt aufnimmt.


Habe ich als Denkmaleigentümerin oder Denkmaleigentümer ein Mitspracherecht bei der Entscheidung, ob mein Haus ein Denkmal ist?

Stellen die Fachleute fest, dass ein Objekt die Kriterien für den Denkmalwert erfüllt, so muss das Denkmal in die Denkmalliste der Gemeinde eingetragen werden. Hier gibt es keinen Ermessensspielraum und die privaten Interessen der Eigentümer bleiben unberücksichtigt. Bei der Unterschutzstellung geht es ausschließlich darum, ein Denkmal unter Schutz zu stellen. Erst wenn es in einem späteren Schritt um Veränderungen am Denkmal geht, bezieht die Denkmalbehörde die Zumutbarkeit von Erhaltung und Restaurierung und die Nutzungsinteressen der Eigentümerinnen und Eigentümer mit ein.


Dürfen Denkmäler verändert werden?

Denkmäler dürfen verändert werden, um sie weiter zu erhalten und sinnvoll zu nutzen. Entscheidend ist dabei, dass die Veränderungen das Erscheinungsbild oder die Substanz des Denkmals nicht erheblich beeinträchtigen. Veränderungen sollen darüber hinaus als solche erkennbar sein und möglichst so gestaltet sein, dass sie eines Tages wieder rückgängig gemacht werden können. Bei der Planung von Veränderungen wenden sich die Eigentümer zuerst an die zuständige Untere Denkmalbehörde um sich beraten zu lassen und eine Erlaubnis für die geplante Maßnahme zu beantragen.


Welche finanziellen Hilfen gibt es für Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer?

Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten für die Finanzierung der Erhaltung und der Pflege von Denkmälern:

  • Durch das Land NRW
  • Durch die Städte und Gemeinden
  • Durch den LWL

In besonderen Fällen werden Maßnahmen auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und von der NRW-Stiftung unterstützt. Die Unteren Denkmalbehörden informieren darüber, welche Fördermittel es gibt und wo die Anträge zu stellen sind.
Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer können, abhängig von den jeweiligen Einkommensverhältnissen, ihre Investitionen außerdem über mehrere Jahre abschreiben und erhalten so erhebliche Steuervergünstigungen.
Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen informiert in seiner Broschüre Steuertipps für Denkmaleigentümer.

Eine Orientierung für Denkmaleigentümerinnen und Denkmaleigentümer und  bei der steuerlichen Behandlung ihrer Erhaltungs- und Herstellungsaufwendungen gibt auch die Broschüre Denkmäler im Privateigentum – Hilfe durch Steuererleichterungen aus der Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (Band 59), die online bestellbar ist.


Muss ich mein Denkmal dem Publikum öffnen?

Nach dem Denkmalschutzgesetz „sollen die Denkmäler im Rahmen des Zumutbaren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“ Eigentümerinnen und Eigentümer sind also in keiner Weise zur Öffnung ihrer Denkmäler verpflichtet. Alle Denkmalinteressierten freuen sich natürlich, wenn beim jährlichen „Tag des offenen Denkmals“ die Objekte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – eine schöne Gelegenheit, über Denkmäler und ihre Geschichte und Bedeutung ins Gespräch zu kommen.


Wenn Sie weitere Fragen zu Ihrem Denkmal oder zur Denkmalpflege an hrem Ort haben, wenden Sie sich bitte an die Untere Denkmalbehörde Ihrer Gemeinde. Die Kontaktdaten Ihrer Unteren Denkmalbehörde, sowie Ihre Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen im Fachamt für verschiedenen Sachbereiche, können Sie hier recherchieren.