Herzlich Willkommen in der Regionalen Anlauf- und Beratungsstelle in Münster

LWL-Regionale Anlauf- und Beratungsstelle

für Betroffene der Heimerziehung in den Jahren 1949 bis 1975

Parallel zur Errichtung des Fonds Heimerziehung West wurden für Betroffene seit Anfang 2012 regionale Anlauf- und Beratungsstellen in den alten Bundesländern eingerichtet. In Nordrhein-Westfalen sind die beiden Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) mit dieser Aufgabe betraut worden.

Meldefrist zum 31.12.2014 abgelaufen

Erstmeldungen sind seit dem 31.12.2014 nicht mehr möglich. Alle Personen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt gemeldet hatten, werden nach gegebenen Voraussetzungen den Fonds noch nutzen können.

Die LWL-Anlauf- und Beratungsstelle in Münster ist zuständig für den Bereich Westfalen-Lippe. Für das Gebiet Rheinland ist eine Anlauf- und Beratungsstelle in Köln errichtet worden.

Die Angebote des Fonds Heimerziehung West richten sich an Personen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 in Deutschland in einer vollstationären Einrichtung zum Zweck der öffentlichen Erziehung untergebracht waren und eine Minderung von Rentenansprüchen aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge erlitten haben. Zudem kann der Fonds Betroffenen  Hilfe gewähren, soweit durch die Heimerziehung heute noch Traumatisierungen, andere Beeinträchtigungen und Folgeschäden bestehen und dieser besondere Hilfebedarf nicht über die bestehenden Hilfe- und Versicherungssysteme abgedeckt wird.

Weitere Informationen über den Fonds Heimerziehung sowie Adressen anderer Anlaufstellen finden Sie unter www.fonds-heimerziehung.de.

Informationen auf dieser Seite



Aufarbeitung LWL Heimerziehung

Der LWL und sein Landesjugendamt zeichneten sich in den 50er, 60er und 70 Jahren in mehrfacher Weise für die Art und Weise der Unterbringung im Rahmen der öffentlichen Erziehung verantwortlich. Er war zuständig für die Durchführung der so genannten Fürsorgeerziehung und der Freiwilligen Erziehungshilfe. Das betraf rund die Hälfte der Unterbringungsfälle. Die anderen Unterbringungen liefen eigenständig über die örtlichen Jugendämter. Daneben hatte der LWL auch eigene Erziehungseinrichtungen. Mit der Novellierung des Jugendwohlfahrtsgesetzes von 1961 wurde dem LWL-Landesjugendamt ab 1963 zudem die neu eingeführte „Heimaufsicht“ übertragen. Diese bezog sich auf alle Einrichtungen unabhängig von ihrer Trägerschaft.

 

Nach Eingang der ersten Beschwerden hat das LWL-Landesjugendamt schnell reagiert und bereits im Jahre 2003 die routinemäßige Aktenvernichtung gestoppt. So konnten wertvolle Unterlagen im Interesse der Betroffenen erhalten werden.

 

Als die Vorwürfe der Betroffenen in der Folgezeit immer mehr Aspekte umfassten, hat der LWL Anfang 2007 den Auftrag zu einer wissenschaftlichen Dokumentation gegeben. Sämtliche noch vorhandenen Unterlagen, ob Einzelfallakten oder Einrichtungsakten, ob im Landesjugendamt, im Archivamt, in einzelnen Einrichtungen oder im Staatsarchiv in Düsseldorf sind in diese Quellenarbeit mit einbezogen worden. Die Ergebnisse dienen nicht nur der Geschichtsforschung sondern können und müssen als weitere Bestätigungen der von den ehemaligen Heimkindern angeprangerten Zustände in der früheren Heimerziehung angesehen werden.

Buchtipp: Quellen zur Geschichte der Heimerziehung in Westfalen 1945 – 1980  (Forschung zur Regionalgeschichte) von Matthias Fröhlich (Hg.), ISBN-13: 978-3506771391, Schöningh Verlag, 580 Seiten

 

 

Nach Vorlage des Abschlussberichtes des Runden Tisches Heimerziehung hat sich der LWL angesichts seiner und der Verantwortung der kommunalen Ebene bereit erklärt

  • sich finanziell an dem Anteil des Landes NRW an dem Fonds Heimerziehung zu beteiligen und
  • die Aufgaben der Anlauf- und Beratungsstelle für Westfalen zu übernehmen.

Den Abschlussbericht finden Sie unter: www.fonds-heimerziehung.de

LWL-Regionale Anlauf- und Beratungsstelle

Die Anlaufstelle in Münster bietet Beratung und Unterstützung für Betroffene der Heimerziehung an, die zwischen 1949 und 1975 in Heimeinrichtungen der Jugend- und Erziehungshilfe untergebracht waren. Seit Jahr 2012 haben sich über 2.500 Betroffene an die Anlaufstelle gewandt.

Zuständig ist die Anlaufstelle in Münster für Betroffene, die entweder

  • ihren aktuellen Wohnsitz in Westfalen haben oder
  • heute ihren Wohnsitz außerhalb der alten Bundesländer haben, damals aber von einer Stelle in Westfalen untergebracht worden sind.

Das Angebot der LWL-Regionalen Anlauf- und Beratungsstelle

Von Heimerziehung Betroffenen wird ein geschützter Raum für Gespräche über die damaligen Erlebnisse und Erfahrungen sowie die Auswirkungen auf das heutige Leben angeboten. Die Gesprächsinhalte werden vertraulich behandelt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen unter Schweigepflicht.

Weiterhin werden die Betroffenen in folgenden Anliegen unterstützt:

  • Gewährung von Leistungen aus dem Fonds „Heimerziehung“
  • Unterstützung bei der Suche nach Belegen über die Heimunterbringung/en und eventuell noch vorhandenen Akten
  • Vermittlung von Beratung zu sozial- oder zivilrechtlichen Ansprüchen
  • Vermittlung von Therapieangeboten und sonstigen sozialen Hilfsangeboten

Nach einer Terminvereinbarung stehen die Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Allgemeines zur Nutzung des Fonds

Die Erstmeldefrist ist zum 31.12.2014 abgelaufen.

Der Fonds gliedert sich in zwei Teile. Nach jetzigem Stand ist die Erlangung von direkten Geldleistungen nur im Rahmen des Rentenersatzfonds möglich. Hiernach erhalten Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen eine Einmalzahlung für jeden Monat Arbeit während ihrer Jugendhilfemaßnahme in Höhe von 300,00 €.

Daneben können aus dem so genannten Folgeschadenfonds bedarfsorientiert im Einzelfall weitere Leistungen gewährt werden. Es wird geprüft, inwieweit ein heutiger Bedarf aus der Zeit der damaligen Heimunterbringung resultiert. Nach Ermittlung des konkreten Hilfebedarfs wird die getroffene Vereinbarung zur Schlüssigkeitsprüfung und finanziellen Abwicklung an die Geschäftsstelle des Fonds weiter geleitet.

Allgemeine weitere Informationen zur Antragstellung finden Sie im folgenden Link

Ihre Ansprechpersonen

Die Ansprechpersonen sind grundsätzlich telefonisch Dienstags und  Donnerstags ab 10.00 Uhr zu erreichen.

Unsere Kontaktdaten

Faxnummer: 0251 591 6511

Postanschrift

LWL-Regionale Anlauf- und Beratungsstelle
Abteilung 50
48133 Münster

 

 

Straßenanschrift

LWL-Regionale Anlauf- und Beratungsstelle
Warendorfer Str. 21-23
48145 Münster

Der Eingang befindet sich auf der Hofseite.

Anfahrt

Fonds Heimerziehung

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