Hier berichtet das Team "Inklusives Internet" von Erfahrungen und Herausforderungen im Projekt.
Fragen und Anregungen können Sie uns gern per Mail an inklusives-internet@lwl.org schicken.


Auf den neuen Seiten werden Inhalte nacheinander präsentiert, statt alles auf eine Bildschirmseite zu pressen.

07 Alles in Ordnung

Ein linearer Seitenaufbau hilft vielen Nutzern

In den Entwürfen für die neuen LWL-Seiten gibt es nur noch eine Spalte. Die Spalten links und rechts, wie es sie im bestehenden Seiten gibt, entfallen. Muss das sein?

Ja, sagt zum Beispiel der Barrierefreiheits-Blog von gov.uk, einem europäischen Leuchtturmprojekt in Sachen Barrierefreiheit. Die linearen, aufgeräumten Seiten helfen vielen Nutzern mit Einschränkungen: Menschen mit Sehbehinderungen können die Inhalte nacheinander ansehen, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Autismus finden sich besser zurecht und auch Screenreader von blinden Nutzern können die Seite besser wiedergeben.


Der Wechsel von Schwarz-auf-Weiß zu Weiß-auf-Schwarz kann Lesern mit Seheinschränkungen Probleme bereiten. Das müssen wir bei den Entwürfen noch bedenken.

06 Noch etwas zu Kontrasten

Heller oder dunkler Hintergrund?

Wichtige Erkenntnis für uns: Menschen, die Probleme mit der Wahrnehmung von Kontrasten haben, können vor allem den Wechsel von heller Schrift auf dunklem Hintergrund und umgekehrt schwer umsetzen. Deshalb braucht unser Entwurf noch etwas an Feinschliff. Vielen Dank für diese und weitere Hinweise und Ideen an den Fachdienst für Menschen mit Sehbehinderung des LWL-Integrationsamtes. Mit den Kollegen sind wir den Stand der Entwürfe der Prototypen durchgegangen, um eine Fassung mit hohen Kontrasten zu erarbeiten.


05 Sprechende Links

So bauen Sie barrierefreie Verknüpfungen

Links mit inhaltsleeren Begriffen sind nie eine gute Idee. Das gilt besonders für blinde Nutzer, die einen Screenreader verwenden, sich die Seite also nur vorlesen lassen. Sie navigieren oft durch die Seiten, indem sie von Link zu Link springen. Wenn ihnen die Computerstimme dann immer nur "Mehr, weiter, hier klicken ..." vorliest, ist die Seite für sie nicht zu gebrauchen.

Formulieren Sie die Verknüpfungstexte deshalb klar und deutlich und geben Sie einen Hinweis auf das, was sich hinter dem Link verbirgt: In unserem Wegweiser zum Inklusiven LWL-Internet finden Sie bei Schritt fünf weitere hilfreiche Tipps.

 


Auch bei Beispielen sollte man daran denken: So muss der grüne Button aus Artikel Nr. 2 aussehen, damit er den Kontrast-Check besteht. Der rote Button war dagegen in Ordnung.

04 Kontraste machen den Unterschied

Text muss sich deutlich vom Hintergrund abheben

Zarte Pastellfarben, dünne Linien - viele mögen leicht und luftig gestaltete Internetauftritte. Für Menschen mit Seh-Einschränkungen sind solche vermeintlich schönen Seiten einfach nur schwer zu lesen.

Der internationale Standard für Barrierefreiheit WCAG 2.0 sieht folgendes vor, damit Text ideal lesbar ist: Einfacher Fließtext soll sich zum Hintergrund in einem Verhältnis von 7:1 absetzen. Für größeren Text und Überschriften ab einer Größe von 18 Punkt (oder 14 Punkt bei Fettdruck) reicht ein Verhältnis von 4,5:1.

Zum Messen des Verhältnisses von Text zu Hintergrund eignet sich zum Beispiel der Color Contrast Checker von WebAIM.


Das Handbuch - gebunden oder als barrierefreies PDF

03 Schrittweise zum inklusiven Internetauftritt

Handbuch für Redakteure veröffentlicht

Es ist da - unser Handbuch "Schritte zur Vorbereitung auf das Inklusive LWL-Internet". Danke an alle Kolleginnen und Kollegen, die uns bei der Erstellung unterstützt haben.

Hier kann es als barrierfreies PDF heruntergelanden werden. Bei Bedarf lassen wir Ihnen auch gern ein gedrucktes Exemplar zukommen. Schicken Sie uns einfach eine Mail.

 


Buttons müssen beschriftet werden.

02 Farben ohne Bedeutung

Inklusiv gestaltet

Bei rot bleibe stehn, bei grün kannst Du gehn - und was machen Menschen, die keine Farben sehen? Diese Menschen können sich daran orientieren, ob das Licht oben unten oder in der Mitte brennt. Auch auf inklusiven Internetauftritte ist sichergestellt, dass alle Informationen nie allein über die Farbe eines Texte oder eine Elementes vermittelt werden.


Der inklusive Ansatz (rechts) setzt darauf allen Menschen, den denselben Zugang zu ermöglichen.

01 Die Herausforderung

Inklusion ist mehr als Barrierefreiheit

"Alle Menschen sollen die Internetauftritte des LWL nutzen und verstehen können." - Was einfach klingt ist in der Praxis eine große Herausforderung, denn die Anforderungen von Menschen mit Leseschwäche, blinden oder gehörlosen Menschen sind sehr unterschiedlich. Zudem muss sich das Konzept auch für die sehr unterschiedlichen Internetauftritte des LWL eignen und genügend Spielraum für modernes Web-Design und künftige Entwicklungen lassen. Auch müssen die Internetauftritte mit vertretbarem Aufwand gepflegt werden können. 

Unsere Erfahrungen in diesem Projekt möchten wir in den nächsten Wochen und Monate an dieser Stelle gern mit Ihnen teilen.