TEAMKONZEPT
Vorbemerkung
Seit
mehreren Jahren wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Christy-
Brown-Schule ein individuelles Konzept der Teamarbeit entwickelt.
Während zunächst Kooperationen auf die Initiative einzelner Kollegen
zurückzuführen waren, ist inzwischen die Teamarbeit eine verbindliche
Organisationsvorgabe der gesamten Unterrichts- und Erziehungsarbeit an unserer
Schule.
Die
Schule für Körperbehinderte ist ein komplexes organisatorisches System. Zum
Gelingen der Arbeit ist ein offener und kooperativer Austausch untereinander
notwendig, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen.
Durch das Konzept des individuell auf jedes Kind mit seinen Lernbedürfnissen
abgestimmten Unterrichts ergibt sich die Notwendigkeit der Differenzierung der
Lernangebote und eine abwechslungsreiche Methodik und Didaktik.
Die
immer komplexer werdenden Anforderungen an die Schule erfordern eine
gegenseitige Ergänzung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Einzelnen. Keine
Lehrerin, kein Lehrer ist heute mehr in der Lage, alle Aufgaben, die an sie bzw.
ihn gestellt werden, ohne Einschränkungen zu erfüllen.
Deshalb sind Aufgabenteilung, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung
notwendig, um nicht durch den Schulalltag einer ständigen Überforderung
ausgesetzt zu sein. Aus diesem
organisatorisch - praktischen Aspekt ergibt sich ein Grund für die
Notwendigkeit der Teamarbeit.
Um
jedes Kind mit seinen individuellen Schwierigkeiten und Bedürfnissen zu
verstehen und ihm gerecht werden zu können, ist es notwendig, dass sich das
unterschiedliche Wissen und die Erfahrungen der einzelnen Kollegen ergänzen.
Deshalb ist die intensive, kooperative Zusammenarbeit der Kolleginnen und
Kollegen auch der unterschiedlichen Berufsgruppen notwendig.
Organisation
Ein
Team versteht sich als Einheit aller zuständigen Kolleginnen und Kollegen
mehrerer Klassen, dazu gehören sowohl Lehrerinnen und Lehrer, Therapeutinnen
und Therapeuten (Physio- /Ergotherapie), Pflegekräfte als auch die
Zivildienstleistenden.
Jede
Klassengemeinschaft gehört einem Team an. Die
Zugehörigkeit einer Klasse zu einem Team wird nach Absprache verbindlich
festgelegt. Ein Team besteht aus zwei bis drei Klassen, deren Schülerinnen und
Schüler ungefähr einer Altersstufe angehören.
Die klassenübergreifende Zusammenarbeit wird koordiniert von einer
Team-Leiterin bzw. einem Team-Leiter. Sie/Er hat die Aufgabe, mit den
beteiligten Lerngruppen die Art und Weise der Zusammenarbeit abzusprechen, die
Unterrichts- und Bildungsplanung zu lenken und kurzfristige Vertretungen zu
regeln. Darüber hinaus leitet
sie/er die Teamsitzungen und ist Ansprechpartner/in für die Schulleitung.
Die
Teams und die einzelnen Klassen erstellen ihre Stunden- und Therapiepläne
selber. Es werden für jedes
Schulhalbjahr mehrere verbindliche Termine für Teamleiterbesprechungen und
Teamkonferenzen festgelegt.
Chancen
und Probleme der Teamarbeit
Grundsätzlich
erfordert Teamarbeit neues Denken. Die Kolleginnen und Kollegen müssen vermehrt
dazu bereit sein aufeinander zuzugehen, eigene Fähigkeiten und Grenzen zu
erkennen, ihren Blick auch für andere Arbeitsweisen und -bereiche zu öffnen, pädagogisches
Handeln zu reflektieren, mit Konflikten möglichst konstruktiv umzugehen, das
Gespräch miteinander zu suchen und Absprachen zu treffen.
Chancen und Vorteile:
In
einem Team kann sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter mit seinen
individuellen Fähigkeiten besser einbringen.
Die
Schulleitung erfährt eine Entlastung, gleichzeitig erhöht sich die
Kollegialität.
Es
ist möglich, den individuellen Förderbedürfnissen der Schülerinnen und
Schüler besser gerecht zu werden, weil sie bei verschiedenen Lernangeboten
mit anderen, die etwa die gleichen Lernbedürfnisse haben, zusammenarbeiten
können.
Im
Rahmen der klassenübergreifenden Aktivitäten gehen die sozialen Kontakte
auch über die eigene Klasse hinaus.
Da
innerhalb des Teams die Vertretung geregelt wird, müssen sich die Schülerinnen
und Schüler in der Regel nicht auf unbekannte Lehrerkräfte einstellen.
Ganz
allgemein gesprochen ermöglicht die Teamarbeit ein hohes Maß an Selbstständigkeit
und bietet große Handlungsspielräume.
Probleme
und mögliche Nachteile:
Die
einzelnen Mitarbeiter und ihr Verhältnis zueinander, das individuelle
Verhalten des Einzelnen entscheidet, ob konstruktive Teamarbeit zustande
kommt.
Teamarbeit
ist angewiesen auf die Fähigkeiten, gemeinsame Problemlösungen durchzuführen
und einen Konsens zu erzielen. Probleme treten häufig im Bereich des
Konfliktmanagements auf.
Man
muss sich auf gemeinsame, sich nicht
widersprechende Methoden und Erziehungsstile einigen. Dazu sind verbindliche
Absprachen über konsequentes Verhalten und einheitliche Reaktionen in
bestimmten Situationen notwendig. Entscheidungen müssen im Konsens erzielt
werden und der Einzelne muss dann diese Entscheidungen mittragen.
Durch
die große Anzahl der Mitglieder eines Teams, die sich auch durch viele
Teilzeitkräfte ergibt, wird die Organisation des Stundenplans und der
notwendige ständige Informationsaustausch schwierig.
Teamarbeit
erfordert viele Absprachen, viele Treffen. In der Regel reichen die für ein
Halbjahr festgelegten Termine nicht aus. Daher wird sie häufig als arbeits-
und vor allem zeitaufwendig erlebt.
Die
Arbeit im Team (mit vielen Kolleginnen und Kollegen und vielen Schülerinnen
und Schülern) kann als schwierig und unübersichtlich empfunden werden.
Perspektiven
Damit
die Teamarbeit auch weiterhin gut gelingt, sollten folgende Aspekte berücksichtigt
werden:
Transparenz
und Berücksichtigung persönlicher Wünsche bei der Teambildung
Angebote
zur regelmäßigen Supervision in Bezug auf:
- Konflikte
zwischen Mitarbeitern
-
Auffälligkeiten und/oder besondere Förderbedürfnisse einzelner Schüler/innen
-
Reflexion der Lehrerrolle
Angebote
zur regelmäßigen Fortbildung