Sitzungsdienst für Bürger

Vorlage - 13/0999  

 
 
Betreff: Teilhabe2012 - Auswertung der Evaluation und weiteres Vorgehen
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Federführend:LWL-Behindertenhilfe Westfalen   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss Kenntnisnahme
27.06.2012 
12. Sitzung des Sozialausschusses zur Kenntnis genommen   
Anlagen:
Anlage_FOGS_ceus  

Beschlussvorschlag:

Der Bericht zur Evaluation des Projekts Teilhabe2012 und der Vorschlag zum weiteren Vorgehen werden zur Kenntnis genommen.


Begründung:

 

  1. Zusammenfassung:

Gegenstand der Vorlage ist das Verfahren zur Feststellung des Bedarfs an Wohnhilfen für wesentlich behinderte Menschen durch den LWL als zuständigen Träger der Sozialhilfe. Das so genannte LWL-Standardverfahren ist im Rahmen eines Projektes mit dem Titel Teilhabe2012 überprüft und weiter entwickelt worden. Die Ergebnisse werden vorgestellt  und das weitere Vorgehen skizziert.

 

 

  1. Ausgangslage

Der Sozialausschuss hat am 22.6.2009[1] das Projekt Teilhabe 2012 mit dem Titel „Mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderungen den wegen der demographischen Entwicklung unvermeidbaren Kostenanstieg dämpfen“ beschlossen. Ziel war es, spätestens im Jahre 2012 messbare Verbesserungen der Teilhabechancen für behinderte Menschen in Westfalen-Lippe im Bereich Wohnen erreicht zu haben. Da demographisch bedingt ein Fallzahlanstieg unvermeidbar ist, sollten Instrumente entwickelt werden, den zwingend zu erwartenden Kostenanstieg zu dämpfen.

Als ein Instrument sollte die Hilfeplanung entwickelt werden. Am 17.6.2010[2] hat der LWL-Sozialausschuss sodann Maßstäbe und Kriterien für das LWL-Bedarfsermittlungsverfahren beschlossen und die Verwaltung beauftragt, die praktische Anwendbarkeit dieser Maßstäbe und Kriterien in zwei Gebietskörperschaften, Paderborn und Hagen, zu entwickeln. Ziel war es, das Verfahren sodann schrittweise in ganz Westfalen-Lippe anzuwenden. Entwicklung und Einführung des veränderten Verfahrens sind extern durch die Bietergemeinschaft FOGS/ceus aus Köln evaluiert worden. Hierzu sind im Zeitraum vom 02. Mai 31. Dezember 2012 u.a.

  • Akten und Hilfepläne analysiert,
  • teilnehmende Beobachtungen, Gespräche mit den Verfahrensakteuren, schriftliche Befragung der Leistungsanbieter, Klienten und rechtlichen Betreuer durchgeführt
  • sowie fallbezogene Daten und Bewertungen durch die Hilfeplanerinnen in einer Evaluationsdatenbank erfasst worden.

Ferner sind Mitgliedskörperschaften, Freie Träger der Wohlfahrtspflege und Behindertenverbände informiert und beteiligt worden.

Der Abschlussbericht ist in Auszügen beigefügt. Den Fraktionsgeschäftsstellen liegen vollständige Exemplare vor.

Am 13.7.2011[3] hat der Sozialausschuss einen Zwischenbericht beraten. Nunmehr werden der Endbericht und ein Vorschlag zum weiteren Vorgehen vorgelegt.

 

  1. Ergebnisse

Im Ergebnis ist ein Hilfeplanverfahren entwickelt worden, das den vom LWL-Sozialausschuss beschlossenen Eckpunkten entspricht. Es ist insbesondere ICF-gestützt, beteiligtenorientiert, zielorientiert und wird durch eigene Mitarbeiter des zuständigen Trägers der Sozialhilfe durchgeführt. Weiterentwicklungsbedarf wird in den Bereichen Hausbesuche, Hilfeplankonferenzen, Zusammenarbeit mit den örtlichen Sozialhilfeträgern und ärztlichen Gutachtern, bei den Schnittstellen zur Sozialplanung und der weiteren Qualifizierung des  Fachcontrollings gesehen.

 

Eine gesicherte Bewertung der Steuerungseffekte, insbesondere im Hinblick auch darauf, ob durch ein verbessertes Verfahren die Zahl der Fälle reduziert wird, konnte noch nicht wissenschaftlich belegt werden. Die Evaluation hat die Fallzahlentwicklung sowohl in den Projektkommunen wie in zwei Vergleichskommunen, Ennepe-Ruhr-Kreis und Stadt Herne, untersucht und sie mit derjenigen in gesamt Westfalen-Lippe bewertet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der Evaluationszeitraum zu kurz und die in dem Zeitraum erfasste Fallzahl zu klein für eine aussagefähige Bewertung gewesen ist. Dieses Ergebnis ist nachvollziehbar, da bei einem derart komplexen Ursachenzusammenhang die Wirkungen eines Steuerungssystems in mehreren Durchläufen überprüft werden müssen.

 

 

  1. Folgeprojekt „Teilhabe2015“

Daher wird vorgeschlagen, das neue Instrument in den zwei bisherigen Erprobungsregionen sowie in vier weiteren Regionen für weitere zwei Jahre zu erproben. Damit soll die erforderliche Datenbasis für eine Bewertung der Steuerungseffekte gewonnen werden. Ziel bleibt die Anwendung in allen Körperschaften.

 

Die Ergebnisse der Evaluation sind Basis für das Folgeprojekt. Insbesondere wird es darauf ankommen,

  • die Arbeitsteilung mit den örtlichen Diensten zu verbessern,
  • das Instrumentarium im Detail, zum Beispiel beim Einsatz der Hilfeplankonferenz, zu schärfen,
  • die Bewertung von schwierigen Einzelfällen auch durch die Stärkung des internen ärztlichen Dienstes des LWL zu qualifizieren,
  • die LWL-Hilfeplanerinnen und LWL-Hilfeplaner für das neue Verfahren zu schulen und
  • eine Qualifizierung des Fachcontrollings zu erreichen.

 

Die Fragen einer angemessenen Personalausstattung für die Hilfeplanung und einer angemessenen Technikunterstützung sollen in Begleit- bzw. Anschlussprojekten in Federführung der Haupt- und Personalabteilung (in Zusammenarbeit mit der LWL-IT)  bearbeitet werden.

 

Das Projekt beginnt am 01.01.2013 und endet am 30.06.2015.

 

Das Projekt wird auf 6 Mitgliedskörperschaften ausgeweitet. Die 4 weiteren Regionen werden von der Verwaltung nach Abstimmung mit den Mitgliedskörperschaften ausgewählt.

 

Von Mitte 2013 bis Mitte 2014 findet eine einjährige externe Evaluation in den 6 Erprobungsregionen statt. Dazu wird eine externe Begleitung für den Zeitraum 01.04.2013 bis 31.12.2014 ausgeschrieben.

 

Die weiteren Rahmenbedingungen des Projekts (Bestimmung der Erprobungsregionen, Bereitstellung des erforderlichen Personals, Leitfragen für die Evaluation, etc.) werden von der Verwaltung erarbeitet und dann dem Sozialausschuss zur Beschlussfassung vorgelegt.

 

Anlage

 

 

 

 

 

 


[1] Vorlage 12/1704

[2] Vorlage 13/0223

[3] Vorlage 13/0665


Finanzielle Auswirkungen:

 

1

Ergebnis- und/oder zahlungsrelevante Auswirkungen?

X

nein

 

Ja

 

 

Im Haushaltsplan vorgesehen?

X

nein

 

ja, im Hpl., Produktgruppe

Im Wirtschaftsplan vorgesehen?

X

nein

 

ja, im Wi-Plan

2

Die Leistungen sind

3

Rechtsgrundlage/Ausschussbeschluss:

 

 

 

freiwillig

(Ggfls. weitergehende Erläuterungen siehe Begründung, Seite/Ziffer              )

 

durch Gesetz/Verordnung pp. bestimmt

 

durch Ausschussbeschluss des LWL bestimmt

4

Investitionskosten/einmalige Auszahlungen:

5

hrliche ergebnisrelevante Folgekosten:

6

Hinweise

Insgesamt:           

EUR

Insgesamt:

EUR

Ergänzende Darstellung zu den ergebnis- und/oder zahlungsrelevanten Auswirkungen (Investitionskosten, Folgekosten, Finanzierung pp.) siehe in der Begründung unter Ziffer

Beteiligung Dritter:

EUR

Beteiligung Dritter:

EUR

Belastung LWL:   

EUR

Belastung LWL:

EUR

 

 


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage_FOGS_ceus (4335 KB)