Sitzungsdienst für Bürger

Vorlage - 13/0315  

 
 
Betreff: Schulabschlüsse und berufliche Eingliederung von Jungen und Mädchen an den LWL-Förderschulen 2010
Status:öffentlichVorlage-Art:Berichtsvorlage
Federführend:LWL-Landesjugendamt, Schulen, Koordinationsstelle Sucht   
Beratungsfolge:
Schulausschuss Kenntnisnahme
14.09.2010 
4. Sitzung des Schulausschusses (öffentlich/nichtöffentlich) zur Kenntnis genommen   
Anlagen:
Schulabschlüsse 2010-Anlage 1  
Schulabschlüsse-Verlauf 2000-2010-Anlage 2  
Schulabschlüsse- 2010-Anlage 3  

Die Vorlage 13/0315 wird zur Kenntnis genommen

Beschlussvorschlag:

Die Vorlage 13/0315 wird zur Kenntnis genommen.

Begründung:

Zusammenfassung:

Mit der Vorlage wird ein turnusmäßiger Überblick über die erreichten Schulabschlüsse sowie über die berufliche Eingliederung von Schülerinnen und Schülern der LWL-Förderschulen nach Abschluss des Schuljahres 2009/2010 gegeben.        

 

 

Begründung:

Seit 1998 gibt die Verwaltung im Auftrag des LWL - Schulausschusses jährlich einen Überblick über die schulischen Abschlüsse und beruflichen Werdegänge der Absolventinnen und Absolventen der LWL – Förderschulen.

 

 

1.             Schulabschlüsse Schuljahr 2009/2010

Entsprechend § 12 ff des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG) vom 15. Februar 2005 können folgende Regelabschlüsse in der Sekundarstufe I und II erreicht werden:

 

 

·       Hauptschulabschluss                  = Hauptschule nach Klasse 9

·       Hauptschulabschluss nach Klasse 10             = Hauptschule Klasse Typ 10a

·       Mittlerer Schulabschluss                                   = Hauptschule Klasse Typ 10 b

(Fachoberschulreife)                                           Realschule Klasse 10

·       Mittlerer Schulabschluss mit Qualifikation                     = Hauptschule Klasse Typ 10 b mit

(für die gymnasiale Oberstufe)                         Realschule Klasse 10 mit

·       Fachhochschulreife            = Fachabitur

·       Allgemeine Hochschulreife            = Abitur

 

 

Die sonderpädagogische Förderung hat das Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu diesen Abschlüssen zu führen. Für den Unterricht gelten grundsätzlich die Unterrichtsvorgaben für die allgemeine Schule sowie die Richtlinien für die einzelnen Förderschwerpunkte. Im Förderschwerpunkt Lernen und im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung werden die Schülerinnen und Schüler zu eigenen Abschlüssen geführt (vgl. § 20 Abs. 4 Schulgesetz NRW).

 

Als Anlage 1 ist eine tabellarische Übersicht der Schulabschlüsse 2009/2010 beigefügt. Als Anlage 2 ergänzt eine Darstellung der Entwicklung der letzten Jahre die Vorlage. Auf eine detaillierte Analyse der Darstellung wird an dieser Stelle verzichtet, da sich im Vergleich zu den Vorjahren keine gravierenden Veränderungen zeigen.

 

Aus der Tabelle der Anlage 1 können u.a. folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

 

Insgesamt haben 596 Schülerinnen und Schüler nach dem Schuljahr 2009/2010 eine LWL-Förderschule verlassen, davon 230 Mädchen und 366 Jungen. Dies entspricht einem prozentualen Verhältnis von 37% zu 63%.

31% der Schülerinnen und Schüler wurde ein Abschluss nach den Richtlinien des Förderschwerpunkts „Geistige Entwicklung“ und 20% nach den Richtlinien des Förderschwerpunkts „Lernen“ erteilt. Einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erhielten 5 %, den Hauptschulabschluss nach der Klasse 10 (Hauptschule Klasse Typ 10 A) 26%. Die Fachoberschulschulreife (10 B) erreichten 7%, weitere 7 % konnten die Fachoberschulreife 10 B mit Qualifikation erwerben. 5% erhielten ein Schulabgangszeugnis nach der siebten, achten oder neunten Klasse.

 

Die Art des Schulabschlusses der Schülerinnen und Schüler variiert dabei je nach Förderschwerpunkt erheblich.

Während 94% der Schülerinnen und Schüler der LWL-Schulen, Förderschwerpunkt Sprache einen Hauptschul- oder höherwertigen Abschluss erreichen, schließen 89 % der Schülerinnen und Schüler der LWL-Schulen, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung mit den Abschlüssen nach den Richtlinien Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ oder „Lernen“ die Schule ab. Für Schülerinnen und Schüler dieses Förderschwerpunkt ist es vorrangig wichtig, ein hohes Maß an lebenspraktischen Fertigkeiten zu erreichen mit dem Ziel, ein möglichst selbstständiges Leben führen zu können.

In den LWL-Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen können 41 % der Schülerinnen und Schüler ihre Schullaufbahn mindestens mit einem Hauptschulabschluss abschließen. 47 % der Schülerinnen und Schüler des Förderschwerpunktes Hören und Kommunikation erreichen ebenfalls mindestens den Hauptschulabschluss.

Alle 40 Schülerinnen und Schüler der Rhein.-Westf. Realschule in Dortmund schließen mind. mit einem Hauptschulabschluss nach der Klasse 10 ihre Schulbildung ab. 19 von ihnen, d.h. 47,5 %, erreichen die Fachoberschulreife mit Qualifikation.

 

2.            Berufliche Werdegänge

Neben den schulischen Abschlüssen gilt es, die daran anschließenden beruflichen Werdegänge der Abgängerrinnen und Abgänger der LWL-Förderschulen zu betrachten. Die Berufstätigkeit ist wichtig für den Abbau von persönlichen und institutionellen Abhängigkeiten und somit maßgebend für ein weitgehend selbst bestimmtes Leben. In der Gesamtschau der statistischen Abfrage wird allerdings deutlich, dass den Absolventen der LWL-Förderschulen nur in wenigen Fällen der direkte Einstieg in den Arbeitsmarkt oder in eine betriebliche Ausbildung gelingt.

 

Die beruflichen Werdegänge der Entlassschülerinnen und -schüler, die in der Anlage 3 tabellarisch aufgeführt sind, stellen sich vergleichbar mit den schulischen Abschlüssen dar. Aus der Tabelle können u.a. folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

 

10% aller 596 Abgängerrinnen und Abgänger begannen eine betriebliche Ausbildung. Vier Absolventinnen bzw. Absolventen der LWL-Förderschulen (1 %) erhielten direkt einen Arbeitsplatz. 3% absolviert eine betriebliche, 7% eine überbetriebliche berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. Eine überbetriebliche Ausbildung begannen 4% der entlassenen Schülerinnen und Schüler. 221 Abgängerrinnen und Abgänger (37%) besuchen weiterhin eine Schule und 30% eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Insgesamt 5 Jugendliche (1 %) schließen an ihre Schullaufbahn eine Unterstützte Beschäftigung an. 7% der Mädchen und Jungen waren direkt nach der Schulentlassung arbeitslos, blieben zu Hause oder konnten zum Zeitpunkt der Befragung keine Angaben machen.

Mit 59 % geht der größte Teil der Entlassschülerinnen und -schüler der LWL-Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung nach der Schulentlassung in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Bei den Förderschülerinnen und -schülern mit dem Förderschwerpunkt Sehen sind es 38 %. Hierbei handelt es sich  vorwiegend um Schülerinnen und Schüler aus der Paulineschule, LWL-Förderschule, Paderborn. Die Möglichkeit eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, erhalten vorwiegend Absolventen der Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Sprache sowie Hören und Kommunikation (u.a. auch der Rhein.-Westf. Realschule Dortmund). Dies gelang lediglich 3 Schülern aus den Förderschulen für körperliche und motorische Entwicklung. Nimmt man die Teilnehmenden an einer betrieblichen Qualifizierungsmaßnahme hinzu, gelang insgesamt 4% der Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderschwerpunkt ein betrieblicher Einstieg direkt nach der Schulentlassung. Um den Anteil an betrieblichen Eingliederungen von Schülerinnen und Schülern der LWL-Förderschulen nach Schulentlassung zu erhöhen, setzt sich der LWL hier seit vielen Jahren ein.

 

Obwohl es vom Grunde her originäre Aufgabe des Landes NRW bleibt, die Schülerinnen und Schüler zur Berufsreife zu führen und für den Einstieg ins Berufsleben zu qualifizieren, hat der LWL als überörtlicher Träger der Sozialhilfe jedoch ebenfalls ein erhebliches wirtschaftliches Interesse, möglichst wenig Plätze in Werkstätten und Wohnheimen für behinderte Menschen zur Verfügung stellen zu müssen. Gleichzeitig erhöht sich durch betriebliche Eingliederung die Selbstständigkeit der betroffenen jungen Menschen mit Behinderungen und damit die Möglichkeit, ein von staatlicher Unterstützung weitgehend unabhängiges selbstbestimmtes Leben zu führen. Daher hat der LWL in den letzten Jahren verschiedene Initiativen ergriffen.

 

Als Konsequenz der positiven Projektergebnisse in den EQUAL-Projekten gibt es in den seit 1998 flächendeckend eingerichteten Integrationsfachdiensten (IFD), die in Westfalen - Lippe durch das Integrationssamt des LWL refinanziert werden, Stellenressourcen für die Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf für behinderte junge Menschen.

 

Seit Dezember 2009 hat das Projekt „STAR – Schule trifft Arbeitswelt zur Integration

(schwer-) behinderter Jugendlicher“ begonnen. Ziel von STAR ist es, mehr Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache in betriebliche Beschäftigung und Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Um die berufliche Integration zu verbessern, setzt STAR darauf, den individuell bestmöglichen Übergang von der Schule in den Beruf frühzeitig zwei bis drei Jahre vor Schulabschluss zu organisieren. Gleichzeitig sollen die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen der beteiligten Akteure im beruflichen Eingliederungsprozess weiterentwickelt und wo notwendig verbessert werden.

 

STAR wird vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und durch Mittel der Ausgleichsabgabe der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe als Projektträger finanziert.

In enger Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit soll mit vereinten Kräften das Ziel erreicht werden, die Chancen der Jugendlichen auf einen Berufseinstieg zu erhöhen.

 

Ziel sowohl der vergangenen als auch der anvisierten Projekte für die Abgangsschülerinnen und –schüler  aus den LWL-Förderschulen ist es, ein Stückchen mehr an Wahlfreiheit und Normalität zu erlangen und Alternativen zum Besuch einer Werkstatt für behinderte Menschen zu erschließen.

 

3. Anlagen

Anlage 1            -             Schulabschlüsse 2009/2009

Anlage 2            -            Schulabschlüsse an allen LWL-Förderschulen 2000-2009 im Vergleich

Anlage 3            -             Berufliche Werdegänge 2008/2009

1

Finanzielle Auswirkungen:

 

1

Ergebnis- und/oder zahlungsrelevante Auswirkungen?

X

nein

 

ja

 

 

Im Haushaltsplan vorgesehen?

X

nein

 

ja, im Hpl., Produktgruppe

Im Wirtschaftsplan vorgesehen?

X

nein

 

ja, im Wi-Plan

2

Die Leistungen sind

3

Rechtsgrundlage/Ausschussbeschluss:

 

 

 

freiwillig

(Ggfls. weitergehende Erläuterungen siehe Begründung, Seite/Ziffer              )

 

durch Gesetz/Verordnung pp. bestimmt

 

durch Ausschussbeschluss des LWL bestimmt

4

Investitionskosten/einmalige Auszahlungen:

5

Jährliche ergebnisrelevante Folgekosten:

6

Hinweise

Insgesamt:           

EUR

Insgesamt:

EUR

Ergänzende Darstellung zu den ergebnis- und/oder zahlungsrelevanten Auswirkungen (Investitionskosten, Folgekosten, Finanzierung pp.) siehe in der Begründung unter Ziffer

Beteiligung Dritter:

EUR

Beteiligung Dritter:

EUR

Belastung LWL:   

EUR

Belastung LWL:

EUR

 

 


Anlagen:

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Schulabschlüsse 2010-Anlage 1 (31 KB)      
Anlage 2 2 Schulabschlüsse-Verlauf 2000-2010-Anlage 2 (16 KB)      
Anlage 3 3 Schulabschlüsse- 2010-Anlage 3 (35 KB)