Für die Menschen, für Westfalen-Lippe
Logo des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
Home | Der LWL | Soziales | Psychiatrie | Maßregelvollzug | Jugend und Schule | Kultur

Gutspark Steinlake
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land, etwa 1,4 km südlich von Kirchlengern in der Elseaue; der Flusslauf der Else bildet die nördliche Parkgrenze. Größe etwa 4 Hektar. Ursprünglich in der offenen Landschaft angelegt, wird die Gutsanlage heute durch die zunehmende Zersiedlung der Landschaft beeinträchtigt. Im Abstand von 200 - 400 m befinden sich die Autobahn A 30, die DB-Strecke Herford-Bünde, die Bundesstraße B 239 Ortsumgehung Kirchlengern, das EMR-Kraftwerk Kirchlengern und das Straßenverkehrsamt des Kreises Herford.

Die verbliebenen Abstandsflächen zu diesen Nutzungen werden landwirtschaftlich genutzt.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Gut Steinlake ging als eines der jüngsten Rittergüter im Kreis Herford aus dem ehemaligen Gut Niederbehme hervor. Die nebeneinander liegenden Güter Oberbehme und Niederbehme, etwa 2 km südlich von Steinlake, gehörten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts dem Adelsgeschlecht von Quernheim (denen u. a. auch Schloss Ulenburg gehörte). Ab 1693 hatte Niederbehme verschiedene Eigentümer. 1736 ließ der Eigentümer von der Horst wegen ständiger Streitigkeiten mit Oberbehme das Gut abbrechen und am heutigen Standort das Gut Steinlake neu errichten. Beim Bau des Gutes Steinlake wurde im erheblichen Umfang Abbruchmaterial aus Niederbehme verwendet (Auskunft des Eigentümers aus Befund umfangreicher Renovierungen in jüngster Zeit). 1776 wurde Steinlake an den Geheimen Rat von Borries verkauft. Die Familie stellte im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts insgesamt fünf Landräte des Kreises Herford (­u. a. ­Georg von Borries, Philipp von Borries, Rudolf von Borries) und bewohnt noch heute das Gut. Zeitweise gehörte zum Gut eine Tongrube mit Ziegelei, die den Auenlehm der Elseaue verarbeitete.

Gebäude und Ausstattung:
Das Herrenhaus ist ein schlichter, eingeschossiger, verputzter Barockbau aus dem Jahre 1736 mit einer repräsentativen Treppenanlage zum Hof und einer schlichten Terrasse mit Freitreppe zum Park. Die Wirtschaftsgebäude des Gutes stammen nach Angaben des Eigentümers aus dem späten 19. bzw.­ frühen 20. Jahrhundert. Der landwirtschaftliche Betrieb ist verpachtet, die Wirtschaftsgebäude dienen überwiegend als Stellplätze für landwirtschaftliches Gerät.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Auf dem Urmesstischblatt und anderen Karten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind an dem neu errichteten Gut außer Wirtschaftsflächen kein Park oder Garten erkennbar. Um 1850 heiratete Landrat Georg von Borries die Tochter eines Bielefelder Industriellen. In diesem Zusammenhang erfolgt die erste Anlage eines etwa zwei Hektar großen landschaftlichen Parks. Von Verwandten aus Amerika wurden zwei Roteichen geschenkt, die heute noch das Bild des vorderen Parkteils dominieren. An die Anlage schlossen sich Gemüsegärten sowie ein Tennisplatz an. Um 1890 erfolgte unter Einbeziehung des Tennisplatzes und des Gemüsegartens die Erweiterung des Gutsparks. Nach Norden zur Else wurde ein Wäldchen aus Buchen und Eichen angelegt. Unmittelbar am Elseufer legte man um eine alte Fichte einen kleinen Rundweg an. Die Struktur der Anlage aus der Entstehungszeit ist bis heute mit dem Wegesystem und zahlreichen Einzelgehölzen weitgehend erhalten geblieben. Vor dem 2. Weltkrieg wurde der Grasschnitt des Parks zur Fütterung des Viehs der Landarbeiter verwendet. Auch heute wird der Grasschnitt des westlichen Parkbereichs zur Gewinnung von Grassilage genutzt. Der Parkbereich im Norden, unmittelbar an der Else, wurde um 1950 mit Pappeln aufgeforstet. Seit dieser Zeit war der heutige Eigentümer bemüht, durch die Entnahme abgängiger und abgestorbener Bäume (z. B. vieler Ulmen) und entsprechende Nachpflanzung die Raumstruktur des Landschaftsparks zu erhalten. Um 1970 wurde im Bereich des Parks eine große Rohrleitung für die Oberflächenentwässerung der neuerbauten Autobahn verlegt. Entlang des Verlaufs der Rohrleitung erfolgten Neuanpflanzungen. In den letzten Jahren wurden einige Randwege des Parks aufgegeben oder geringfügig verlegt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Mit Ausnahme der nördlichen Parkspitze an der Else entspricht der Park in seiner Struktur noch der Anlage vom Ende des 19. Jahrhunderts. Eine breite Rasenachse erstreckt sich vom Herrenhaus nach Nordwesten, flankiert von zwei Roteichen (Durchmesser mehr als 3 ­m­, eine krank durch Pilzbefall) sowie zwei etwa 12 m hohen Thuja.

Die Randbereiche des Gutsparks werden durch dichte Gehölzpflanzungen charakterisiert. Mehr als 1 Hektar des Rasens wird als Zierrasen gepflegt. Weitere Rasenflächen werden mit einer dreimaligen Mahd im Jahr genutzt. Das Wegenetz wird gepflegt. Hervorzuhebende Gehölze sind die zwei Roteichen, zwei Thuja, eine Trauerbuche, verschiedene Ahornkultivate sowie eine Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata). Nah am Haus steht in einer Gebüschgruppe ein etwa 1,6 m langes Stück einer Walfischrippe. Mehrere Rhododendron- und Azaleengruppen bilden im Frühjahr blütenreiche Blickpunkte.

Historischer Zeitraum:

von 1850

Quellen:

  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1895): Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 3817. Bonn-Bad Godesberg.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 01.01.2000

Beginn der Navigation/Link zum Seitenanfang|
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
© Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), 48133 Münster
Kontakt | Impressum | Hilfe |