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Wildpark Dülmen
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situatuion, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland/Westmünsterland; südlich von Dülmen, ca. 120 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte, Ausstattung und Beschreibung
Wild- und Vorpark sind im Gegensatz zum Schlosspark noch weitgehend vorhanden. Sie liegen im Bereich ehemaliger landwirtschaftlicher Güter, allen voran des Gutes Hinderkinck mit seinen Ländereien im Wildpark. Dieses Gut bestand seit 1341, wo es erstmals als Lehen einer Burgmannsfamilie erwähnt wird. 1380 saß ein Wessel von Lembeck aus Merfeld auf dem Gut des Stiftes Münster, doch die Familie starb bald im Mannesstamm aus und es folgte die Schultenfamilie Hinderkinck. Der letzte Schulte Hinderkinck trat 1800 sein Erbe an. Damals lag der Hof als Eininselanlage innerhalb einer Gräfte, deren Reste noch heute im Wildpark erkennbar sind. 1804 baute Cristof Schulte Hinderkinck ein neues Haus außerhalb der Gräfte, starb jedoch schon 1808, sodass seine Mutter mit ihrem zweiten Ehemann, dem Landwirt Uhlenbrock aus Buldern, die Bewirtschaftung übernahm und unter anderem den noch erhaltenen Schafstall baute. 1829 folgt der Schwiegersohn im Besitz, verpachtet das Gut jedoch und verkauft es schließlich mit den meisten Ländereien 1860 an den Herzog von Croy, der hier einen Landsitz plante.

Mit der Planung des neuen Landschaftsparks wurde wiederum Edward Milner beauftragt, der 1864 einen "veränderten" Entwurf für die Gestaltung vorlegte, welcher ebenfalls durch Charles Barnard zur Ausführung gelangte. Milner plante in dem 120 Hektar großen Areal nicht nur den Herzteich mit der malerischen Holzbrücke und Wiesenflächen mit Einzelbäumen und Baumgruppen (clumps), wie sie für englische Landschaftsparks typisch sind. Er nahm auch Rücksicht auf vorhandene Gehölzbestände, die in die Anlage integriert wurden. Zudem sind kleine Geländemodullierungen, wie Hügel, zu erkennen. Sein Obergärtner Charles Barnard hat in den Gehölzpflanzungen ebenfalls seine Handschrift hinterlassen: So sind einige der Nadelholzbestände mit lichten Birken gefasst. Die Wege im Wildpark, so geschwungen sie auch angelegt sind, scheinen sich an Notwendigkeiten orientiert zu haben. Einen Rundweg plante Milner, jedoch ohne Staffagebauten als Blickfang wie eigentlich üblich. Parallel zum Wildpark wurde der Vorpark als Verbindung zwischen Schloss und Wildpark gebaut. Er führte mit geschlängelten Wegen an der herzoglichen Eisenhütte vorbei in den Wildpark. Es folgten in einem Abstand von etwa zehn Jahren vier Erweiterungen des Geländes, vor allem mit forstlicher Nutzung und als Rückzugsfläche für das Wild geplant. In den 1920er Jahren wurden hier Rehe, Damwild und Mufflons gehalten, es gab auch Wildschweine und Hasen.

Heute sind einige der Erweiterungsbereiche durch den Autobahnbau wieder vom Park abgeschnitten. Der von Milner geplante Teil ist jedoch noch komplett erhalten und weitgehend in der alten Form erkennbar. Einige Aufforstungen und Bereiche mit Naturverjüngung entsprechen nicht mehr dem historischen Entwurf und einige wenige Wege sind hinzugekommen. Heutzutage lebt vor allem Damwild im Park, der für Besucher frei zugänglich ist. Ein neuerdings weitgehend befestigter Rundweg um den Park bietet mehrere malerische Blicke auf den Herzteich, das Forsthaus und den Schafstall.
Der Vorpark ist in seinem Erhaltungszustand zwischen dem Schlosspark und dem Wildpark einzustufen. Es sind noch Teile der historischen Wegeführungen sowie einige der alten Bäume, allen voran ein Mammutbaum, erhalten. In jüngerer Zeit wurden aber auch ein Spielplatz, eine Boulebahn und ein Sitzplatz eingefügt. Besonders schön ist ein Spaziergang durch den Vorpark im Frühjahr, wenn ein bunter Teppich aus Buschwindröschen, Lerchensporn, Scharbockskraut und anderen Geophyten den Boden bedeckt.

Ebenfalls zu den Besitzungen des Herzoghauses gehört die Wildpferdebahn, die jedoch aus Rücksicht auf die Pferde in den Sommermonaten an Wochenenden und Feiertagen, sonst aber nur nach Voranmeldung zu besichtigen ist. Ein Besuch könnte jedoch eine gelungene Ergänzung zu ausgedehnten Spaziergängen in den drei öffentlich zugänglichen Parks mit ihren vielseitigen Eindrücken sein.

Art der Anlage
Landschaftspark, Wildpark

Historischer Zeitraum:

von 1860

Quellen:

  • Kreutzer, Gerd-Wilhelm (1959): Der Dülmener Raum um 1800 - auf der Le Coqschen Karte. In: Dülmener Heimatblätter, Jahrgang 1959, Heft 4, Dülmen, Seite 61 - 65.
  • o.A. (o.J.): Herzogliches Archiv Croy. Dülmen.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 178 - 183.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Hoffmann, Rudolf (1963): Die Geschichte des Forstrevieres Wildpark. In: Dülmener Heimatblätter, Jahrgang 1964, Heft 1/2, Dülmen, Seite 7 - 13.
  • Ludorff, Albert (1893): Kreis Lüdinghausen. Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 1, Paderborn.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 18.10.2007

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