Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; der Garten ist nach Voranmeldung zu besichtigen.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälische Tieflandsbucht - Kernmünsterland; im Osten der
Stadt Dülmen.
Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die historische Bedeutung und die ursprüngliche Gestaltung
des Ritterguts sind heute nicht mehr erkennbar. Dabei liest sich die Geschichte
wie ein "Who is Who" des westfälischen Adels. Bereits 1302 werden die Herren
vom Osthove erstmals erwähnt. Sie waren Burgmänner von Haus Dülmen. Ihnen
folgen jedoch schon bald die Ritter von Schedelich (auch Schalke), die sechs
Generationen lang auf Osthoff lebten. Das Haus ist sicherlich schon zu dieser
Zeit ein Gräftenhof gewesen. Nach dem Aussterben der Familie im Mannesstamm, im
Jahre 1604 durch einen tragischen Jagdunfall hervorgerufen, wird Haus Osthoff
an Johann von Bischopink verkauft, der mit Richmod von Droste zu Hülshoff
verheiratet war. Deren Enkelin Klara Richmodis, mit Johann Ferdinand von der Menge
verheiratet, erbt Osthoff, die Familie verkauft das Gut 1726 an den General
Baron Franz Anton von Landsberg. Er ist mit Anna Maria von Galen verheiratet,
die als Erbauerin des bis heute erhaltenen Herrenhauses gilt, da Franz Anton
bereits 1727 starb und das Allianzwappen beider über der Eingangstür prangt. Es
ist aber auch möglich, dass die gemeinsame Tochter, Antoinette Helena, und ihr
Mann Kaspar von Korff-Schmising die Erbauer sind. Sie heirateten 1712 und
Antoinette erbte Osthoff bereits 1734. Das Allianzwappen ihrer Eltern zeigt die
Jahreszahl 1737. Wer Planer des Hauses war, konnte bisher ebenfalls nicht
eindeutig festgestellt werden, es sind aber berühmte Baumeister wie Pictorius
oder Schlaun im Gespräch.
Gebäude und Ausstattung
Der Bau ist ein ortstypischer Backsteinbau mit
Sandsteinelementen an Fenstern und Türen. Die Nachkommen der Eheleute von
Korff-Schmising wiederum heirateten Angehörige der Familien von Droste zu
Vischering, von Nagel, von Galen, von Merveldt und von Fürstenberg, um nur einige
zu nennen. Es entstand also ein dichtes Netz von Verbindungen über das
Münsterland und Westfalen.
1880 brennen Torhaus und Wirtschaftsgebäude ab und werden außerhalb der noch erhaltenen Gräfte wieder erbaut. Zu etwa dieser Zeit wohnt Max von Spiessen auf Osthoff und stellt genealogische Forschungen zum Geschlecht der von Schedelich an. 1890 verlässt er das Haus und es wird wenig später zu einer beliebten Kaffee- oder Gartenwirtschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg besteht. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre wird Haus Osthoff wieder als Wohnhaus genutzt. Zu dieser Zeit werden einige Maßnahmen vorgenommen, die der Architektur des Hauses schaden: Drei Seiten werden verklinkert und später verputzt, moderne Anbauten zerstören die Symmetrie des Herrenhauses, das nur kurze Zeit später leer steht. Nach zunehmendem Verfall wird das Grundstück des Guts bis auf 2.500 Quadratmeter zur Bebauung freigegeben und das Herrenhaus als Auflage kernsaniert. Der Garten verwildert weiter.
Art der Anlage
Garten
Beschreibung
Seit 2002 haben sich jedoch wieder Besitzer gefunden, die
das Haus mit seinen Besonderheiten schätzen und aus dem Garten ein kleines
Paradies schaffen. Die Planung des formalen Gartens fand durch Professor
Deilmann statt, der für seine Auftraggeber mehrere Gartenräume schuf. Die
Bepflanzung liegt in der Hand der Eigentümer Bärbele und Bernhard Krug. Sie
bringen unter anderem Funkien, Rosen, Hortensien und Kübelpflanzen zum Blühen.
Auch die Auswahl der Heckenpflanzen und Hochhecken stammt von den
Gartenfreunden. Zum Einsatz kamen Hainbuchen, Liguster und viel geschnittener
Buchs. So sind grüne Zimmer mit ganz unterschiedlichem Charakter entstanden,
mal sonnig mit zentralem Wasserbecken, mal schattig mit Rhododendren, hier mit
einem Platanendach und dort mit einem Kräutergarten. Da Bärbele Krug ein
Internetversandhaus für Designmöbel leitet, wundert es nicht, dass überall
passende Gartenmöbel stehen, die zum Verweilen einladen. Die Idee zu den
Gartenzimmern haben die Eigentümerin und ihr Mann, der Studiendirektor und
Künstler ist, aus England mitgebracht, ebenso wie einige der traumhaft
duftenden Rosen und ihre Begleiter, wie Katzenminze und Lavendel. Im Jahr 2007
wurde ein neuer Gartenteil eröffnet, der in Anlehnung an ein barockes Parterre
gestaltet ist.
Historischer Zeitraum:
von 1712Quellen:
Bilder und historische Karten: