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Gutspark Hollwinkel
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
In der Alsweder Niederung unmittelbar südlich des Mittellandkanals, etwa 0,5 km­ ­ östlich des Ortsteils Hedem; Größe etwa 10 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Es wird vermutet, dass Schloss Hollwinkel am Ende des 13. Jahrhunderts von einer aus der Region Hildesheim vertriebenen Familie Holle gegründet wurde. Etwa seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts befindet es sich im Eigentum der Familie von Schloen gen. Gehle. Hollwinkel wurde 1459 als westlicher Vorposten des Bistums Minden in einer Fehde mit Osnabrück belagert und beschossen, Steinkugeln aus dieser Fehde wurden 1871 in der Gräfte gefunden. Auch im 30jährigen Krieg soll Hollwinkel von den Schweden belagert worden sein.

Nach dem Erlöschen der Familie von Gehle 1758 fiel das Schloss dem Lehnsherrn Friedrich II. von Preußen zu, der es 1758 dem Freiherrn von Asseburg übertrug, der es aber bereits 1776 mit Zustimmung des Königs an den Preußischen Staatsminister Freiherrn von der Horst verkaufte. Nachdem das Gut von 1791 bis 1830 unbewohnt war, ist es seit 1830 und dem Verkauf des ehemaligen Sitzes Schloss Haldem bis heute Hauptwohnsitz der Familie von der Horst.

Gebäude und Ausstattung:
Im Gegensatz zu vielen anderen Rittergütern der Region war Hollwinkel im Mittelalter wohl als wehrhafte Wasserburg ausgebaut. Das Schloss liegt noch heute auf einer Insel und ist von breiten Gräften umgeben. Der massive westliche Eckturm sowie der Unterbau des Schlosses stammen aus dem Mittelalter. Nach einem grundlegenden Umbau wohl um 1504 ist das als 4-Flügelanlage konzipierte Schloss mehrfach umgebaut und erweitert worden und zeigt heute Elemente verschiedener Architekturepochen. Größere Umbauten des Wohnteils erfolgten 1831 nach Übernahme durch die Familie von der Horst.

Die heutige Gestalt des Südflügels mit Anbauten von Erkern und Türmchen sowie die Turmhaube auf dem Bergfried im historisierenden Stil stammen aus den Jahren 1870 bis 1873. Seit Beginn der 1980er Jahre sind im Schloss Wohnungen und Büros eingerichtet worden. Die südlich vorgelagerten renovierten Fachwerkgebäude des Wirtschaftshofes werden ebenfalls als Wohnungen und Gewerberäume genutzt.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark / Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Mit Ausnahme der Topografischen Karten von 1837 und 1896 liegen keine Quellen zur Geschichte des Parks vor.

Die Karte von 1837 zeigt nördlich des Schlosses, jenseits der Gräfte und einer Mühlenumflut, ein von Wegen durchzogenes Wäldchen, das als Gutspark identifiziert werden kann und unter Umständen im Zusammenhang mit der Übernahme und dem Umbau des Schlosses durch die Familie von der Horst im Jahre 1830 steht. Die Preußische Landesaufnahme von 1896 zeigt wiederum dieses Wäldchen, das nunmehr von einem Weg zum nördlich liegenden Erbbegräbnis durchzogen wird. Am östlichen Waldrand wurden zwei Teiche angelegt, die daran angrenzende Fläche wurde durch Anpflanzung von Bäumen und Baumgruppen zum Landschaftspark entwickelt. Der Park wird von Osten vom bereits begradigten Flusslauf der Großen Aue begrenzt.

Der Bau des Mittellandkanals zu Beginn des 20. Jahrhunderts griff zwar nicht unmittelbar in den Park ein, der Kanal verläuft etwa 100 Meter nördlich der ehemaligen Parkgrenze. Das Erbbegräbnis wurde durch den Kanal vom Park abgetrennt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Gewässerstruktur im Umfeld des Schlosses markant verändert. Der Flusslauf der Großen Aue wurde großräumig verlegt und liegt heute am Westrand des Schlossparks. Die den Park teilende Mühlenumflut verschwand oder ist noch als schwacher Graben erkennbar, der an einer Stelle zu einem weiteren Teich ausgebaut wurde.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Man erreicht das Schloss über eine etwa 200 Meter lange Allee. Ein repräsentatives Tor an einer Brücke über die Gräfte führt auf den Vorplatz, eine große Rasenfläche mit geschwungenem Zufahrtsweg. Am Rand der Gräfteninsel steht dichter Gehölzbestand, an der Ostseite teils sehr alte Einzelbäume (Naturdenkmale). Die Gräfteninsel wird als private Gartenfläche für die Wohnungen im Schloss genutzt. In der Nordwestecke findet sich ein Gedenkstein.

Der ehemalige Gutspark nördlich der Gräfte ist über eine schmale Brücke erreichbar. Alle gestaltbildenden Elemente des Landschaftsparks sind noch gut erkennbar. Drei Teiche, davon zwei mit Inseln, bilden in dem von Wegen durchzogenen Wäldchen eine romantische Situation, die durch eine Gedenksäule auf der Insel im nördlichen Teich verstärkt wird (Inschrift: "Dem Genius des ehelichen Glücks"). Am östlichen Waldrand ist ein künstlicher Hügel mit Blick auf den Wiesenbereich erhalten. Im Bereich des offenen Landschaftsparks dominieren ein Lebensbaum (Naturdenkmal), eine Blutbuche, Tulpenbäume und Eichen. In den extensiv gemähten Wiesenflächen stehen einige Reithindernisse. Auch ein Netz von Wasserläufen ist noch erkennbar, zurzeit jedoch nicht mit Wasser bespannt.

Ein Saum aus alten Gehölzen mit Weg schließt den Park nach Osten. Die Restflächen zwischen dem Park, dem Kanal der Großen Aue und einer Brückenzufahrt im Osten sind aufgeforstet worden und haben sich zu Waldflächen entwickelt.

Seitens des Eigentümers sind verschiedene Pflegemaßnahmen vorgenommen worden, insbesondere wurden Altbäume freigestellt und Gehölzwuchs auf der Wiesenfläche beseitigt.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band 7, Seite 368 - 380

Historischer Zeitraum:

von 1830 - 1837

Quellen:

  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1896): Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 3617. Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Bartocha, Heinz (1986): Schloss Hollwinkel in Preußisch Oldendorf. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 199 - 201.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1837): Urmeßtischblatt Blatt 3617 . Bonn-Bad Godesberg.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 30.09.1999

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