Für die Menschen, für Westfalen-Lippe
Logo des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
Home | Der LWL | Soziales | Psychiatrie | Maßregelvollzug | Jugend und Schule | Kultur

Gutspark Haus Thüle
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Am Übergang der oberen Lippetalung in die Hellwegbörde am Erlbach am Nordrand des Ortszentrums von Thüle; Größe etwa 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der Ort Thüle ist mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung 826 eine der ältesten Gemeinden im Paderborner Land. 1283 tritt erstmalig das Adelsgeschlecht von Thüle in Erwähnung. Dieses Ministerial- und Rittergeschlecht besaß das Gut bis 1626, in weiblicher Erbfolge der Familien von Alten und von Heiden bis 1841. Der neue Besitzer, der Lippstädter Häusermakler Wilhelm Arntzen veräußerte Teile der landwirtschaftlichen Flächen parzellenweise an die Einwohner von Thüle und 1848 das Restgut an die westfälische Adelsfamilie von Ketteler.

Unter Wilderich von Kettler nahm die Landwirtschaft des Gutes einen Aufschwung. Häufig weilte Wilderichs Bruder, der als "Arbeiterbischof" bekannte Bischof von Mainz Wilhelm Emanuel von Kettler, in Thüle. 1965 wurde das Gut an die Familie von Brenken verkauft.

Gebäude und Ausstattung:
Die Gutsgebäude liegen auf einer Gräfteninsel. Das Herrenhaus wurde wahrscheinlich 1662 nach Übersiedlung der Erben der Familie Thüle errichtet. Die Gräfteninsel ist über eine Brücke zu erreichen, die in ein 1712 errichtetes Torhaus mündet. Auf der Insel befinden sich auch zwei kleinere Wirtschaftsgebäude.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Angaben zur Geschichte des Parks sind nicht vorhanden. Die preußische Neuaufnahme von 1894 zeigt eine Brücke, die aus der Mittelachse des Gebäudes nach Norden über die Gräfte führt. Aus der Kartendarstellung, Grünland mit Einzelbäumen, kann auf einen extensiven Landschaftspark geschlossen werden, an dem westlich Nutzgartenflächen, vermutlich eine Obstwiese, angrenzen.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Auf der Gräfteninsel befinden sich teilweise älterer Baumbestand sowie privat genutzte Gartenflächen. Eine Brücke führt nach Norden über die Gräfte in extensivere Grünlandflächen mit teils alten Einzelbäumen, die stellenweise noch die Struktur eines ehem. Parks andeuten. Die Flächen gehen nach Norden und Westen in Pappel-/Fichtenwald, nach Westen in eine verwilderte Obstwiese über. Nahe der Gräfte unter Altbaumbestand steht ein Bildstock.

Sonstiges:
Gegenüber von Haus Thüle befindet sich eine weitläufige Grünanlage vor der Pfarrkirche mit ihrem 1010 bis 1020 erbauten Turm.

Auffällig in dieser Grünanlage ist ein moderner Brunnen, der an die Glockensage von Annette von Droste-Hülshoff erinnert sowie zwei Kriegerdenkmale für die Toten des Krieges 1870/71 aus dem Jahr 1913 und die Toten der Weltkriege aus dem Jahr 1957, die in ihrer künstlerischen Gestaltung den jeweiligen Zeitgeist abbilden und somit in einem deutlichen Kontrast zueinander stehen.

Historischer Zeitraum:

von 1662

Quellen:

  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1894): Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 4217. Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Tönsmeyer, Josef (1956): Haus Thüle bei Salzkotten. In: Die Warte Heft 7-8/1956, Paderborn.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 06.09.1999

Beginn der Navigation/Link zum Seitenanfang|
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
© Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), 48133 Münster
Kontakt | Impressum | Hilfe |