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Arminius- und Jordanpark Bad Lippspringe
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit:

Stadt Bad Lippspringe, Postfach 14 80, 33169 Bad Lippspringe. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:

Am Übergang der Senne zur Paderborner Hochfläche, westlich des Teutoburger Waldes; im Ortskern von Bad Lippspringe; insgesamt etwa 6,5 ­Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:

Die Geschichte Bad Lippspringes als Kurbad begann 1833 mit der Erschließung der Arminiusquelle. Über ihre Entdeckung im Jahre 1832 gibt es zwei Überlieferungen, verbürgt ist lediglich, dass es sich um einen Zufallsfund und nicht um eine systematische Erbohrung handelte. So wurden entweder Waschfrauen, die die benachbarte Lippequelle gerne zum Waschen nutzten auf die Quelle aufmerksam, oder sie verdankt ihre Entdeckung einem Nachbarschaftsstreit. Beide Vorgänge führten jedoch letztendlich zu einer genauen Analyse des Quellwassers, welche die Qualität der Arminiusquelle als hochmineralisiertes Heilwasser bestätigte und damit die Entwicklung Lippspringes als Kurort begründete. Der Name "Arminius" leitet sich übrigens vom deutschen Namen "Hermann" ab, mit dem hier dem Cheruskerfürsten gedacht wurde, der einst in der Schlacht am Teutoburger Wald den Römern eine vernichtende Niederlage bereitete.

Bis 1895 erlebte Bad Lippspringe eine Blüte als Bad für wohlhabende Kurgäste. 1896 begann die Aufnahme von Gästen der neu gestalteten Sozialversicherungsträger. Bis 1920 machten diese 85 % der Kurgäste aus, teils zur Behandlung von Tuberkulose. 1945 wurden große Teile von Bad Lippspringe von den britischen Streitkräften beschlagnahmt, der Arminiuspark wurde eingezäunt, das Kurhaus diente als Offizierskasino. In den Jahren bis zur Rückgabe des Parks und der meisten Gebäude 1959 kam der Kurbetrieb weitgehend zum Erliegen. 1954 wurde der Kurpark restauriert und wieder öffentlich zugänglich. Eine erneute Umgestaltung erfolge im Rahmen der REGIONALE 2000 zum Allergologischen Kommunikationspark.

Gebäude und Ausstattung:
Als erstes Kurhaus entstand 1843 das "Alte Kurhaus". Das Gebäude ist in den letzten Jahrzehnten abgerissen worden. An seiner Stelle befinden sich heute die PKW-Stellplätze für das Kongresshaus.

1854 bis 1855 wurde auf einer unmittelbar angrenzenden Anhöhe das neue Kurhaus, das heutige "Prinzenpalais"erbaut. Das villenartige Gebäude war in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gesellschaftlicher Mittelpunkt des Badeortes. Seinen Namen erhielt es von den adligen Gästen, die hier logierten, wenn sie zu herbstlichen Reitjagden in die nicht weit entfernte Senne kamen. Mit dem 1906 erbauten Kursaal entstand unmittelbar an der malerisch von einer mittelalterlichen Burgruine überragten Lippequelle ein weiteres Kurgebäude. An der benachbarten Arminiusquelle befand sich zu dieser Zeit eine Trinkhalle mit vorgelagertem Wandelgang sowie ein Badehaus. Der ehemalige Kursaal ist in den letzten Jahrzehnten nach mehrfachen Erweiterungen und Umbauten zum Kongresshaus ausgebaut worden.

Aus der Tuberkulosebehandlung hat sich Bad Lippspringe heute zu einem Zentrum der Behandlung von Atemwegserkrankungen, Asthma und Allergien entwickelt.

Ar der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark (Kurpark).

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Als erster Kurpark Lippspringes wurde 1841 der etwa 4 Hektar ­ große Arminiuspark östlich des Stadtzentrums unter der Leitung des Paderborner Kunstgärtners Nölting angelegt. Es wird vermutet, dass der berühmte preußische Gartenbaudirektor Peter Josef Lenné an den Planungen beteiligt war, was jedoch bis heute nicht bewiesen ist. Die Lennéschen Gartenentwürfe dienten bei der Gestaltung des Arminiusparks vermutlich nur als Vorbild. Für den Arminiuspark zeigen die Pläne aus der Entstehungszeit großzügige Rasenflächen, die mit einzelnen Bäumen und Baumgruppen bepflanzt sind und von weit geschwungenen Wegen gegliedert werden. Zur Arminiusquelle führte ursprünglich eine breite vierreihige Brunnenallee. Sie fand ihre Fortsetzung mit einer zweireihigen Allee, die den Park in einem sanften Bogen an der Nord- und Ostseite umschloss und auf einer leichten Anhöhe endete.

Der etwa 2,5 Hektar große Jordanpark entstand um 1894 als nördliche Erweiterung des Arminiusparks. Im Gegensatz zur offenen landschaftlichen Gestaltung des Arminusparks wird der Jordanpark von einem geschlossen waldartigen Gehölz- und Baumbestand bestimmt. Unter hohen Bäumen entspringt mitten im Park eine Nebenquelle der Lippe, der Jordan. Die Bezeichnung "Jordan" geht auf die Legende zurück, dass an dieser Stelle im 8. Jahrhundert heidnische Sachsen durch christliche Missionare getauft wurden. Die Quellfassung aus Natursteinen und der weitere Ausbau des Hanges zu einem Grottental stammen als romantisierende Gestaltungselemente aus der Entstehungszeit des Parks.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Weitgehend umgestaltet ist heute der südliche Bereich des Parks. An der Arminiusquelle steht heute ein kleiner Brunnentempel, in den als Reminiszenz die alten Säulen des Vorgängerbaus integriert wurden. Von der einst mit Kastanien bepflanzten Brunnenallee sind nur noch wenige alte Exemplare erhalten geblieben. Der nördliche Teil des Parks ist im Wesentlichen in seiner historischen Grundstruktur erhalten geblieben. Auf dem modellierten Terrain mit seinen weiten Rasenflächen sind die alten Bäume inzwischen zu eindrucksvollen Naturdenkmälern herangewachsen. Schöne freistehende Solitärbäume, unter denen sich als botanische Besonderheiten ein Ginkgo, eine Korkeiche und ein Trompetenbaum befinden, sowie sorgfältig arrangierte Baumgruppen geben diesem Parkbereich seine Gestalt. Die den Park mit einem leichten Schwung umgrenzende Allee ist noch stellenweise an den vorhandenen Altbäumen zu erkennen. Der weitere Verlauf der Allee wird durch den Fahrweg der Kurparkstraße gestört, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Damm angeschüttet wurde, um den morastigen Boden der Lippeaue für die schweren Militärfahrzeuge der Alliierten befahrbar zu machen. Die Kurparkstraße trennt heute den Arminiuspark vom nördlich anschließenden Jordanpark. Auf der Grundlage der erhaltenswerten Parksubstanz wurde der Arminiuspark im Frühjahr 2000 zu einem "Allergologischen Kommunikationspark" umgestaltet, in dem auch Kunst und kulturelle Veranstaltungen ihren Platz finden. Einen Schwerpunkt bildet das Thema "Allergien", auf deren Behandlung sich inzwischen die Klinik- und Kurbetriebe in Bad Lippspringe spezialisiert haben. Neu angelegte Terrassengärten thematisieren am Prinzenpalais beispielsweise die Wechselwirkung der Pflanzen auf allergische Reaktionen. Die historische Kastanienallee wird erneut zur Kurpromenade entwickelt und in der Mitte des Parks entstand eine große Veranstaltungswiese. Darüber hinaus wurden die Übergänge von der Stadt in den Park und die Verbindung zwischen Arminius- und Jordanpark attraktiver gestaltet.

Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 5, Seite 100 bis 126.

Historischer Zeitraum:

von 1841

Quellen:

  • Lincke, Günther (1980): Stadt und Bad Lippspringe. Bad Lippspringe, Seite 27 - 36.
  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Naumann, Elfriede (1991): Prinzenpalais - ein Haus mit Vergangenheit. In: Die Warte 70/1991, Paderborn, Seite 23.
  • Gottesbüren, Fritz/ Wieschok, Günter (1979): Lippspringe im 19. Jahrhundert. Bilder und Berichte unserer Stadt. Horn-Bad Meinberg, 1. Auflage, Seite 2 - 5.
  • Birwé, Horst (1980): Die Wandlungen des modernen Heilbades. In: Die Warte 25/1980, Paderborn, Seite 9 - 10.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1894): Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 4218. Bonn-Bad Godesberg.
  • Kaspar, Fred (1993): Brunnenkur und Sommerlust - Gesundbrunnen und Kleinbäder in Westfalen. Bielefeld.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 100 - 126.
  • Hüser, Karl (1980): 780-1980 Stadt Lippspringe. In: Die Warte 25/1980, Paderborn, Seite 2 - 5.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 156 - 160.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 01.01.2000

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