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Haus Flörbach, Gronau
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich. Der Garten kann von den umgebenden Wegen aus eingesehen werden.

Naturräumliche Situation und Lage

Westfälische Tieflandsbucht - Westmünsterland, ca. 3 km westlich des Ortsteils Gronau-Epe.

Allgemeine Angaben zur Geschichte

Der Name des Hauses leitet sich von einem kleinen Bach ab, der im Westen des Grundstücks fließt. Das heutige Wohnhaus war einst das Landhaus der Familie und überblickt den malerischen Landschaftspark. Ursprünglich handelte es sich beim Gut Flörbach um einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, der heute außerhalb der Familie weitergeführt wird. Der Landschaftspark von Haus Flörbach wurde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von der holländischen Großmutter des heutigen Besitzers angelegt. Ein undatierter und unsignierter Plan vermutlich aus der Zeit um die Jahrhundertwende, mit Rundwegen unterschiedlichster Länge, gibt jedoch Anlass zu der Vermutung, dass ein professioneller Planer die Hand im Spiel hatte.

Gebäude und Ausstattung
Bei der Ausführung half eine holländische Gesellschaft, die Heidemaatschappij, die sich die Landkultivierung zur Aufgabe gemacht hatte. Hier handelte es sich vor allem um sauren Moorboden. Ein Teich sah nicht nur schön aus, sondern bot auch eine Form der Drainage in feuchtem Moorboden. Der Teichaushub wurde zur Formung des Hügels verwendet, auf dem das heutige Wohnhaus steht. Noch 1902 waren kaum Bäume vorhanden, das Gelände war auf diesem Moorboden vor allem mit der ursprünglich vorhandenen Heide bewachsen. Der Boden eignete sich jedoch hervorragend zur Anpflanzung von Rhododendron und anderen Moorbeetpflanzen, die nach und nach folgten.

Beschreibung
Noch heute zieht die Rhododendronblüte im Mai zahlreiche Besucher auf die umgebenden Wanderwege, von denen man Anteil an dieser Pracht haben kann. Die öffentlichen Wanderwege führen durch angrenzende Waldgebiete, deren Verkehrssicherung (Überprüfen der Standfestigkeit von Bäumen und Schneiden morscher Äste) eine aufwändige Angelegenheit für den Besitzer sind. Wer diese Wege benutzt, sollte also vorsichtig sein.

In Hausnähe sind pflegeintensivere Beete angelegt, um die sich der Hausherr persönlich kümmert. Dieser intime Bereich ist von weiträumigen Rasenflächen mit unterschiedlichen Ausbuchtungen umgeben, die den Übergang zu den Gehölzgruppen bilden. Geschickt angelegte Rundwege führen durch die Gehölzgruppen. Hier ist die Leidenschaft des Besitzers gut zu erkennen: Als Baumliebhaber und Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft hat er einige exotische Arten untergebracht, die die Anlage auch optisch bereichern. Neben den verschiedenen Rhododendron sind vor allem Azaleen und Magnolien zu finden sowie der bodendeckende kanadische Hartriegel (Cornus canadensis). Sie lieben allesamt den sauren Boden, der hier natürlich ansteht. Manche dieser Arten benötigen jedoch, zumindest in unserem Klima, Winterschutz und werden deshalb vor starkem Frost geschützt. Hinzu kommen Arten wie Kalifornischer Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) sowie seltene Kastanien-, Buchen- und über 60 Eichenarten. Den Laien verwirren würde sicherlich die eichenblättrige Buche (Fagus sylvatica Quercifolia) oder die weidenblättrige Eiche (Quercus phellos), um nur einige der auffälligsten Gehölze zu nennen. Aus der Zeit der Erstanlage sind noch einige stattliche Blutbuchen (Fagus sylvatica Atropurpurea) und Eichen (Quercus spec.) erhalten, die dem Garten einen romantischen Charme verleihen. Im Frühjahr wird der Eindruck durch blühende Zwiebelpflanzen unterstrichen, allen voran den verwilderten Narzissen. Von den Rundwegen aus ergeben sich immer wieder reizvolle Blicke über den Teich und die weiten Rasenflächen auf das Haus oder auf markante Punkte in der umgebenden Landschaft. Diese Wege sind Teil der historischen Anlage und sind vollends privat, ebenso wie die Brücken über den mit Seerosen bewachsenen Teich und seine Ausläufer.

Die außergewöhnliche Gartenanlage am Haus Flörbach ist für dendrologisch interessierte Menschen ein kleines Juwel. Für die örtliche Bevölkerung sind die umgebenden Wälder eine willkommene Abwechslung beim Sonntagsspaziergang in der nahen Umgebung, vor allem im Mai, wenn die Rhododendron blühen.


Historischer Zeitraum:

von 1890

Quellen:

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 104 - 107.
  • Dickel, Hans-Peter et al. (1982): Natur und Kultur des Raumes Gronau und Epe. Gronau.
  • o.A. (o.J.): Historischer Plan: Haus Flörbach. o.O..

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 18.10.2007

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