Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; westlich der Altstadt von Detmold in der Aue des Knochenbaches; Größe etwa 1 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Geschichte des Rittergutes Braunenbruch reicht bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit erbaute der Detmolder Burgmann Alrad der Schwarze mit Zustimmung des Edelherrn Otto zur Lippe ein befestigtes Haus vor den Toren der Stadt. Es handelt sich bei Braunenbruch vermutlich um den ältesten Sitz des niederen lippischen Landadels. Die Nachkommen des Burgmannes behielten das Gut fast 400 Jahre in ihrem Besitz, bis die Familie mit dem letzten Nachkommen, dem braunschweigischen Rittmeister Adolf Viktor Schwarz von Braunenbruch im Jahre 1716 ausstarb. Aus dessen Nachlass erwarb die Familie von Scheele das Gut, die es aber bereits 1752 wieder verkauften. Eigentümer der Anlage wurde nun Amtmann Henrich Conrad Niemeyer aus Sternberg. Von dessen Sohn erwarb 1802 Philip August Merckel das Gut. Im Jahre 1967 wurde Braunenbruch von der Familie Merckel an die Stadt Detmold verkauft, die es in den nachfolgenden Jahren weiter veräußerte.
Gebäude und Ausstattung:
Nach den Vorgängerbauten einer mittelalterlichen Wasserburg und eines im 18. Jahrhundert errichteten Herrenhauses bestand die Gutsanlage im 19. Jahrhundert aus dem 1842 neu errichteten Herrenhaus, zwei flankierenden großen Wirtschaftsgebäuden, einer Wassermühle am Knochenbach und einem Mausoleum der Familie Merckel jenseits des Bachlaufs im südöstlich angrenzenden Wäldchen. Bis auf das in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts sanierte Herrenhaus und das östliche Wirtschaftgebäude sind die meisten Bauten abgerissen worden. Die Steinbrücke über den Knochenbach wurde 1822 errichtet.
Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der kleine Landschaftspark wurde nördlich des neu errichteten Herrenhauses wahrscheinlich zur Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Mit einem leicht geschwungenen Mittelweg wurde der Zugang in den Park und die Zufahrt zum östlichen Wirtschaftsgebäude auch aus nördlicher Richtung ermöglicht. Das Besondere der Anlage war zum einen die Verwendung von Resten der Vorgängerbauten als stimmungsvolles, romantisches Ruinenmotiv im sogenannten "Hohen Garten" und zum anderen die Anpflanzung von zahlreichen dendrologischen Raritäten des 19. Jahrhunderts. Ein gartenkünstlerisches Gestaltungselement ist auch die aus südlicher Richtung auf das Gut zuführende Pappelallee die ursprünglich eine Länge
von mehr als 1 km hatte. Links und rechts der Brücke über den Knochenbach wurden als Wegemarkierung zwei Pyramideneichen gepflanzt.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Das historische Rittergut liegt heute inmitten eines dicht bebauten Gewerbegebietes und der wertvolle Landschaftspark wird als Damwildgehege genutzt. Die durch die falsche Nutzung hervorgerufenen Schäden und Zerstörungen führen zum zwangsläufigen Ruin der denkmalgeschützten Parkanlage. Noch vorhanden sind die Baulichkeiten des "Hohen Gartens", der sich von der Nordseite des Herrenhauses etwa 50 m in den Park hinein erstreckt und durch die Reste eines mittelalterlichen Bruchsteinturms mit Gewölbe abgeschlossen wird.
Historischer Zeitraum:
von 1842 - 1850Quellen:
Bilder und historische Karten: