Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Oberwälder Land; nördlich von Bellersen in der freien Landschaft, Größe etwa 1 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Haus Abbenburg ist eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. 1220 wird ein Ritter Hermann von Abbenhusen urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert war die Burg Abbenborgh im Besitz
der Paderborner Kirche. Die Abbenburg ist Stammsitz des westfälischen Adelsgeschlechts derer von Haxthausen und befindet sich seit 1465 ununterbrochen im Besitz der Familie. Werner von Haxthausen und August von Haxthausen beherbergten in Abbenburg und dem nicht weit entfernten Bökerhof in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einen literarisch einflussreichen Kreis, dem neben vielen anderen die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff angehörten. Sie hielt sich als Nichte der Brüder von Haxthausen häufiger in Abbenburg auf.
Gebäude und Ausstattung:
Der noch bestehende älteste Teil der Burg ist die "Alte Rentei" mit einem Torhaus, das auch als Kapelle bezeichnet wird. Beide Gebäude stammen aus einer Anlage von 1558. Südlich daran schließt sich das neue Herrenhaus von 1833 an, das von den Brüdern Moritz, Friedrich, Karl, Werner, Wilhelm und August von Haxthausen anstelle eines Vorgängerbaus errichtet wurde.
Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Bis auf den westlichen Bereich, der von weitläufigen Wirtschaftsgebäuden eingenommen wird, war das Gut von mehreren Zier- und Nutzgärten umgeben. Eine Beschreibung Annette von Droste-Hülshoffs verdeutlicht die Gestaltung eines Gartenbereichs zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts: "Ungefähr 200 Schritte vom Hause (nach der stillen Seite) ein sehr hoher und breiter Laubengang, in der Mitte abgebrochen, wo eine herrliche Linde steht mit steinernem Tische und Bänken drum her." An diesen Bereich östlich des Herrenhauses schließt sich eine leicht modellierte Wiese an, die von prächtigen alten Laubbäumen und Koniferen gesäumt wird. Die landschaftliche Gestaltung des 19. Jahrhunderts setzt sich mit einem Teich als Abschluss der Anlage fort. Der Bereich südlich der alten Bruchsteinmauer (Burgmauer?) wurde vermutlich als Nutzgarten bewirtschaftet.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Der von Annette von Droste-Hülshoff beschriebene Bereich ist heute nördlich der Hauptzufahrt zum Gut noch gut als Hügel erkennbar. Im dichten Buschwerk sind auch noch einige
wenige Hainbuchen auszumachen, die wahrscheinlich zum Restbestand des Laubenganges gehörten, der zum Aussichtsplatz/-hügel führte. Auf dem Hügel steht noch immer eine Linde. Der sich östlich anschließende landschaftliche Gartenbereich ist ebenso wie die hausnahen Bereiche gut gepflegt. Der Bereich um den Teich nahe der Landstraße nach Bellersen und Vörden ist verwildert.
Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 5, Seite 172 - 174.
Historischer Zeitraum:
von 1801 - 1850Quellen:
Bilder und historische Karten: