Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Minden, Postfach 3080, 32387 Minden. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Übergangszone des Weserberglandes zur Norddeutschen Tiefebene; den Bereich der Altstadt umschließend; Größe etwa 20 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Nach dem Ausbau der mittelalterlichen Befestigungsanlagen im 17. Jahrhundert und der Schleifung im Jahre 1763, errichteten die Preußen zwischen 1814 bis 1830 das heute noch im Stadtgebiet
sichtbare Befestigungssystem. Am rechten Weserufer war ein mächtiges Bollwerk, das Fort C im Bereich des Bahnhofes, erst 1847 vollendet. Stellenweise erreichte die Befestigung eine Höhe von bis zu 10 Metern. Schon 1871, nach der Gründung des Deutschen Reiches, verlor die Festung ihre militärische Funktion und wurde 1873 endgültig aufgehoben. Kurze Zeit später erwarb die Stadt die insgesamt 73 Hektar großen Flächen der preußischen Festung und verpflichtete sich, das Vorfeld der Befestigungsanlagen, das Glacis, als landschaftliche Grünanlage zu gestalten und zu pflegen.
Gebäude und Ausstattung:
An verschiedenen Stellen finden sich Ehren- und Kriegerdenkmale, die an die Opfer der verschiedenen Kriege und an die militärische Tradition der Stadt erinnern.
Art der Grünanlage:
Historische Wallanlage.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird der Stadtkern von Minden von einem ausgedehnten Grüngürtel umgeben, der nur durch Querstraßen unterbrochen wird. Die fast waldartig ausgewachsenen Pflanzungen mit häufig mehr als 100 Jahre alten Eichen, Buchen und Ahornbäumen, werden durch ein dichtes Fußwegenetz erschlossen.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Minden hat als ehemaliger preußischer Garnisonsstandort, am strategisch wichtigen Weserübergang, mit den gärtnerisch gestalteten Glacisanlagen einen mehr als 20 Hektar großen
Grüngürtel um die Innenstadt. Mit ihrer weitläufigen Ausdehnung dokumentieren die Grünanlagen die einstige Größe und Bedeutung von Minden als massiv ausgebaute preußische Festung. Die Glacisanlagen sind ein idealer Naherholungsbereich für die Einwohner der Stadt. Sehenswert ist der Bereich des Glacis an der Weserpromenade. In der landschaftlichen Anlage wurden der einstige Wallgraben und das kleine Flüsschen Bastau zum langgestreckten Schwanenteich aufgestaut. Eine moderne Fußgängerbrücke ermöglicht den Übergang auf das gegenüberliegende Weserufer zum großen Festplatz. Im westlichen Abschnitt des Grüngürtels kommt man vom Königsglacis direkt in den Botanischen Garten, der aus einem alten Friedhof hervorgegangen ist. Im nördlichen Abschnitt ist am Fischerglacis der Garten der sogenannten "Kaiservilla" mit einem Teich in die Glacisanlage integriert worden. Die Mindener Glacisanlagen sind in ihrer Ausdehnung und Größe für Ostwestfalen-Lippe einzigartig.
Teile der Anlagen haben heute waldartigen Charakter. Durch die teils extensive Pflege geht der Parkcharakter stellenweise verloren, auch das Wegenetz ist teilweise in einem schlechten Zustand (Stand: Frühjahr 2000).
Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 7, Seite 202 - 270
Historischer Zeitraum:
von 1873Quellen:
Bilder und historische Karten: