Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 km nördlich von Füchtorf.
Allgemeine Angaben zur Geschichte
Nicht weit vom Flüsschen Bever entfernt, liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen die beeindruckende Doppelschlossanlage Harkotten. Ritter Heinrich II. von Korff errichtete hier im frühen 14. Jahrhundert als Lehnsherr der Bischöfe von Münster eine strategisch wichtige Grenzburg. 1324 teilten seine beiden Söhne als Erben die Burg und den Besitz auf. Seit dieser Zeit existieren auf der Wasserburg zwei voneinander getrennte Herrenhäuser. Das östliche Anwesen gelangte im frühen 17. Jahrhundert durch Heirat an die Familie von Ketteler. Somit ergab sich die Benennung der jeweiligen Herrensitze als Harkotten-von Korff im Westen und als Harkotten-von Ketteler im Osten der Anlage. Die Bauten der Vorburg mit zwei kleinen Torhäuschen am Burgtor, eine Mühle, das Gerichtshaus mit Kerker und auf der Hausinsel die Försterei mit angebautem Wirtschaftsgebäude, die Brauerei und die katholische Schloßkapelle verblieben im gemeinsamen Besitz. Haus Korff wird heute noch immer von den Nachkommen des Burggründers bewohnt.
Gebäude und Ausstattung
Die Familie von Korff zu Harkotten lebt in einem noblen klassizistischen Herrenhaus, mit dessen Errichtung nach Plänen des Baumeister Adolf von Vagedes ab 1805 begonnen wurde. Der langgestreckt rechteckige Werksteinbau hat zwei Stockwerke und ein flaches Walmdach. Die nach Westen ausgerichtete Hauptfassade wird durch drei Risalite gegliedert, von denen die beiden äußeren Risalite mit einer Balustrade abschließen. Der Mittelrisalit trägt einen flachen Dreiecksgiebel. Am Eingang hatte der Portikus mit vier Säulen ursprünglich ebenfalls einen Dreiecksgiebel und wurde erst 1831 zur Vorhalle mit Balkon ausgebaut. Das langgestreckte Wirtschaftsgebäude im Norden des Vorplatzes wurde mit seinem zweigeschossigen Mittelbau erst 1830 errichtet. Auf die Planung des Baumeisters geht auch die Gestaltung des Vorplatzes mit einem runden Teich, der leicht ansteigenden Vorfahrt und die Pflanzung einer großen Allee zurück, die einst aus westlicher Richtung direkt auf das Herrenhaus zuführte. Mit dem Neubau des Herrenhauses ließ Adolf von Vagedes im Umfeld des Gebäudes das ausgedehnte Gräftensystem zuschütten und somit das Erscheinungsbild der ursprünglich mittelalterlichen Wasserburg zugunsten einer großzügigen Landvilla verändern. Einige Jahre nach der Fertigstellung von Haus Korff wurde von Vagedes als großherzoglicher Baudirektor nach Düsseldorf berufen und nahm entscheidenden Einfluß auf den klassizistischen Ausbau der Residenzstadt.
Am Rande der Zufahrt zum Haus von Korff steht die barocke Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk. Sie stand ursprünglich genau in der Sichtachse, die vom Haus Korff in westlicher Richtung durch die grosse Westallee führte.
Art der Grünanlage
Schlossgarten und Landschaftsgestaltung.
Beschreibung
Die gärtnerische Gestaltung des Vorplatzes mit seinen ausladenden Rasenflächen hat sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert. Hinter der Schlossbrücke ist am Fusse der leicht ansteigenden Zufahrt ein großer runder Teich angelegt, über den hinweg der freie Blick auf das Herrenhaus führt. Die sparsame Bepflanzung mit einigen schmal- und breitwachsenden Koniferen unterstreicht die noble und zurückhaltende Gestaltung der klassizistischen Villa. Ein kleines Rundbeet am Scheitelpunkt des Vorplatzes wurde schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts gegenüber vom Portikus angelegt. Unmittelbar südlich am Haus ist anstelle eines Hausgartens eine großzügige Rabatte mit verschiedenen kleineren Gehölzen, Stauden und einjährigen Blütenpflanzen angelegt. Südwestlich vom Vorplatz sind ausgedehnte Nutzgärten und Weideflächen. Leider sind vor einigen Jahren die altersschwachen Bäume der großen, sich weit nach Westen erstreckenden Westallee abgeholzt und nicht wieder ersetzt worden. Die grosse Allee wurde im frühen 19. Jahrhundert als neue Zufahrt zum klassizistischen Herrenhaus angelegt und führte mitten durch das angrenzende Waldgebiet geradewegs auf die Wegverbindung zu, über die man vom westfälischen Füchtorf ins niedersächsische Glandorf gelangte. Der alte Weg ist heute zur Bundesstraße 475 ausgebaut.
Pflegezustand
Die Aussenanlagen sind gut gepflegt. Die grosse Westallee sollte wieder angepflanzt werden.
Historischer Zeitraum:
von 1805Bilder und historische Karten: