Eigentümer und
Zugänglichkeit
Stadt Ahlen;
die Anlage ist öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; am nordöstlichen Rand von Ahlen; etwa 35 ha.
Allgemeine Angaben zur Geschichte
Noch vor dem Abbau von Kohle wurde in Ahlen während der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts das Mineral Strontianit (Silberstein) bergmännisch abgebaut. Hauptabnehmer dieser Verbindung aus Strontium und Kohlensäure waren die Zuckerfabriken, die das Mineral aus der Gruppe der Karbonate für die Raffinierung von Melasse verwandten. Im Bereich des Weges von Ahlen nach Vorhelm lagen die ergiebigsten Vorkommen. Die Gruben oder Stollen brachen nach der Beendigung des Abbaus ein und füllten sich oberirdisch als sogenannte Laken mit Wasser. Die vorher als Viehweide genutzten umliegenden Flächen wurden dann im Zuge der Kohleförderung auf der Zeche Westfalen mit Kiefern aufgeforstet, die später als Grubenholz genutzt werden sollten. Schon vor dem 1. Weltkrieg plante die Stadt in diesem Bereich ein Erholungsgebiet und bepflanzte deshalb die Fläche südlich des Vorhelmer Weges mit verschiedenen Laubgehölzen. Im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmassnahmen (Reichsarbeitsdienst) wurden 1933 mehrere flache Laken zum grossen, rechteckigen Langstteich ausgebaut. In der nordöstlichen Verlängerung einer sich über den Teich und durch die anschliessende Kiefernpflanzung erstreckenden Achse sollte auf einer Lichtung ein Hotel errichtet werden, das jedoch nie zur Ausführung gelangte.
Wegen der schlechten Standort- und Wachstumsbedingungen für die Kiefern erfolgte ab 1950 die Umwandlung des Nadelholzbestandes in einen standortgerechten Laubwald. Im Verlauf der beiden nachfolgenden Jahrzehnte wurden die um den Teich verlaufenden Wege und die Teichböschung befestigt. Zwischen dem Landgasthaus und dem südwestlichen Abschluss des Teiches entstand nach Plänen des Gartenmeisters Wilhem Reiberg eine grosszügige Brunnen- und Terrassenanlage, die ebenso wie die Kneipp-Wasseranlage am südöstlichen Zulauf des Teiches die künstlerische Formensprache der 50er und 60er Jahre zum Ausdruck bringt.
Gebäude und Ausstattung
Landgasthaus Zur Langst, Brunnen- und Terrassenanlage, Kneipp-Wasseranlage.
Art der Grünanlage
Erholungs- und Freizeitanlage
Beschreibung
Vom Landgasthof ausgehend wird der Umgangsweg um den Teich von einer Lindenallee flankiert, die am nordöstlichen Ende des Teiches halbkreisförmig um eine grosse Spiel- und Liegewiese herumgeführt wird. Die grosszügige Raumgestaltung findet in den formalen Gärten des Barocks ihre Vorbilder. Ein zentraler Mittelweg führt durch eine Achse mit einer Birkenreihe bis zu einer Lichtung und weiter bis zum Ende des Stadtwaldes. Im Norden des beliebten Naherholungsgebietes ist ein Waldlehrpfad und jenseits des Vorhelmer Weges im südöstlichen Bereich der sogenannte Goetheweg mit in Stein gemeisselten Sinnsprüchen des Dichters angelegt.
Pflegezustand
Die gesamte Anlage wird in weiten Teilen als Stadtwald bewirtschaftet und gepflegt. Der gärtnerisch intensiver gestaltete Bereich um den Langstteich herum wir gut gepflegt.
Historischer Zeitraum:
von 1933Quellen:
Bilder und historische Karten: