Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Tecklenburg; die Anlage ist öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Weserbergland - Osnabrücker Osning; auf einem Höhenzug des Teutoburger Waldes.
Allgemeine Angaben zur Geschichte
Zu den beliebtesten Ausflugszielen im nördlichen Münsterland gehört die idyllische Altstadt des Luft- und Kneipp- Kurortes Tecklenburg. Bis heute wird das reizende Städtchen auf den Höhen des Teutoburger Waldes von den Ruinen der einzigen Höhenburg des Münsterlandes überragt.
Die mächtige Burganlage war viele Jahrhunderte lang Sitz der Grafen von Tecklenburg, deren Herrschaftsbereich einst von Cloppenburg bis nach Greven reichte. 1661 verlegten die Grafen ihre Residenz ins westfälische Rheda bei Gütersloh. Nachdem die Grafschaft 1707 nach Preußen kam, verfiel die Burg im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts und wurde von den Tecklenburger Bürgern als Steinbruch für ihre eigenen Wohnbauten benutzt.
Die ersten Sommerfrischler fanden ihren Weg nach Tecklenburg in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gegen 1882 gründeten die Bürger der Stadt einen Verschönerungsverein, der den Ausbau des malerischen Burgberges mit einem Promenadenweg und mehreren Ruhe- und Aussichtsplätzen mit weiten Blicken in die Umgebung anregte. 1887 wurde dann auf dem Burgberg ein Aussichtsturm errichtet, den man nach dem Tecklenburger Arzt Dr. Johann Wier benannte. Der Tourismus erfuhr dann ab 1901 mit dem Bau der Teutoburger-Wald-Eisenbahn einen enormen Aufschwung.
Gebäude und Ausstattung
Von der einzigen Höhenburg des Münsterlandes blieben neben den Resten der Befestigungsmauern hauptsächlich nur noch das beeindruckende Torhaus von 1657 erhalten.
Vor mehr als 75 Jahren wurde auf dem Burgberg im stimmungsvollen Ambiente der historischen Ruine eine Freilichtbühne eröffnet. Sie zählt heute mit 2400 Sitzplätzen zu den größten ihrer Art in Deutschland. Zur Spielzeit von Mai bis September können fast 2000 Plätze mit einer mobilen Überdachung vor Witterungseinflüssen geschützt werden.
Art der Grünanlage
Garten, Park, Landschaftsgestaltung
Beschreibung
Zur Burg gehörten großzügige Gärten, die ausserhalb der wehrhaften Anlage im Osten angelegt wurden. Pläne aus dem frühen 18. Jahrhundert zeigen neben ausgedehnten Nutzgärten eine kunstvoll geometrische Gartenanlage, zu der noch ein grösseres Gartenhaus gehörte. An die alten Burggärten erinnert heute noch die Strassenbezeichnung "Herrengarten".
Südlich der Freilichtbühne findet sich ein kleine Grünanlage. Gestalterisches Hauptelement ist ein Denkmal von 1857, das an den Besuch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. erinnert.
Eine Besonderheit des Tecklenburger Burgberges ist ein kleiner Weinberg in steiler Terrassenlage oberhalb des öffentlichen Parkplatzes in Richtung Hotel Burggraf. An dieser Stelle hatten schon die Tecklenburger Grafen im Mittelalter Wein angebaut. 1987 wurden genau 99 Weinstöcke mit den Sorten Dornfelder und Müller-Thurgau neu aufgerebt. Seitdem wird der Weinberg vom Besitzer der nicht weit vom Markt entfernten italienischen Eisdiele liebevoll bewirtschaftet. Nach der Lese im Herbst werden die Trauben dann im eigenen Weinkeller gekeltert.
Beim leicht ansteigenden Verlauf des Weges, vorbei am Hotel Burggraf in Richtung Altstadt und Burgberg, ist gegenüber vom Kreisheimathaus, am südöstlichen Berghang ein sehenswerter, privater Steingarten angelegt. Der für die Region durch seine topografische Lage einzigartige Liebhabergarten kann durch ein Gittertor an der Hofzufahrt bewundert werden. Die ausgesuchte Bepflanzung mit Sukkulenten, Stauden, Rosen und Koniferen schafft zu jeder Jahreszeit vielfältige Gartenbilder.
Pflegezustand
Der Umgangsweg um den Burgberg ist stellenweise zugewachsen. Mehrere Sichtachsen und "Fenster" könnten weite Ausblick in die umliegende Landschaft ermöglichen.
Historischer Zeitraum:
von 1139Quellen:
Bilder und historische Karten: