Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich, von außen aber gut einsehbar.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ostmünsterland, ca. 1 km westlich des Ortskerns Schloß Holte an der Landstraße L 751, Größe etwa 1 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Schloß Holte war ein wichtiger Ort der Grafschaft Rietberg. Diese Grafschaft wurde im 13. Jahrhundert von den Arnsberger Grafen als selbstständiges Territorium errichtet, 1562 fiel
es an die Grafen von Ostfriesland und 1699 durch Heirat an den mährischen Grafen Kaunitz, der die Grafschaft durch eine Beamtenregierung verwalten ließ. 1818 wurde die Grafschaft in den preußischen Landkreis Wiedenbrück eingegliedert.
Am Ort des heutigen Schlosses stand ursprünglich eine Burg zur Verteidigung der Grafschaft gegen die Lipper. 1556 fiel die Burg Bernhard von der Lippe in die Hände und verbrannte. Die neuen Herrscher Johann III. von Ostfriesland und Katharina von Rietberg ließen zwischen 1608 und 1616 das Schloss als Jagdschloss wieder aufbauen. Nach dem Ende der Grafschaft als Territorium veräußerte Fürst Aloys von Kaunitz 1822 seinen gesamten Rietberger Besitz an den Rittergutsbesitzer und Kaufmann Friedrich Ludwig Tenge. Dieser ließ das Schloss Holte um 1840 umbauen und errichtete südlich des Schlosses eine Eisenhütte und weitere Industrieanlagen. In den Revolutionsjahren um 1848 war Schloss Holte ein Treffpunkt vieler Demokraten des Vormärz.
Die Industrieanlagen wurden 1979 abgebrochen, das Schloss befindet sich heute noch im Familienbesitz.
Gebäude und Ausstattung:
Das Schloss entstand zwischen 1608 und 1616. Das einflügelige Wasserschloss hat an der Frontseite zwei rechteckige Seitentürme und einen polygonalen mittleren Treppenturm. Es
ist von einer niedrigen Hofbebauung mit ehemals sechs kleinen Ecktürmen umgeben. Die Gesamtanlage nach geometrischem Grundplan ist eigenwillig und selbst für die späte Renaissance ungewöhnlich. Der neue Eigentümer Tenge ließ ab 1840 das Schloss umbauen. Zwei der Ecktürme mit der niedrigen Bebauung wurden abgerissen, die ehem. schmale Gräfte zu der heutigen Teichanlage mit Inseln erweitert. Südlich des Schlosses entstanden Fabrikbauten zur Metallverarbeitung. Die Zufahrtsbrücke (um 1840) wird von spätklassizistischen Eisengussgittern gerahmt, mit geflügelten Drachen verziert, Produkte dieser Eisenhütte. 1947 wurde die Kapelle erweitert.
Art der Grünanlage:
Historischer Schlosspark.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Zum Jagdschloss gehörte nach einer Beschreibung aus dem Jahr 1699, südlich der damals einfachen Gräfte über eine Zugbrücke zu erreichen, ein Schlossplatz und Garten, über dessen Gestalt nichts bekannt ist. Der neue Eigentümer Tenge ließ ab 1839 auf dieser Fläche die Holter Eisenhütte anlegen, der Garten ging verloren. Im Gegenzug wurden die zwei nördlichen Mauertürme abgebrochen sowie ein Damm zu einer kleinen Insel aufgeschüttet. Auf der so entstandenen Freifläche wurde ein kleiner Landschaftspark angelegt, der nach einem Foto um 1900 in Gebäudenähe ein geometrisches Rosenbeet aufwies und insoweit auch ein Beispiel für den typischen gemischten Stiel dieser Zeit darstellt.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Die Topografie des Parks mit Gartenfläche an der Schlossrückseite, Damm mit Brückenelement sowie Garteninsel ist erhalten, ebenso einzelne Altbäume des Landschaftsparks. Ansonsten bestimmen Rasenflächen und auf der Garteninsel dichtere Gehölzbestände sowie jüngere Einbauten für die private Gartennutzung das Bild.
Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 7, Seite 418 - 425
Historischer Zeitraum:
von 1839Quellen:
Bilder und historische Karten: