Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist teilweise öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Paderborner Hochfläche; in einem Seitental etwa 2,5 km südöstlich von Wewelsburg; Größe der Anlage etwa 3 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Gründung des Klosters geht auf eine Stiftung des Paderborner Archidiakons Meinolfus zurück, der 836 nach der Überführung der Gebeine des Hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn gelobte, an dieser Stelle ein Frauenkloster einzurichten. Die Kanonissen verließen nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1370 das Kloster. 1409 bezogen Augustinerchorherren aus Zwolle die Anlage und stellten Kirche und Klostergebäude wieder her. Durch die führende Stellung des Konvents in der Windesheimer Kongregation gingen während des 15. Jahrhunderts von Böddeken insgesamt 26 Klosterneugründungen oder Erneuerungen aus. 1803 wurde das Kloster aufgehoben und zunächst als Staatsdomäne bewirtschaftet. 1822 erwarb der Freiherr von Mallinckrodt die gesamte Anlage, die seitdem im Familienbesitz geblieben ist und von den Nachkommen als Gutsanlage bewirtschaftet wird.
Gebäude und Ausstattung:
Das Kirchenschiff der Klosterkirche wurde nach der Säkularisation abgebrochen. Als Reste der Kirche stehen noch der romanische Westturm aus dem 13. und die Außenmauern des gotischen Chores aus dem 15. Jahrhundert. Südlich an die ehemalige Klosterkirche schließen sich die drei Flügel der zweigeschossigen Konventgebäude aus dem 15. Jahrhundert an. Der Westflügel wird als Wohnung genutzt. Im Ostflügel befindet sich der Kapitelsaal und im Obergeschoss der einzig erhaltene Bibliothekssaal aus dem Mittelalter in Westfalen. Zur Gutsanlage gehören ein Torhaus aus dem 15. Jahrhundert und mehrere Wirtschaftsgebäude aus verschiedenen Jahrhunderten. Im Hof der Anlage steht ein runder Brunnen mit Marienfigur.
Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Am Kloster wurden aufgrund der engen Tallage vermutlich nur kleinere Nutzgärten angelegt. Nördlich der mittelalterlichen Klosterscheune hat man am Hang zwei große Terrassenstufen angelegt, deren Stützmauern aus Kalkstein errichtet wurden. Vermutlich hat man die terrassierte Anlage als Weinberg bewirtschaftet. In die obere Stützmauer ist ein Zugang in einen tonnengewölbten Keller integriert.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Die sachgerecht restaurierte ehemalige Klosteranlage wird vom Eigentümer als Gutsbetrieb bewirtschaftet. Die Gartenterrassen sind mit Rasen eingesät. Etwa 1 km südlich vom Gutshof entfernt steht an der Meinolfuskapelle aus dem 19. Jahrhundert eine alte Linde.
Weitere Abbildungen
Westfalia Picta, Band 5, Seite 217 - 222.
Historischer Zeitraum:
von 836Quellen:
Bilder und historische Karten: