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Kloster Friedrichsburg, Münster
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit
Bistum Münster - Orden der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung; die Anlagen sind teilöffentlich zugänglich.

Beschreibung der Anlage
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; südwestlich der Altstadt unmittelbar an der B 219; etwa 6 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
1842 wurde die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Münster St. Mauritz gegründet. Die Hauptaufgabe dieser Zeit war die Betreuung von Waisenkindern aus den ärmsten Bevölkerungsschichten. Nach der zeitweisen Verbannung der Schwestern im Zuge des preußischen Kulturkampfes hat sich der Orden seit 1888 in der Friedrichsburg niedergelassen. Von 1892 bis 1954 war die Anlage das Generalmutterhaus des Ordens. Der Orden hat heute Niederlassungen in Afrika, Asien, Europa und Südamerika. Zum ursprünglichen Auftrag der Betreuung von Waisenkindern kamen im Laufe der Zeit missionarische, pädagogische, pastorale, caritative, pflegerische und hauswirtschaftliche Aufgaben in Schulen, Kindergärten, Näh- und Kochschulen, Pfarrgemeinden, Krankenhäusern, Altenheimen und Sozialstationen hinzu.

Gebäude und Ausstattung
Die Bezeichnung der Anlagen als Friedrichsburg geht auf Friedrich Christian Joseph Freiherr von Galen zurück, der an dieser Stelle einen vom Barockbaumeister Gottfried Laurenz Pictorius entworfenen Adelshof seit etwa 1725 bewohnte. Als Mitglied des Domkapitels wurde von Galen 1732 zum Dechanten gewählt und wohnte bis zu seinem Tode 1748 in der von ihm in Auftrag gegebenen und damals neu errichteten Domdechanei, dem heutigen Bischöflichen Hof. Eingebunden in eine geometrische Gartenanlage umfasste die barocke Friedrichsburg ein Herrenhaus mit zwei Nebenflügeln und zwei benachbarte Wirtschaftsgebäude. 1851 wurde der Landsitz mit den anliegenden Gärten an den Jesuitenorden verkauft, der dort seine erste Niederlassung auf deutschem Boden seit der Aufhebung des Ordens im Jahre 1773 gründete. 1855 wurde die ursprüngliche Anlage durch Um- und Neubauten verändert. Mit der Nutzung durch die Gemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung erfolgten nochmalige Umbauten und Erweiterungen. Von 1931-34 fand ein durchgreifender Umbau durch den Architekten Franz Wucherpfennig statt. 1933 wurde die neue Kreuzkapelle eingeweiht. Nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurden die Gebäude in den nachfolgenden Jahren neu aufgebaut und im Laufe der 1950er Jahre nochmals erweitert. In den letzten beiden Jahrzehnten wurden weitere Umbauten und Modernisierungen durchgeführt und im Westen der ausgedehnten Anlage ein modernes Altenpflegeheim errichtet.

Art der Grünanlage
Klostergarten und moderne Parkgestaltung. Beschreibung Im Zusammenhang mit den umfassenden Um- und Neubauten sind auch die Gartenanlagen immer wieder verändert worden. Auf einem 1763 gezeichneten Stadtplan von Münster wird der Herrensitz noch von einer ausgedehnten geometrischen Gartenanlage umgeben. Von dieser Anlage hat sich heute nichts mehr erhalten. Die zentrale Zufahrt der barocken Anlage aus östlicher Richtung wurde erst 1912 aufgegeben. Heute finden sich in unmittelbarer Umgebung der Klosterbauten großflächige Nutzgärten, die im Norden mit einem Gewächshaus hauptsächlich zum Zierpflanzen- und Gemüseanbau und im Osten als weitläufiger Obstgarten bewirtschaftet werden. Teilweise sind die Wege und Beete des Obstgartens mit Buchsbäumen eingefasst. Im Osten des Klosters führt der Weg unmittelbar an der hohen Klostermauer vorbei durch eine abwechslungsreich mit verschiedenen Gehölzen, Rosen, Stauden und Kletterpflanzen gestaltete Gartenanlage mit mehreren Kreuzwegstationen. Im Westen der Klosterbauten schließt sich ein landschaftlicher Park an, der wohl unter Verwendung älterer Gehölze in den 1950er Jahren angelegt wurde. Der Park setzt sich weiter nach Westen mit einer modernen Erweiterung fort, die zusammen mit dem Neubau des Altenpflegeheimes in den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gestaltet wurde.

Pflegezustand
Die Gartenanlagen werden gut gepflegt.

Historischer Zeitraum:

von 1888

Quellen:

  • Geisberg, Max (1932-1941): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Die Stadt Münster Bd. I-IV. Münster, Teil 1, Seite 59, Abbildung 44, Tafel VII.
  • Welzenberg, Angelika (1992): Die Westfälische Provinz der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der göttlichen Vorsehung. 1. Band 1842-1970. Münster.
  • Geisberg, Max (1932-1941): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Die Stadt Münster Bd. I-IV. Münster, Teil 4, Seite 128 - 132.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 24.04.2008

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