Eigentümer und Zugänglichkeit:
Katholische Kirchengemeinde Sankt Jakobus, Abtei 6, 37696 Marienmünster; bis auf den Pastoratsgarten und den Wirtschaftshof sind die Außenanlagen der Abtei öffentlich zugänglich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; in landschaftlich reizvoller Lage nördlich des Ortsteils Vörden (Sitz der Stadtverwaltung); Größe etwa 4 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die 1128 geweihte Benediktinerabtei hatte im 12. und 13. Jahrhundert ihre erste Blütezeit. Nach schweren Zerstörungen im 30-jährigen Krieg erfolgte zur 2. Hälfte des 17. und zur 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts der Wiederaufbau und Ausbau des Klosters. Nach der Säkularisation im Jahre 1803 wurden die Wirtschaftsgebäude als Domäne und die Klosterkirche als Pfarrkirche genutzt. Seit 1966 ist Marienmünster wieder Sitz einer Passionistenkommunität, die wie früher die Benediktiner die Seelsorge in den Gemeinden der Stadt Marienmünster ausüben.
Gebäude und Ausstattung:
Bis zur Zerstörung im 30-jährigen Krieg war die Abteikirche eine dreischiffige romanische Basilika mit Querhaus, einer Hauptapsis, einem achteckigen Vierungsturm und einer zweitürmigen Westfront. Beim Wiederaufbau im 17. Jahrhundert wurde das romanische Langhaus in eine Halle umgewandelt, der Vierungsturm aufgestockt und mit einem Haubendach bekrönt und im Osten ein hoher, langgestreckter Chor angebaut. Die beiden charakteristischen Westtürme sind Umbauten des 19. Jahrhunderts.
Als Hauptzufahrt zum Klosterhof diente das Figurenportal an der Westseite der Anlage. Die Wirtschaftsgebäude stammen hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert.
Art der Grünanlage:
Ehemalige Klostergartenanlage.
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Klosteranlage ist von einer Klostermauer und im Norden und Westen zusätzlich von einem Graben umschlossen. Wegen des Gefälles war ursprünglich nur die Gräfte im Norden mit Wasser gefüllt und wurde vor einer barocken Gartenanlage zu einem Teich aufgestaut. Neben mehreren Nutzgärten, einem kleinen Konventsgarten nördlich und dem Kirchhof sowie einem ummauerten Friedhof für die Mönche südlich der Abteikirche, wurde im Osten der Gesamtanlage im 18. Jahrhundert ein großzügiger Barockgarten angelegt. Durch das nach Süden ansteigende Gelände war er im oberen Bereich in den Hang eingeschnitten. Unterhalb der Kirche stufte sich der Garten mit zwei Terrassen nach Norden ab. Direkt vor dem Teich wurde der Barockgarten von der umlaufenden Klostermauer begrenzt, so dass der Teich nicht in die Gestaltung mit einbezogen war. Statt dessen befand sich am nördlichen Abschluss des Gartens als "Point de vue" eine Fontäne. Zwischen dem Mönchsfriedhof und dem barocken Lustgarten war in die Friedhofsmauer eine Orangerie eingebaut.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Von den barocken Gartenanlagen und den einstigen Nutzgärten ist nur noch wenig erkennbar. Der Kirchhof ist heute Friedhof der Pfarrgemeinde und der Klosterfriedhof ist ebenso wie die ehemaligen Nutzgärten in eine pflegeleichte Grünanlage umgestaltet worden. Im Bereich des ehemaligen Mönchsfriedhofs ist südlich der Kirche der von hohen Mauern umschlossene Pastoratsgarten. Der einstige große barocke Lustgarten ist nur noch durch die Bodenmodellierung erkennbar und wird im oberen Abschnitt als Parkplatz und Wiese und Weide genutzt. Der untere, ehemals terrassierte Bereich ist zum größten Teil bebaut worden.
Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta Band 5, Seite 323 - 327
Historischer Zeitraum:
von 1701 - 1800Quellen:
Bilder und historische Karten: