Eigentümer und Zugänglichkeit:
Flora Westfalica GmbH, Mittelhegge 11, 33378 Rheda-Wiedenbrück. Die Anlage ist öffentlich.
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Gütersloher Sandebene/Ostmünsterland; in der Emsaue zwischen den beiden Stadtteilen Rheda und Wiedenbrück, Größe etwa 60 Hektar.
Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Anlässlich der Landesgartenschau wurde 1988 zwischen den einstmals selbständigen Orten Rheda und Wiedenbrück eine durchgängige Grünverbindung geschaffen, die neben ihrer Funktion als Naherholungsgebiet gleichzeitig als Rad- und Fußwegeverbindung dient. Das Konzept der Landesgartenschau hatte zum Ziel, den rund 2,6 km langen und zwischen 60 und 300 m breiten Talraum der begradigten Ems in den dicht bebauten Stadtraum zu integrieren. Bei den bis dahin land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen wurden besonders die ökologischen Aspekte zur Entwicklung einer Flussauenlandschaft beachtet.
Gebäude und Ausstattung:
Veranstaltungszentrum Mittelhegge, Café am Emssee. Die baulichen Anlagen von Schloss Rheda sind zum Teil in das ehemalige Landesgartenschau-Gelände integriert (siehe "Schlossgarten Rheda").
Art der Grünanlage:
Moderner Erholungs- und Freizeitpark
Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der Park wurde unter Einbeziehung des ehemaligen Schlossgartens in den Jahren 1986 - 1988 für eine Landesgartenschau angelegt. Planungsgrundlage war der Wettbewerbsentwurf der Planungsgruppe Boyer-Hoff-Reinders aus Driburg, die gemeinsam mit dem Architekten W. Berens aus Köln mit der Planung beauftragt wurden.
Heutiger Zustand / Nutzung:
Im Ortsteil Rheda ist der Schlossgarten mit dem dazugehörigen Orangeriegarten das Kernstück der gärtnerischen Anlagen. Der historische Ziergarten von Schloss Rheda wurde auf der Grundlage detaillierte Pläne im Zustand der Zeit um 1900 rekonstruiert. Er zeigt sich heute in einer streng-axialen Gestaltung. In einem angegliederten Apothekergarten sind die Heilpflanzen nach unterschiedlichen Anwendungsgebieten der Medizin geordnet. Im benachbarten Rosengarten steht die Präsentation alter Rosensorten im Vordergrund. Bestandteil des Naturschutzgebietes "Erlenbruch und Schlosswiesen Rheda" ist ein bemerkenswerter Erlenbruchwald, in dem demonstriert wird, wie sich durch geeignete Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen ein forstlich genutzter Pappelwald zu einem natürlichen Bruchwald mit Erlen entwickelt. Weite Teile des ausgedehnten Feuchtbiotops gehörten ursprünglich mit den dazugehörigen Gräben zu den alten Bleichwiesen des Ortes. Die Besucher können sich auf einem Lehrpfad mit interessanten Schautafeln gründlich informieren.
Besonderes Gewicht legte man auf die naturnahe Wiederherstellung der Emsaue. In dem Gebiet mit Fließ- und Stillgewässern sowie extensiven Feucht- und Auewiesen hatte bis zur Gestaltung der Anlage eine intensive landwirtschaftliche Grünlandnutzung den Vorrang. Dieser Bereich ist inzwischen eine abwechslungsreiche und vielgestaltige Grünverbindung. Interessante Informationstafeln weisen die Besucher auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt hin.
Im Ortsteil Wiedenbrück wurde zur Landesgartenschau ein Schul- und Freizeitsportgelände dahingehend umgestaltet, dass auch in diesem schmalen Bereich eine "grüne Verbindung" zwischen Rheda und Wiedenbrück entstand. Am Rande der Altstadt von Wiedenbrück legte man den etwa 1,2 Hektar große Emssee an. Er ist vom Flussbett der Ems durch eine schmale, langgestreckte Insel getrennt. Am Ostufer bietet das Seecafé mit seiner großen Terrasse einen schönen Blick auf den See mit seiner Fontäne und die malerische Sicht auf die Kulisse der Altstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern.
Die Randbereiche der Aue, in denen man während der Landesgartenschau besondere Themengärten mit unzähligen Blütenpflanzen gestaltete, sind mittlerweile durch weniger pflegeintensive Staudenpflanzungen ersetzt worden.
Die Spiel- und Freizeitbereiche am "Seecafé" und am "Reethus" in Wiedenbrück sind für Jung und Alt ein beliebter Treffpunkt. Regelmäßige Veranstaltungen finden eine beachtliche Resonanz beim Publikum.
Historischer Zeitraum:
von 1988Quellen:
Bilder und historische Karten: