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Brünnekenanlage
Titelbild der Anlage
Kartenausschnitt zur Anlage
Kartenausschnitt: http://www.lwl-geodatenkultur.de

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Kath. Kirchengemeinde St. Marien Verne, Marienplatz 4, 33154 Salzkotten. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Paderborner Land/Hellweg, am südlichen Ortsrand von Verne; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Verne ist der älteste Marien-Wallfahrtsort in Westfalen. Schon im 13. Jahrhundert pilgerten die Gläubigen zur mittelalterlichen Madonnenskulptur in die Pfarr- und Wallfahrtskirche des Ortes. Etwa 1 km südöstlich der Kirche liegt am Rande einer Wohnsiedlung die sogenannte "Brünnekenkapelle" in einer kleinen Parkanlage.

Nach einem Vorgängerbau wurde die kleine Fachwerkkapelle 1851 direkt über der westlichen Quelle der Bohmke errichtet. Dem Quellwasser wurde schon in frühgeschichtlicher Zeit eine heilende Wirkung nachgesagt. Neben der Quelle stehen ein großes Holzkreuz, ein Heiligenhäuschen und ein Opferstock, der schon um 1650 erhebliche Einnahmen aufwies. Von 1897 bis 1938 war bei der Quelle eine bewohnte Klause.

Gebäude und Ausstattung:
Eine Besonderheit stellen die südlich des Weges zur Kapelle aufgestellten barocken Bildstöcke der "Sieben Freuden der Mutter Gottes" dar. Die vom Paderborner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg 1679 gestifteten Bildstöcke standen ursprünglich an der Landstraße von Salzkotten nach Verne. Die historischen Stationshäuschen enthalten heute moderne Sandsteinreliefs.

Art der Grünanlage:
Historische Grünanlage (Wallfahrtsanlage).

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der letzte Abschnitt des von der Pfarr- und Wallfahrtskirche ausgehenden Prozessionszuges führt von der Straße "Zum Brünneken" durch eine mächtige Kastanienallee, einem volkstümlich bezeichneten "Kastaniendom". Die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gepflanzte Allee ist inzwischen durch Blitzschlag und Windbruch geschädigt. Auffällig ist auch die halbrunde Umpflanzung der Kapelle mit Linden. Vergleichbar mit der Apsis einer Kirche, umfangen derart angepflanzte Bäume häufig sakrale Bauwerke und kleinere Denkmäler. Um 1930 entstand nördlich der Kapelle ein kleiner Park. Bis in die 30er Jahre hinein lag die Brünnekenanlage vor der Ortschaft einsam auf dem Felde. Wer bei einer Wanderung, einem Spaziergang oder einer Prozession zur Kapelle mit seiner markanten Allee ging, konnte die Anlage schon aus weiter Entfernung erkennen.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Mit einem heftig umstrittenen Bebauungsplan soll eine neue Wohnsiedlung auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen im Westen der Prozessionsanlage entstehen. Neben weiteren Grundwasserabsenkungen - die seit unzähligen Jahrhunderten besuchte Quelle ist schon jetzt in ihrer Ergiebigkeit verringert - wird vor allem das Erscheinungsbild der traditionsreichen und kulturgeschichtlich bedeutsamen Prozessionsstätte auf der bisher noch weitgehend unbebauten Feldflur beeinträchtigt.

Historischer Zeitraum:

von 1851

Quellen:

  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 152 - 154.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas/ Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1894): Königlich Preußische Landesaufnahme - Neuaufnahme, Blatt 4317. Bonn-Bad Godesberg.

Bilder und historische Karten:

Bild zur Anlage Bild zur Anlage
Stand: 30.06.1999

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