Einblicke in den Arbeitsalltag

Unternehmen im Porträt

In Westfalen arbeiten rund 150 Integrationsunternehmen und -abteilungen in höchst unterschiedlichen Branchen. Auf diesen Seiten stellen wir eine ganze Reihe dieser Firmen vor – und beleuchten den gemeinsamen Arbeitsalltag der Menschen mit und ohne Behinderungen.

Qualität auf allen Ebenen

Bei der Arbeitsgemeinschaft Arbeit in Detmold produzieren Menschen mit Behinderung für den Weltmarkt

Eines nach dem anderen nimmt Monika Dämmrich die grünen Kunststoffteile aus der Kiste, konstant und ruhig. Im Hintergrund ist Radiomusik zu hören, der Lokalsender. Die 53-Jährige greift nach ein paar silbernen Schräubchen, die sie auf dem Tisch bereitgelegt hat, dreht sie in die eine Gehäusehälfte, fügt anschließend die zweite hinzu. Das fertige Teil legt sie fein säuberlich in einen weiteren Behälter. Sie schaut kurz hoch, blickt durch den Raum, in den durch die Dachfenster die Sonne hineinscheint. Dann rückt sie ihren Stuhl zurecht und nimmt das nächste hellgrüne Gehäuse in die Hand. Weiter geht’s. Weiterlesen ...

Waschküche mit Aussicht

Alexianer-Projekt in Münster

Es klingt wie? Holländisch? Oder doch Norwegisch? Vor ein paar Tagen hat eine Kundin Anna-Lena Smania gefragt, woher aus den Niederlanden sie denn stamme. „Da war ich erst ganz irritiert.“ Wobei das „ich“ bei ihr eher nach einem „ick“ klingt. An sich ist in der Uni-Stadt Münster ein ausländisch klingender Akzent nicht ungewöhnlich. Für die Emsdettenerin mit den hochgesteckten, schwarzen Haaren ist die Frage ein dickes Kompliment. Weiterlesen ...

Neues Konzept im ältesten Haus der Stadt

Im Café Anker Villa in Rheda-Wiedenbrück sorgen Menschen mit und ohne Behinderung für perfekten Service

Kuchen verkaufen, das macht Ann-Sophie Bathe am liebsten. „Heute haben wir Käsekuchen, Apfelkuchen, Kirsch-Krokant und Mandarine-Maracuja“, zählt sie auf. In ihrer roten Schürze steht die zierliche junge Frau hinter der Kuchentheke oder bringt den Gästen Kaffee an den Tisch. Zwischendurch verpackt sie kleine Nussecken für den Verkauf, bindet sorgfältig rote Schleifen um die durchsichtigen Cellophan-Tüten. Weiterlesen ...

Gelebte Soziale Marktwirtschaft

Seit fast einem Vierteljahrhundert arbeitet AuB für Industrieunternehmen

Der Industriedienstleister AuB GmbH in Marsberg arbeitet für renommierte Firmen in den Kreisen Höxter, Hochsauerlandkreis, Paderborn und Soest sowie in Nordhessen. Das Integrationsunternehmen kann aber noch viel mehr. Es gibt Menschen eine neue Chance im Leben. Fast 70 Menschen mit und ohne Handicap leben davon, dass die Auftragslage des Unternehmens stabil ist. Sägen, Schweißen, Fräsen, Drehen, Montieren, Kommissionieren und die Bearbeitung von Kunststoffen oder Metallen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich vielen unterschiedlichen und anspruchsvollen Aufgaben widmen. Weiterlesen...

Service und Qualität müssen stimmen

Gemeinsam haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO Service GmbH einen Treffpunkt für die Gäste geschaffen, der immer beliebter wird.

Eine Balletttänzerin mit zwei verschiedenfarbigen Hosenbeinen bestellt einen Joghurt mit Müsli, ein Bühnentechniker Pasta mit Rucola und Walnüssen, ein Mittfünfziger mit tiefblauem Jackett ein Schnitzel. „Mit Reis, nicht mit Pommes, bitte.“ Hochbetrieb in der Kantine des Musiktheaters Gelsenkirchen. Thomas Kölsche füllt die Teller und gibt sie seiner Kollegin im Service. Er lächelt über die Glastheke hinweg, bis der erste Ansturm vorbei ist. Anschließend geht der 42-Jährige durch die Seitentür in einen kleinen, warmen Nebenraum. Er lässt Wasser über Teller laufen, sortiert sie in die Gastronomie-Spülmaschine ein, startet das Gerät. Kurze Zeit später Aufräumen in der Küche: Hier sortiert der Gelsenkirchener, der als Kleinkind einen Schlaganfall erlitt und seitdem eine schwere Behinderung hat, die sauberen Kellen zurück an die Wand. Weiterlesen...

Saubere Arbeit

In der Bäckerei Grobe in Dortmund wurde aus der Reinigungs- eine Integrationsabteilung

„Pause zu Ende“, sagt Jennifer Kretschmann. Sie nimmt ihre Wasserflasche vom Tisch im Aufenthaltsraum, in dem sie erst seit fünf Minuten mit zwei Kollegen sitzt. Ein Schluck noch, dann geht`s zurück an die Arbeit. Die 27-Jährige in der grauweiß-karierten Bäckerhose und dem grünen Sweat-Shirt steht auf, sagt: „Bis später.“ Die weiße Mütze zieht sie etwas tiefer ins Gesicht. „Die müssen wir wegen der Sauberkeit tragen“, erklärt sie und macht sich auf den Weg in die Produktionshalle der Bäckerei Grobe in Dortmund. Weiterlesen ...

Miteinander arbeiten

In den beiden Geschäften des Bioladens Slickertann Naturkost in Münster arbeiten 14 Menschen – sechs von ihnen haben eine Behinderung.

Ganz kurz hinter dem vielbefahrenen Friesenring in Münster wartet eine kleine Oase. Schnatternde Gänse begrüßen die Besucherinnen und Besucher des Lebensmittelladens „Slickertann inner Schoppe“. Rechts vom alten Hofgebäude mitten im Grünen sind Ställe mit Solardächern zu sehen. Vor dem Geschäft mit 120 Quadratmetern Verkaufsfläche stehen ein Regal mit frischem Gemüse, einige Tische und Stühle. Weiterlesen...

Nah am Kunden

CAP-Markt in Bottrop-Grafenwald

Nein, dass sie einmal gerne kassieren würde, hätte sich Anne-Kathrin Hasebrink früher nicht träumen lassen. Wegen einer Rechenschwäche macht sie um Zahlen eigentlich gerne einen großen Bogen. Heute sitzt die Verkäuferin dagegen liebend gern an einer der Kassen des „CAP-Marktes“, zieht Produkte über den Scanner und plauscht dabei mit Kundinnen und Kunden. Weiterlesen ...

Täglich mehr als tausend Essen

»Catering & mehr« ist Großküche, Bistro, Café und Catering-Service in einem

Wenn es mittags auf 13 Uhr zugeht, dann wird es ruhiger für Bastian Blosczyk. Gut eineinhalb Stunden ist das Bistro »Zu Tisch« am Oldermanns Hof in Bielefeld noch für das Mittagessen geöffnet. An der Theke laufen schon keine großen Extra-Wünsche mehr auf, für die die Köche an die Pfanne müssten. Feierabendstimmung bei »Catering & mehr«. Während in der Küche wenig später noch die letzten Thermobehälter gereinigt werden, sitzt Küchenchef Blosczyk an seinem Schreibtisch und telefoniert. Mit Lieferanten von Lebensmitteln und mit Kunden, die wegen Caterings anfragen. Weiterlesen...

Menschen im Mittelpunkt

Aus Menschen, die oft selbst Hilfe benötigen, werden bei DFG professionelle Helfer

In den Wohnbereichen des Pflegeheims »Wohlbehagen im Lukaspark« in Hagen arbeiten 18 Menschen mit Behinderung für ältere und oftmals demente Bewohnerinnen und Bewohner. Konzentriert blickt Anja Grune auf die Liste, die vor ihr an der Wand hängt. Aufgeführt sind dort die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims »Wohlbehagen im Lukaspark«. In der blitzsauberen Küche schaut sie gerade nach, wer Fleisch isst und wer sich lieber vegetarisch ernährt, wer eine spezielle Diät einhalten muss oder bestimmte Nahrungsmittel nicht essen darf. „Das ist immer unterschiedlich“, sagt die junge Frau mit der Brille und der roten Schürze. „Bei 70 Menschen, die mittags hier zum Essen kommen, müssen wir schon aufpassen, dass jeder das Richtige bekommt.“ Weiterlesen...

Flexibel und zuverlässig im Job

Donaldson in Dülmen

Jörg Bußmann montiert große, schwarze Luftfilter für einen Lasterhersteller. Einzwängen, festzurren, schrauben. Kurze, sichere Handgriffe. Der schlanke 35-Jährige mit dem Donaldson-Logo auf dem Blaumann schiebt den Filter lässig über die Werkbank zu seiner Kollegin. Sie lässt den fertigen Einsatz gleich in einen Pappkarton verschwinden. Zweimal falten – und schon ist der Filter versandfertig in der großen Transportbox. Minutensache. Weiterlesen ...

Für die Kunden auf Achse

Drei Menschen mit Handicap arbeiten für die Märkte von Edeka Wehrmann in Ostwestfalen.

Mit schnellen Schritten eilt Cira Franke durch die langen Gänge des Edeka Marktes, der etwas außerhalb der Gemeinde Kirchlengern liegt. Direkt hinter ihr läuft Christina Klocke. Sie schiebt einen kleinen Rollwagen, auf dem eine halb gefüllte, gelbe Plastikkiste steht. „Wir brauchen noch Geflügelwurst. Aber nicht die günstige, sondern die hier vorne“, sagt Cira Franke und deutet auf ein Regal. Die beiden jungen Frauen kaufen nicht für Zuhause ein. Sie bearbeiten die Bestellung eines Kindergartens, der Lebensmittel und Getränke benötigt. Weiterlesen...

Arbeiten am richtigen Platz

Die Autowerkstatt FahrFair in Herford verbindet Handwerk und Engagement

Das Leben von Jürgen Swagelski veränderte sich am 21. Mai 2008 von einem Moment auf den anderen. Der damals 20-Jährige hatte sich von einem Freund ein Quad geliehen, eine Art vierrädriges Motorrad. Der erfahrene Motorroller-Fahrer setzte seinen Helm auf. Er fuhr los auf eine kleine Spritztour. Nach einer Kurve überholte er zwei Autos, verlor plötzlich die Gewalt über die Maschine und kam von der Straße ab. Erst einen Monat später erfuhr er, was danach passiert war. Weiterlesen ...

 

Service ohne Einschränkungen

Gemeinsam erschafft das Team des Flussbett Hotels eine Wohlfühlatmosphäre für die Gäste

Im Flussbett Hotel in Gütersloh arbeiten 40 Menschen – knapp die Hälfte davon hat eine Behinderung. Igor Hamm bereitet den Konferenzraum für den kommenden Tag vor: Er platziert einen Block mit Karomuster sorgfältig auf dem Tisch, legt einen grünen Kugelschreiber diagonal von rechts oben nach links unten darauf. Dazu gibt es ein Tütchen mit Gummibärchen auf jedem Sitzplatz. Igor Hamm arbeitet konzentriert, hat keinen Blick für die Idylle vor dem großen Fenster übrig. Dort stehen auf einer saftig grünen Wiese hoch gewachsene Bäume, zwischen denen ein schmaler Bach fließt: Die Dalke. Weiterlesen...

Inklusion mit Tradition

Bei dem Unternehmen im ostwestfälischen Rietberg arbeiten seit Jahrzehnten Menschen mit Behinderung.

Stall- und Weidetechnik sowie Zaun- und Toranlagen sind das umfassende Produktionsprogramm der Firma Großewinkelmann. Die 2010 gegründete Integrationsabteilung umfasst mittlerweile elf Kräfte – hinzu kommen zehn Menschen mit Behinderung auf ausgelagerten Werkstattarbeitsplätzen. Mit einem geübten Schwung fährt Andre Sasse den Gabelstapler um das Stahlregal herum. Er lädt eine Palette auf die Zinken. Quer durch das Außenlager der Firma Großewinkelmann transportiert der 30-Jährige sie zu einem LKW. Seine gelbe Warnjacke leuchtet durch das Staplerfenster, während der junge Mann schon wieder auf dem Weg zum nächsten Lagerplatz ist. Weiterlesen...

Das Handicap spielt keine Rolle

16 Menschen mit Behinderung sorgen für perfekte Verhältnisse auf dem Golfplatz Haxterpark in Paderborn

Als Jörg Glörfeld und seine drei Kollegen an Loch drei ankommen, scheint die Sonne hoch vom Himmel. Der Mann im grünen Arbeitsanzug schnappt sich den Handrasenmäher und legt los. Sehr konzentriert rasiert er den dichten Rasen auf vier Millimeter Länge ab, versucht, keinen Weg doppelt zu fahren. „Jörg“, ruft sein Kollege herüber, „du musst hier am Rand noch einmal her.“ Glörfeld dreht sich um, nickt und dreht den Mäher herum. „Ok, mache ich.“ Und schiebt noch eine Runde entlang des rund angelegten Grüns auf dem Golfplatz Haxterpark in Paderborn. Weiterlesen ...

 

Museum ohne Direktor

Das HeinrichNeuyBauhausMuseum in Steinfurt schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen

Graue Haare, Goldbrille, hellblaue Jeans, braune Boots-Schuhe, ein Polo-Shirt in Pink. Jürgen Holtz steht mit einem Lächeln in der eichenen, reich verzierten Eingangstür, begrüßt die Besucher. Aber auch wenn es so aussieht, das HeinrichNeuyBauhausMuseum in Steinfurt hat keinen Direktor. Und auch keinen Museumsführer. Beides macht dann und wann Jürgen Holtz. Ehrenamtlich. Weiterlesen ...

Das Modell „Aspethera“

Volle Integration und vollkommener Service – geht gut zusammen.

Sobald Gäste das Haus betreten, schenkt ihnen Bettina Rehaag ein Lächeln. Sie blickt von ihrer Tastatur auf, begrüßt die Ankommenden und checkt sie mit zwei, drei routinierten Fragen in ihre Zimmer ein. Die 27-Jährige sitzt an der Rezeption des Hotels Aspethera am Rande der Paderborner Innenstadt – im Rollstuhl. Weiterlesen ...

Deutschlands Einzige

Behindertengerecht und barrierefrei: In Bigge brauen Sauerländer mit und ohne Behinderung Biere

Um ihn herum zischt und dampft es. Heute wird das naturtrübe Kellerbier abgefüllt. Ein paar Stunden hat Ralf Beckmann unter der riesigen schwarzen Plastikschürze schon auf die vor ihm vorbeiklimpernden Bierflaschen geschaut. Er sitzt in seinem Rollstuhl und hat ein Auge darauf, ob das „Josefs“-Kopfetikett gerade über dem Verschlussbügel sitzt. Kontrolliert, ob die Flaschen richtig befüllt sind. Weiterlesen ...

Schweißen für den Weltmarkt

Das Integrationsunternehmen Komet in Gütersloh setzt behinderte und suchtkranke Mitarbeiter am richtigen Arbeitsplatz ein

Funken sprühen, knappe Anweisungen hallen durch die hohe Werkhalle. Die Sonne scheint durch das Fenster. Aber die Arbeiter haben keinen Blick für das schöne Wetter. Einige tragen Stahlstangen in die Ecke des Raums, in der ein Kollege mit Gesichtsschutz das Material zusammenschweißt. Mittendrin Ralf Hoffmann, im Blaumann. Er hat alles im Blick, prüft Schweißverbindungen, klopft einem Kollegen auf die Schulter. Weiterlesen ...

Fit für die Zukunft

„Wir brauchen Leute, die zu uns passen“

Werner und Ruth Lüttmann haben ihr Unternehmen im Bereich Garten- und Landschaftsbau im Laufe eines Vierteljahrhunderts stetig ausgebaut – mit vielen Ideen und hoher Qualität für die Kunden. Und auch, indem der Betrieb unter anderem auf die Stärken von Menschen mit Handicaps setzt. Die vier Reihen Menschen auf dem Foto wirken wie eine Wand. Alle tragen ein in grün eingesticktes »Lüttmann « auf ihrer schwarzen Dienstkleidung. Es ist das offizielle Bild der »Lüttmann Garten- und Landschaftsgestaltung « in Recke zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 2013. Die meisten darauf lächeln, schauen nach vorne, wirken selbstsicher und stolz. Auf dem Foto spiegelt sich der Geist des Unternehmens, das Werner Lüttmann 1988 gegründet hat. Weiterlesen...

Fehlerquote null Prozent

Das Integrationsunternehmen PSA GmbH mit der Abteilung DMS in Bocholt digitalisiert Akten und ermöglicht Rafa Lawah ein Arbeitsleben trotz einer schweren Behinderung

Büroklammern, Heftklammern und gelbe Klebezettel. Diese drei unscheinbaren kleinen Helferlein sind in den meisten Büros rund um den Globus zuhause. Taucht auch nur eines der drei Dinge vor Rafa Lawahs Augen auf, dann gibt’s mehr Arbeit. Nicht nur für die 25-jährige Bocholterin mit dem Lockenkopf – sondern gleich auch für ihre Kollegen in der DMS Abteilung. Denn Rafa Lawah scannt Akten ein, aber Scanner mögen keine Büro- und Heftklammern, wie es sie zuhauf in Akten gibt. Weiterlesen ...

„Hier blüh’ ich auf.“

Michael Jung findet im Siegener Integrationsunternehmen Reselve in der alten Heimat einen neuen Anfang

Trupbach – da ist Michael Jung daheim. „Feuerwehr, Heimatverein, Fußballverein“, beschreibt der gelernte Maler und Lackierer, was das 2000-Einwohner-Dorf bei Siegen für ihn ausmacht. In dem Ort ist er aufgewachsen, zur Schule gegangen. Dort lebt er mit seiner Familie und seinen Freunden. Vor gut zwei Jahren hat der 41-Jährige den Pinsel aus der Hand gelegt, ist wegen einer schweren Depression ins Krankenhaus gekommen. „Da war ich weg vom Fenster.“ Seit einem Jahr hat der stämmige Mann eine neue Arbeit in Trupbach – als Hausmeister bei Reselve. „Und mein ganzes Umfeld sagt: Sei froh.“ Weiterlesen ...

Beruf, Bude, Beziehung

Das Integrationsunternehmen HFR Rümpelfix in Münster gibt Menschen mit Behinderung Arbeit und Sicherheit

Kasse, Quittungsblock und Stempel hat er vor sich. Links die Kontrollmonitore der Kameras. Tesa-Roller, Rechner, Locher stehen rechts. Dazwischen Wasserflasche und Telefon. Udo Mathias hat alles im Griff in seinem Laden. Der Ort hinter der Theke ist der Arbeitsplatz des 40 Jahre alten Münsteraners. Sechs Tage die Woche ist er der Herr eines Dauer-Flohmarkts. Weiterlesen ...

Alle(s) unter einem Dach

Das "Servicehaus" in Stemwede

Wenn Lothar Pannen von seiner Arbeit erzählt, merkt man schnell, dass es bei ihm mehr um Berufung als um einen Beruf geht. Vor allem sein großes und jüngstes Projekt, das gemeinnützige Unternehmen Servicehaus Stemwede, erklärt er enthusiastisch und mit viel Energie. Weiterlesen ...

Mit Rotation zum Erfolg

In Hagen-Hohenlimburg arbeiten bei Springtec, Schrimpf & Schöneberg behinderte und nicht behinderte Menschen eng zusammen

Bei Knut Schuster war es der Vater, der ihm klarmachte, dass Menschen mit Behinderungen ebenso große Chancen wie nichtbehinderte Menschen haben sollten. Schon, weil sein Papa an einer offenen Tuberkulose litt und eine Wirbelsäulenverkrümmung sowie eine dementsprechende Körperhaltung hatte. „Wenn die anderen Kinder mir mal sagten, dass er sich aber komisch bewegen würde, habe ich immer nur geantwortet, dass er genauso ein Vater wie alle anderen ist“ ... Weiterlesen ...

„Mehr als nur Geld verdienen“

Deutschlands zweitgrößter Flaschensortierer, der jährlich eine halbe Milliarde Flaschen verarbeitet, bietet damit Arbeitsplätze für sieben Menschen mit Handicaps.

Das Unternehmen »Gerhard Steinseifer, Brauereibedarf« hat im sauerländischen Wenden eine Integrationsabteilung eingerichtet. Horst Kanngießer steht auf einer Metallbrücke in einer hohen Fabrikhalle im sauerländischen Wenden. Unter ihm klackern unzählige grüne, weiße und braune Flaschen über Förderbänder. Roboterarme heben sie wie von Geisterhand in Getränkekisten, sortenrein. „Wir sortieren Flaschen“, so einfach beschreibt der geschäftsführende Gesellschafter die Kernaufgabe der gut 300 Mitarbeiter der Firma »Gerhard Steinseifer, Brauereibedarf«. Weiterlesen...

„Einfach machen und durch“

Die Varia GmbH montiert als Dienstleister einen der stabilsten Rad-Gepäckträger und ist dafür nach Münster gezogen

Alexa Berndt packt an. „Wenn Tüten gepackt werden, dann bin ich da“, beschreibt die Münsteranerin ihren Job. „Wenn Tüten getackert werden, dann bin ich an der Tacker-Maschine. Wenn bei der Montage wer fehlt, dann bin ich da.“ Mit einem Wort: Die 37-Jährige arbeitet bei der Varia GmbH „überall“. Sie rollt an jeden Arbeitsplatz, wenn dort ein Job zu erledigen ist. Weiterlesen ...

Zeit ist das Wichtigste

Beim Rösten von Kaffee dreht sich alles um einen einzigen Moment – und um den Geschmack.

Der Unternehmensberater und Kaffeeröster Günther Schröer gibt in Tilbeck seine Erfahrungen und sein Wissen an das Integrationsunternehmen VARIA weiter. Günther Schröer ist Röstmeister. Er steht vor einem pechschwarzen Kaffeeröster. Seine linke Hand liegt auf einer Schütte aus poliertem Messing. Minute um Minute schaut Schröer auf das Röstgut, achtet auf die steigende Gradzahl im Steuergerät. 209 Grad Celsius zeigt das Thermometer an. So heiß ist es in dem Ofen, in dem gerade die Brazil Yellow Bourbon-Bohnen knisternd und knackend die Farbe wechseln. Weiterlesen...

Pionierarbeit, die sich gewaschen hat

Die Wäscherei »Die Brücke« ist etwas Besonderes

Der Betrieb in Bad Lippspringe wäscht und bügelt nicht nur professionell Wäsche, sondern gehört auch zu den Pionieren unter den Integrationsunternehmen in Westfalen-Lippe. Sie hat es geschafft: Für Adelheid Hoffbauer steht die Rente an. Nur kann sich in dem Integrationsunternehmen »Die Brücke« in Bad Lippspringe niemand ein Arbeiten ohne sie so recht vorstellen. Denn sie ist nicht nur Selfmade-Unternehmerin, sondern auch die Mitgründerin der Wäscherei in Ostwestfalen. Weiterlesen...

Integration über Jahrzehnte

Die Eigentümer Alexander und Sandra Schwenk schätzen an den Kolleginnen und Kollegen die Zuverlässigkeit und Konstanz, auch wenn es um anstrengende Arbeit geht.

In der Wäscherei Kreft in Dortmund sind vierzehn Menschen mit Behinderung beschäftigt. Als Sandra und Alexander Schwenk im Jahr 1995 die Wäscherei Kreft im Dortmunder Vorort Kirchhörde von den Vorbesitzern abkauften, wollten sie zunächst nur eine berufliche Existenz für sich selbst aufbauen. „Ich war als Außendienstmitarbeiter für die Firma meines Vaters unterwegs, der die Wäscherei als Kunden hatte“, erinnert sich Alexander Schwenk. „Als der Eigentümer relativ jung verstarb, fragte dessen Frau meinen Vater um Rat. Es gab dort ein besonderes Vertrauensverhältnis.“ Weiterlesen...